Tim + Tim machen’s – U23 besiegt MSV 2:0

1. Dezember 2015

Tim + Tim machen’s – U23 besiegt MSV 2:0

Aus dem Stadion Rote Erde berichten
Pierre Mark, Jens Matheuszik und Jan Kusenberg

4.564 Zuschauer – sahen wie schon in der Hinrunde – einen Sieg der Schwarzgelben über den MSV Duisburg. In einem spannenden und umkämpften Spiel konnte sich der BVB II am Ende drei Punkte sichern und das eigene Polster auf die Abstiegsplätze vergrößern.
BVB-Trainer David Wagner musste aufgrund einer Gelbsperre auf Stürmer Ducksch verzichten (der stattdessen bei den Profis zum Einsatz kam), wodurch Derstroff von Beginn an in der Dortmunder Spitze stand und somit hautnah am anfänglich aufgezogenen Powerplay der Borussen beteiligt war.

Der MSV Duisburg hatte Probleme ins Spiel zu kommen und zeigte eine Vielzahl von Fehlpässen, welche einmal mehr auch dem schlechten Zustand des Rasens im Stadion Rote Erde geschuldet waren.

Borussia Dortmund zog sich zunächst einmal ein Stück weiter zurück und wartete auf Konterchancen, die sich auch immer wieder ergaben. So war es Harder, der in der 21. Spielminute den Ball an den rechten Pfosten der Zebras zirkelte – Glück für die Zebras!

Der MSV wurde nun im weitern Verlauf stärker und ballsicherer, doch bis auf einen Schuss von Ledgerwood und Aycicek blieben die Zebras doch eher blass, was Trainer Baumann absolut nicht gefiel. Bereits in der 40. Spielminute griff er ein und und wechselte Wegkamp für Ledgerwodd ein.

Quasi mit dem Pausenpfiff vergab dann de Witt zum Unmut der zahlreichen und stimmungsvoll agierenden MSV-Fans einen Freistoß aus guter, zentraler Position. Coach Karsten Baumann (von 1998 bis 2000 Spieler beim BVB) richtete nun wohl einige energische Worte an sein Team.

Denn zu Beginn der zweiten Spielhälfte sah man den Zebras ihren Willen an, hier und heute noch etwas drehen zu wollen, doch der BVB hielt dem immer stärker werdenden Druck mit einer taktisch sehr disziplinierten und läuferischen starken Leistung stand und konnte somit verhindern, dass der Gast vom anderen Ende des Ruhrpotts zu zahlreichen Chancen kommen konnte.

Erst in der 57. Spielminute konnten die Duisburger mit Onuegbu, der nach einem Fehlpass von Nyarko plötzlich alleine vor BVB-Schlussmann Alomerovic stand, dem BVB-Tor gefährlich werden – der Ball ging jedoch knapp am rechten Torpfosten vorbei.

Das Spiel wurde nun immer ruppiger und Schiedsrichter Florian Heft musste immer wieder aufgrund von Foulspielen beider Mannschaften unterbrechen, hatte das Spiel jedoch jederzeit unter Kontrolle.

Der BVB war nun darauf bedacht die 1:0-Führung zu verteidigen und zog sich weit in die eigene Hälfte zurück. Die Duisburger zeigten weiterhin großen Einsatz und wurden durch ihre lautstarken Anhänger immer wieder nach vorne gepeitscht, doch gelang ihnen heute kein Tor.

Im Gegenteil. In der Nachspielzeit war es dann der eingewechselte Väyrynen, der in seinem ersten Spiel für den BVB in einem Eins-gegen-Eins Duell mit MSV Torwart Ratajczak die Oberhand behielt und zum umjubelten 2:0-Endstand einnetzen konnte.

Statistik
Borussia Dortmund II: Zlatan Alomerovic, Marc Hornschuh, Evans Nyarko, Thomas Meißner, Erik Durm, David Solga, Tim Treude, Edisson Jordanov (90. Nick Weber), Tammo Harder, Oguzhan Kefkir, Julian Derstroff (75. Tim Väyrynen)
MSV Duisburg: Ratajczak, Ofosu-Ayeh, Bajic, Kühne, Eichner, Öztürk, Legderwood (40. Wegkam), Zoundi (81. Bollmann), De Wit, Aycicek, Onuegbu

Tore: Tim Treude (8.) und Tim Väyrynen (90+2.)
Schiedsrichter: Florian Heft
Zuschauer: 4564

Stimmen zum Spiel

Tim Treude:

War der Eckball eine einstudierte Situation?
Nein, so wie der reinkommt nicht. Was wir haben da schon ihre Laufwege, aber im Endeffekt war das ein zweiter Ball, wo ich ein bisschen spekuliere und dann kommt der ausgerechnet genau dahin.
Tim Väyrynen:
Tim, das war dein erstes Spiel und gleich dein erstes Tor für Dortmund – wie hast du das erlebt?
Das war ein fantastisches Spiel und ein toller Sieg. Das war ein Kampfspiel und wir haben gekämpft. 2:0, das ist ein gutes Ergebnis und ich bin einfach glücklich, dass wir gewonnen haben.
Hast du dich hier gut eingelebt?
Alles ist gut, ich bekomme viel Hilfe vom Verein und jetzt ist auch alles geregelt, die ersten Wochen waren sehr stressig, ich musste viele Dinge erledigen.
Aber das Training läuft jetzt immer besser und hoffentlich werde ich mehr spielen.
Das war heute dein erstes Spiel, du hast viele Fans in Weiß und Blau gesehen. Das ist so nicht normal, das weißt du?
Ja, klar! Aber es war dennoch eine tolle Atmosphäre. Die Jungs haben gesagt dass beim Hinspiel viel mehr Fans waren und dass dort eine noch bessere Stimmung war, da hat es sicher Spaß gemacht drei Punkte mit zu nehmen.
In den Sekunden vor deinem Tor hat dir David Wagner etwas zugerufen…
Er hat mir gesagt dass der Torhüter nicht so gut am Ball ist, als er dann den Ball hatte, hat er ihn zu lange gehalten und ich habe den Ball erobert und die Chance genutzt ihn über den Keeper zu lupfen – dann war er drin.

David hat einfach nur gesagt: Hab´ einfach Spaß, renn, kämpf´ und lass uns die drei Punkte hier behalten.
Und das haben wir ja auch gemacht, und es hat super geklappt – 2:0, fantastisch.
David Solga:
Ich glaube jeder Zuschauer hat die Platzbedingungen heute gesehen. Es war ein Kampfspiel. Was wir sind eine junge Mannschaft, haben das angenommen und haben dann glaube ich auch verdient 2:0 gewonnen.
Was hat denn den Ausschlag für den Sieg gegeben? Duisburg hatte ja massig Torchancen…
Naja, massig an Torchancen… die hatten wir in der 2. Halbzeit auch, wo wir an die Latte köpfen, wo Tammo alleine vor dem Torwart ist. Was wir gehen durch eine Standardsituation in Führung, unser Kampfspiel auf dem Platz hat jeder gesehen und am Ende hatten wir dann vielleicht noch das Quentchen Glück.

Ich würde es so sagen: Traurig, dass ich der Mannschaft in Hamburg nicht helfen kann, aber froh, dass ich der Mannschaft hier helfen konnte. Es war auch für mich einfach wieder wichtig – das habe ich gerade in der 2. Halbzeit gemerkt. Da fehlte ein bisschen die Spielpraxis, da sind die über meine Seite ein-, zweimal durchgebrochen. Letztendlich zählt nur der Sieg und für mich war es wichtig, mal wieder zu spielen.
Wie hast Du das mit der Stimmung heute gesehen – das war ja eigentlich kein Heimspiel?
Nee, aber, für uns sind einfach nur die drei Punkte wichtig. Aber die Atmosphäre war trotzdem gut. Klar, dass waren nicht ihre Fans, aber ich glaube das puscht dann manchmal erst recht, wenn Du dann immer ausgepfiffen wirst. Von daher war die Stimmung gut, aber an sich ein bisschen negativ gegen uns, aber dass wir dann 2:0 gewinnen spricht für uns glaube ich.
David Wagner:

Ich finde wir sind sehr gut in dieses Spiel hereingekommen. Was wir hatten in der ersten Viertelstunde viel Ballbesitz in des Gegners Hälfte. Was wir hatten einige Standardsituationen (Ecken) in dieser ersten Phase. Machen aus einen Standard auch das 1:0. Dann war viel laufen angesagt, da war viel verteidigen angesagt, da war viel Defensive angesagt. Das haben die Jungs heute bravourös gemacht.
Ich denke das ist ein ganz ganz großer Tag heute für uns gegen eine bockstarke Duisburger Mannschaft, deren Anspruch es sicherlich nicht ist, sich gegen uns zu messen. Wie die Jungs es zum wiederholten Male hier angenommen haben, bei diesen Bodenverhältnissen, das ist grandios. Was wir spielen das zweite Mal in Folge zu Null, das hatten wir diese Saison noch nicht. Was wir machen wieder ein Standardtor, das machen wir nicht so häufig – dementsprechend ist das heute wie gesagt ein ganz, ganz großer Tag für uns. Ich bin stolz wie Oskar auf die Jungs, wie sie das angenommen haben und freue mich sehr, dass die Jungs heute so eine Leistung angeboten haben und das Spiel gegen Chemnitz bestätigen konnten.
Sicher war der Sieg auch ein stückweit glücklich, weil wir heute einen herausragenden Torhüter hatten, der die eine oder andere Chance auch vereitelt hat – auch wenn wir selber mit einem Latten- und einem Pfostenschuss noch Möglichkeiten hatten. Am Ende ist es ein Sieg, ein glücklicher Sieg ohne Frage, aber einer, den wir sehr sehr gut gebrauchen können.

Pressekonferenz bei YouTube Pierre Mark, Jens Matheuszik, Jan Kusenberg, 22.02.2014