Stimmen zum Spiel: Köln – BVB
Stole Solbakken, Trainer 1. FC Köln:
Ich glaube, das wir sehr schlecht heute gespielt haben gegen eine sehr gute Mannschaft. […] Ich glaube nach dem zweiten Tor haben wir das Vertrauen für ein gutes Ergebnis verloren. Es ist kein Spaß, wenn es 3:0 steht in der 44. Minute steht. Dann weiß man, dass es eine sehr lange 2. Halbzeit ist. […] Die Fans waren sehr gut. Aber die Mannschaft und die Trainer waren sehr schlecht…
Sascha Riether, Kapitän 1. FC Köln:
Was wir waren viel zu weit auseinander, wir haben den Dortmundern viel zu viel Räume gelassen. […] Deswegen haben wir das Spiel verdient verloren.
Lukas Podolski:
Es war ein kollektives Versagen von hinten bis vorne. […] Was wir haben hoch verdient verloren, der Gegner war uns fünf Klassen überlegen.
Jürgen Klopp, Trainer Borussia Dortmund:
Ich glaube das man heute – den Beweis hätte es vielleicht nicht gebraucht – aber einmal mehr gesehen hat, wie wichtig Tore in einem Spiel sind.
Ich glaube bis zum 1:0 – das war ja glücklicherweise auch relativ früh – aber hat man schon gesehen, zu was für einem Spiel Köln in der Lage wäre, wenn man es denn zulassen würde, auch mit der sicherlich langen Verletztenliste, die der 1. FC Köln im Moment hat.
Und dann haben wir natürlich fantastische Tore geschossen, dass waren großartige Tore, die waren alle richtig gut ‚rausgespielt.
Ich finde es gab heute zwei Dinge, die uns heute zur besseren Mannschaft dann gemacht haben, das waren zum einen herausragendes Gegenpressing und zum anderen tolles Passspiel.
Der 1. FC Köln hat in den letzten Wochen wirklich sehr erfolgreich gespielt und das auf eine bestimmte Art und Weise und dann muss man sich schon ein bißchen darauf einstellen, wenn man zu unsauber spielt, wenn man zu viel im Zentrum spielt, dann kann es zu Ballverlusten führen logischerweise, dann geht es richtig schnell über Peszko, über Chihi, über Lukas Podolski und mit ihre Bällen hinter die letzte Linie war das heute sozusagen kaum möglich. Da war sicherlich auch der eine oder andere dabei, der nicht ankam, aber insgesamt ist das dann schwer zu verteidigen gewesen und dadurch haben wir hochverdient gewonnen. […]
Sebastian Kehl, Kapitän Borussia Dortmund:
Die Lippe ist richtig dick, was ist da passiert?
Gleich im ersten Zweikampf habe ich die Hacke von Martin Lanig abbekommen. ’nen kleiner Cut unterhalb der Lippe, der musste dann getackert werden. […] Der Zahn ist ein bißchen wackelig, aber ich denke, das kriegen wir alles wieder hin. […] Und für ’ne dicke Lippe bezahlen Leute manchmal ja sehr sehr viel Geld.
Wie war es für Sie, nach März 2010 gegen Bochum, endlich auch mal wieder zu treffen?
„Ja natürlich ein sehr sehr schönes Gefühl. Ich war auch gierig endlich mal wieder ein Tor erzielen zu wollen. Ich glaube in der Aktion konnte man das sehen, wenn da nach zwei Mann im Weg gestanden wären, dann hätte ich die auch noch mit weggemacht. […] Ich habe heute morgen mit meinem Sohn telefoniert, der fünf Jahre alt ist, und er sagt zu mir: ‚Papa, wenn Du heute kein Tor schießt, dann brauchst Du nicht nach Hause kommen.‘ Und da habe ich zu ihm gesagt: ‚Luis, das ist sehr mutig von Dir, weil meine Statistik in der Bundesliga ist jetzt nicht so berauschend.‘ Aber ich habe gesagt, ich werde mein Bestes geben, und als ich dann das Tor geschossen habe heute bzw. besser geköpft, musste ich natürlich an ihn denken und deswegen ist das Tor auch für ihn.“
Sebastian Kehl (zeigt sein Handy):
22 Kurzmitteilungen, am Mittwoch habe ich eine einzige bekommen.
Neven Subotic:
Heute 5:0 gewonnen und Tabellenzweiter. Macht da Fußballspielen wieder Spaß?
Auf jeden Fall, das hat richtig Spaß gemacht. Vor allem weil wir selbst wieder einmal gesehen haben, zu was wir fähig sind. Was wir haben von der ersten Minute an Pressing gemacht, wir haben genau das gemacht, was uns in den letzten Monten ausgemacht hat, dass wir eben dieses Pressing-Spiel so beherrschen, wie wir es heute auf den Platz gebracht haben. Damit ist es schwer für den Gegner ins Spel zu kommen und Köln hatte damit 85 Minuten absolut gar nichts zu tun, die sind nicht klar gekommen, haben dann einen Schuss auf’s Tor gehabt und das war’s dann.
Wann haben Sie zuletzt ein so einseitiges Fußballspiel erlebt?
Auf der Playstation.
Sven „Manni“ Bender:
[zum 2:0 von Marcel Schmelzer]
Ich hoffe, dass er sich daran erinnert, dass ich ihm den Ball zugespielt habe.
[zu seiner Torvorlage]
Ich habe es ja immer gesagt, es ist mir nicht verboten, nach vorne zu gehen. Wenn ich Tore schon selber nicht mache, dann kann ich auch eines auflegen.
Marcel Schmelzer:
Glückwunsch erstmal zum ersten Bundesliga-Tor, und dann auch noch ein super schönes und dann auch noch mit dem falschen Fuß. Gewollt?
[Schweigen] Ich wollte eigentlich wieder drüber schießen.
Wie wichtig war die Vorarbeit von Manni?
Ich habe gesehen, dass ich frei war, und habe gehofft, dass Manni den Ball irgendwie zu mir kriegt, weil er auch auf dem Boden lagg und das hat er ja Gott sei Dank gut hingekriegt.
Wie groß war bei Euch die Angst, dass nach der Pleite von Piräus sich das auch auf die Bundesliga auswirken könnte?
Angst hatten wir gar keine. Die einzigen die das uns einreden wollten, wart ja ihr. Was wir wussten selber, dass wir damals einen schlechten Tag hatten gegen Piräus. Was wir wollten eine Reaktion zeigen, haben diese gezeigt und damit denke ich auch gezeigt, dass wir keine Versager sind, sondern Menschen, die auch mal einen schlechten Tag haben.
Dein erster Treffer – musst Du da jetzt der Mannschaft was ausgeben?
Ja, schauen wir mal. Was wir haben ja jetzt die ganze Zeit englische Wochen und von daher gucken wir mal, wenn wir ein bißchen Freizeit haben.
Robert Lewandowski:
Wie siehst Du die Situation von Kuba, Deinem Kumpel aus der Nationalmannschaft?
Ich glaube das ist ein bißchen zu groß für ihn. Kuba will spielen, das ist normal und ich glaube für die nächsten Spiele wird es besser.
Mats Hummels:
Ist die Unruhe, die nach Piräus aufgtaucht ist, nach dem Spiel jetzt passé?
Intern hat es die nicht gegeben, bei uns war es relativ entspannt, weil wir wussten, dass es nicht unser Spiel war, es war eines ihre schlechtesten Spiele der letzten Jahre gewesen.
Terrence Boyd:
Die BVB-Amateure in Köln haben ja heute 2:1 gewonnen, Du warst jetzt nicht dabei. Dafür warst Du im Kader der Profis. Was ist besser für Dich, bei den Profis dabei zu sein oder mit Deiner regulären Mannschaft zu gewinnen?
Das ist eine schwierige Frage. Ich freue mich auf jeden Fall erstmal überhaupt, dass ich hier auf der Bank sitzen durfte. Aber klar, ich freue mich genau so, dass wir jetzt bei den Amateuren auch gewonnen haben. Da gibt es nicht was besseres oder so. Was zählt ist, dass beide Mannschaften erfolgreich sind.
Wirst Du weitere Einsätze bei den Profis haben?
Na, das war jetzt denke ich mal nur, weil Lucas Barrios verletzt ist und da bin ich eingesprungen. Aber jetzt sonst ganz normal bin ich bei den Amateuren und mal gucken, was sich noch so entwickelt.
Jens Matheuszik, 22.10.2011
