Keine Rosinen für den BVB in der Europa League

Bei der Auslosung für die Europa-League-Saison 2015/2016 in Monaco hat Borussia Dortmund zwar an der Machbarkeit gemessen eine dankbare Gruppe zugelost bekommen, jedoch sind für die mitreisenden Fans keine sonderlich attraktiven Ziele dabei.

Vor allem die langen Reisen nach Ost- und Südosteuropa sowie Vorderasien erschweren es ungemein. Zwischen dem 17. September und 10. Dezember geht es für die Westfalen zu Paok Thessaloniki nach Griechenland, FK Krasnodar nach Russland und neben Qarabag Akdam zum zweiten EL-Vertreter aus Aserbaidschan FK Qäbälä. Insgesamt reist der BVB 9065 Kilometer zu den jeweiligen Spielorten. Auch Sportdirektor Michael Zorc empfand die weiten Wege als Nachteil für die Schwarz-Gelbe Anhängerschaft: "Sportlich ist das eine interessante Gruppe, reisetechnisch stellt sie uns indes vor einige Probleme."

„Der Mediensprecher von Dortmund hat mich schon wenig zusammengestaucht. Es ist in Europa kein Wunschkonzert und man muss die Gegner nehmen wie sie kommen. Ich lose das ganze Turnier durch. Vielleicht sieht im Dezember die Welt schon wieder anders aus“, kommentierte Losfee Alexander Frei die Dortmunder Gruppe anschließend bei Sky.

Auch Chefcoach Thomas Tuchel meldete sich nach der Auslosung zu Wort und hart durchaus Respekt vor den kommenden Aufgaben. „Sportlich ist das eine sehr interessante Gruppe. Bei PAOK erwartet uns eine außergewöhnliche Atmosphäre, Krasnodar stellt ein starkes russisches Team mit vielen ausländischen Spielern, und Qäbälä hat sich gegen Panathinaikos durchgesetzt. Wir werden uns gewissenhaft vorbereiten und für diese Herausforderungen bereit sein.“



„Gib mich die Kirsche“ stellt alle drei Konkurrenten vor:

Paok Saloniki:
Als ersten Gruppengegner zog Ex-Dortmunder Frei die Griechen vom Panthessalonikischer Sportklub der Konstantinopler (Paok) Thessaloniki. Gegründet wurde der Klub 1926 von griechischen Flüchtlingen, die aus dem heutigen Istanbul nach Griechenland flohen.

Bisher konnten sie sich zwei Mal zum Landesmeister küren und gewannen letztmals 2003 einen von insgesamt vier griechischen Pokalen. Die Spiele trägt Paok im drittgrößten Stadion Griechenlands aus. Das Toumba-Stadion im gleichnamigen Stadtteil fasst insgesamt 29.000 Zuschauer und besteht ausschließlich aus Sitzplätzen.

Ein direktes Duell zwischen Paok und dem BVB gab es bisher noch nicht. Die Borussia traf bisher nur ein einziges Mal auf einen griechischen Vertreter: damals in der Champions-League-Saison 2011/2012 auf Olympiakos Piräus. Beide konnten jeweils ihr Heimspiel siegreich gestalten.

Die Begegnungen gegen Saloniki finden am 01. Oktober (Auswärts) / 10. Dezember (Heim) statt.



FK Krasnodar:
Den zweiten Gruppengegner des BVB gibt es erst seit ein paar Jahren. 2008 gründete der Russe Sergey Galizki (Eigentümer der Einzelhandelskette „Magnit“) den Futbolny Klub Krasnodar. Dieser trägt seine Spiele im 32.000 Zuschauer fassenden Kuban-Stadion aus. Durch den dritten Platz in der letzten Saison, als man nur Petersburg und ZSKA Moskau vorbeiziehen lassen musste, konnte sich der FK die Berechtigung zu den Qualifikationsrunden sichern.

In den Play-Offs zur Gruppenphase bezwang Krasnodar dank eines 5:1-Heimsieges und einer Nullnummer im Rückspiel den finnischen Vertreter HJK Helsinki. Auch die Reise hinter das schwarze Meer hat es für die reisefreudigen Borussen in sich. Satte 2878 km trennen beide Spielorte – und mit dem PKW wäre man löbliche 34 Stunden am Stück unterwegs. Auch die Flugverbindung dauert mehr als einen Tag an, sofern man keinen Direktflug chartert.

Wie auch die Spielpaarung BVB – Paok, ist es das erste Duell der Kontrahenten. Der letzte Vergleich mit einem russischen Team sollte jedem Dortmunder noch wohlbesonnen in Erinnerung liegen. Im Achtelfinale 2013/2014 besiegte der BVB Zenit St. Petersburg nach Hin- und Rückspiel mit 5:4.

Die Begegnungen gegen Krasnodar finden am 17. September (Heim) / 26. November (Auswärts) statt.



FK Qäbälä:
Erstmals stellt Aserbaidschan zwei Teams für die Europa League. Neben Qarabag Akdam hat auch der FK Qäbälä den Sprung in die Gruppenphase geschafft. Diese setzten sich in den Play-Offs mit zwei Unentschieden gegen Panathinaikos Athen durch. Aufgrund des 2:2-beim Gastspiel in Griechenland, griff hierbei die Auswärtstorregel zugunsten des FK.

Der Ort Qabala liegt im Osten Aserbaidschans unweit des Kaspischen Meeres. Für die westfälischen Fußballfans wartet eine 4000 Kilometer lange Fahrt über 52 Stunden mit dem PKW. Gegründet wurde FK 1995 und trägt ihre Spiele im Gabala City Stadium aus.

Letztmals trat eine Dortmunder Mannschaft in den Play-Offs zur Europa League 2009 die Reise nach Aserbaidschan an. Damals trugen die Teams das Hinspiel ersatzweise in Baku aus. Insgesamt setzte sich der BVB locker mit zwei problemlosen Siegen durch und bekam später Lemberg, Paris und Sevilla als Reiseziele zugelost. Sicherlich attraktiver als in diesem Jahr.

Die Begegnungen gegen FK Qäbälä finden am 22. Oktober (Auswärts) / 05. November (Heim) statt.

Opens window for sending emailFalk-Stephane Dezort (Text), Andreas Finke (Antexter-Foto), Fotos: Kirsche Archiv


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