Die Vertragsverlängerung von Marco Reus zählte für viele Anhänger von Borussia Dortmund zu den wichtigsten personellen Entscheidungen dieser Jahre. Reus, 1989 in Dortmund geboren, gilt als Sinnbild für die Verbundenheit zwischen Verein und Region.
Seine Laufbahn führte ihn zunächst weg vom BVB: Über Stationen bei Rot Weiss Ahlen und Borussia Mönchengladbach entwickelte er sich zu einem der besten deutschen Offensivspieler, ehe er 2012 in seine Heimatstadt zurückkehrte. Die Rückkehr wurde als klares Bekenntnis zum Verein verstanden.
Der „Anti-Götze“
Die Schlagzeile spielt auf einen Kontrast an: Während andere prägende Spieler dieser Ära den Verein in Richtung FC Bayern München verließen – Mario Götze 2013, Robert Lewandowski 2014 –, entschied sich Reus wiederholt für ein Bleiben und band sich langfristig an Borussia Dortmund. Damit wurde er für die Fanszene zur Identifikationsfigur.
Überschattet wurde seine Zeit immer wieder von Verletzungen, die ihn in wichtigen Phasen ausbremsten. Dennoch blieb Reus über viele Jahre das Gesicht der Mannschaft und übernahm später auch das Amt des Kapitäns. Seine Treue zum Klub steht exemplarisch für das Selbstverständnis, das rund um die Südtribüne besonders hoch geschätzt wird.
Individuell wurde Reus früh ausgezeichnet: 2012 wählte man ihn zu Deutschlands Fußballer des Jahres. Bitter verlief für ihn die Weltmeisterschaft 2014, die er wegen einer kurz zuvor erlittenen Verletzung verpasste, während die deutsche Nationalmannschaft den Titel gewann. Solche Rückschläge begleiteten seine Laufbahn immer wieder – und machten seine anhaltende Bindung an Borussia Dortmund in den Augen vieler Anhänger umso bemerkenswerter. Für die Südtribüne wurde Reus so zum Sinnbild einer Treue, die in Zeiten häufiger Spielerwechsel keineswegs selbstverständlich war.
