BVB siegt auch mit B-Elf in Düsseldorf

24. April 2012

BVB siegt auch mit B-Elf in Düsseldorf

Aus Düsseldorf berichten Andreas Römer und Ines Wussow

Mit 2:1 gewann Borussia Dortmund bei der abstiegsbedrohten Fortuna. Dabei spielte der BVB nicht mit seiner Stammelf. Doch für schwache Düsseldorfer reichte auch der zweite Anzug.

Liebe Fortuna, so kann man nicht in der ersten Liga bleiben. Ihr wusstest, dass Augsburg gewonnen, nach Punkten schon gleichgezogen hat. Sogar Hoffenheim ist euch bis auf drei Punkte nahegekommen – und trotzdem habt ihr Borussia vor keine wirklichen Probleme gestellt. Wenn euer Trainer nachher sogar noch mit der spielerischen und kämpferischen Leistung zufrieden ist, solltet ihr euch tatsächlich Gedanken über einen Abstieg machen. Mit einer Leistung wie heute, werdet ihr es nicht schaffen.

Zehn Wechsel hatte Trainer Klopp fürs Zwischenspiel nach und vor Real Madrid vorgenommen. Einzig Mats Hummels blieb von der Elf des letzten Mittwoch übrig. Mancher witzelte, das sei bestimmt die Strafe für den fatalen Rückpass, der zum Tor für die Spanier führte. Ansonsten durften die anderen ran.

Die schwarzgelbe Mannschaft musste sich erst finden. So gehörten die ersten Minuten klar den Gastgebern. Unsortiert war die BVB-Deckung. Gleich drei dicke Chancen hatten die Düsseldorfer in den ersten zehn Minuten. Bellinghausen, Ilsö und Schahin brachten es aber nicht fertig, Torhüter Langerak in Bedrängnis zu bringen. Santana und Hummels waren zur Stelle. Doch nach diesen zehn Minuten war bei der Fortuna die Luft raus. Der BVB begann das Spiel in den Griff zu bekommen.

Auf den Rängen lieferten sich die Fangruppen lautstarke Duelle – es war ein sehr gute Stimmung im ausverkauften Stadion. Die erste Chance hatte Julian Schieber nach der zweiten Ecke für Borussia. Torhüter Giefer lief unter dem Ball hindurch, Hummels köpfte in die Mitte. Der Ball kam zurück zum Dortmunder Innenverteidiger und der schaufelte den Ball erneut vor das Tor, Schieber erwischte den Ball mit dem Kopf und traf nur den Pfosten. Doch jetzt hatte Borussia nach 19. Minuten die Sache fest in der Hand. Im Mittelfeld zog Sahin die Fäden, hatte am Ende die meisten Ballkontakte. Nuri Sahin scheint immer mehr in Dortmund angekommen zu sein. Er war es schließlich der den nächsten BVB-Angriff zum 1:0-Führungstreffer nutzte. Eigentlich schien die Sache bereits geklärt zu sein, der Ball lief in Richtung Mittelline. Doch Sahin zog aus mehr als 30 Metern ab, hatte genau gesehen, dass Giefer zu weit vor seinem Tor stand. Der Ball senkte sich über den Keeper zur Führung für Borussia ins Netz (20. Minute).

Die dickste Chance vor der Pause hatte noch einmal die Fortuna, doch Ilsö wurde von Hummels in allerletzter Sekunde gestoppt (29.). Danach plätscherte das Spiel ein bisschen Richtung Halbzeit. Die technisch bessere Mannschaft war die Borussia, die sich in erster Linie um Spielkontrolle bemühte, ohne zwingend in Richtung Düsseldorfer Tor zu marschieren. Die Gastgeber brachten in dieser Phase nicht mehr viel zu Wege. Zu wenig Kreativität, zu wenig Überraschendes und auch keine gelungenen Einzelaktionen.

Umso erstaunlicher, dass Düsseldorf direkt nach der Pause die nächste dicke Chance bekam. Kehl spitzelte aber dem einschussbereiten Ilsö zehn Meter vor dem Tor den Ball weg. Wieder gehörten die ersten Minuten den Gastgebern. Doch dann setzte es Dortmunder Chancen im Zwei-Minuten-Takt: Leitner, Bittencourt und Schieber verpassten aber den Torerfolg.

In der 69. Minute wechselte Klopp. Für den schwachen Leitner und Bittencourt kamen Lewandowski und Kuba. Die beiden waren gerade mal 60 Sekunden auf dem Feld, das klingelte es schon im Kasten. Lewandowski schickte Kuba über die linke Seite, der passte zurück auf Lewandowski. Dessen Pass an die Strafraumkante lupfte Sahin in den Lauf von Kuba, der aus acht Metern keine Mühe hatte zum 2:0 für Borussia einzuschießen.

Nach 74 Minuten gab es noch einmal Aufregung: Bei einer Grätsche im eigenen Strafraum fiel Hummels mit der Hand auf den Ball. Stürmisch forderten die Gastgeber Elfmeter, doch Schiri Weiner ließ weiterlaufen. Dafür gab es später von Altschiri Markus Merk Lob, der meinte, es sei eine natürliche Bewegung gewesen und kein absichtliches Handspiel. Doch es war der Beginn der Düsseldorfer Schlussoffensive, zumal Schieber auf der Gegenseite das 3:0 verpasste als er an Giefer scheiterte.

Jetzt warf Fortuna alles nach vorn. Reisinger kam frei zum Kopfball, Langerak stand aber goldrichtig (84). Ein Freistoß in der 88. Minute segelte dann völlig unbehelligt in den Strafraum, Santana ließ Bodzek laufen, der aus fünf Metern den Ball im Tor versenkte. Drei Minuten Nachspielzeit – die BVB-Abwehr geriet noch mal ins Schwimmen. Einen Kopfball von Latka fischte Langerak so eben noch von der Linie. Am Ende schafften es die Düsseldorfer aber nicht mehr. Der BVB gewann mit der B-Elf mit 2:1 und fuhr den sechsten Sieg in der Liga am Stück ein. Fortuna hat seit neun Spielen nicht mehr gewonnen und steht jetzt nur noch dank der etwas besseren Tordifferenz vor den Augsburgern. Da heißt es zittern.

Bei Borussia wird niemand mehr groß über dieses Spiel reden. Alle Gedanken gelten jetzt dem Rückspiel in Madrid. Dafür werden auch die Wechselgerüchte in den Hintergrund treten.

Und liebe Fortunen, ein bisserl mehr von dem, was ihr in den letzten fünf Minuten gebracht habt, wird schon nötig sein, wenn ihr in der Liga bleiben wollt.

Andreas Römer (Text), Ines Wussow (Bilder), 27.4.2013

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