Am Ende einer Saison fällt der Blick zurück – und im Fall von Borussia Dortmund fällt diese Bilanz komplizierter aus, als sie auf den ersten Blick wirkt. Die Spielzeit 2025/26 lässt sich nicht auf eine einfache Formel bringen.
Was lief gut?
Zunächst das Positive, auch wenn es in dieser Saison mitunter schwer zu finden war. Die Atmosphäre im Signal Iduna Park war an guten Abenden wieder das, was sie sein sollte: laut, leidenschaftlich, unvergleichlich. Als die Südtribüne in der Gruppenphase der Champions League die Nacht in ein schwarz-gelbes Meer verwandelte, wurde erneut deutlich, was die Bindung an diesen Klub ausmacht – etwas, das sich nicht kaufen lässt.
Hinzu kommt: Einige junge Spieler haben sich spürbar weiterentwickelt. Der Nachwuchs aus der Akademie, der behutsam Schritt für Schritt an die erste Mannschaft herangeführt wird, ist eine Investition in die Zukunft – eine, die sich nicht sofort, aber langfristig auszahlen dürfte.
Was hat wehgetan?

Diese Saison hat wehgetan – nicht, weil der BVB in jedem Spiel schlecht gewesen wäre, sondern weil zu oft das Gefühl blieb, dass mehr drin gewesen wäre. Siege, die aus der Hand glitten, wo sie hätten festgehalten werden müssen. Fehler, die auf diesem Niveau nicht passieren dürfen.
Dazu kommt das Thema Konstanz – oder besser ihr Fehlen. Auf eine überzeugende Vorstellung folgte zu oft eine, die kaum als Leistung derselben Mannschaft zu erkennen war. Das hat Punkte gekostet und Ambitionen gedämpft. Genau hier muss die Entwicklung ansetzen.
Die Fans haben gehalten, was sie versprochen haben
Durch die schwierigen Momente trug vor allem die Anhängerschaft: die Südtribüne, die Ostkurve, die Auswärtsfahrer, die auch dann noch sangen, als es wenig zu besingen gab. Berichte von Fans über ihre Spieltage – lange Autofahrten, verspätete Züge, Auswärtsspiele in wenig freundlicher Umgebung – zeugen von einer Treue, die unabhängig vom Ergebnis Bestand hatte.
Darin liegt das Herz des Klubs: nicht in Trikots, Hochglanzkampagnen oder Pressemitteilungen, sondern in den Menschen, die Woche für Woche ihre Zeit, ihr Geld und ihre Leidenschaft investieren – ohne Garantie auf Erfolg, aber mit der Gewissheit, dass es das wert ist.
Was von der kommenden Saison zu erwarten ist
Vor allem Ehrlichkeit: keine Worthülsen, keine aufgebauschten Ankündigungen, die am Ende nicht eingelöst werden. Entscheidend wird sein, ob die richtigen Schlüsse aus dieser Saison gezogen und die Probleme angegangen statt kleingeredet werden.
Und Fußball, der wieder mitreißt. Der BVB hat oft genug bewiesen, dass er dazu in der Lage ist. Die Bereitschaft vieler Anhänger, erneut zu glauben, ist da – doch sie will mit Gründen unterfüttert werden.
Die Saison 2026/27 beginnt in wenigen Monaten. Ein wenig Skepsis nach diesem Jahr ist angebracht, ohne dass die Vorfreude darunter leiden müsste. Es bleibt der Blick nach vorn: auf neue Chancen, auf bessere Abende, auf Borussia Dortmund.
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