Hat BVB-Neuzugang Ciro Immobile das Zeug zum WM-Star?

Seit dem 2. Juni gehört Ciro Immobile offiziell zum BVB! Er ist der erste gebürtige Italiener bei Borussia Dortmund! Doch wer ist der 24-Jährige, der in seinen jungen Jahren schon zahlreiche Transfers hinter sich hat und nun einen Fünfjahresvertrag in Dortmund unterschrieben hat? Und welche Rolle spielt er in der italienischen Nationalmannschaft? Wir stellen den Neuzugang näher vor.

Geboren wird Ciro Immobile am 20. Februar 1990 in „Torre Annunziata“ in der Provinz Neapel – nur unweit der gleichnamigen Stadt. Kein Wunder, dass das Herz von Ciro eigentlich für den SSC Neapel schlägt. Seine Karriere beginnt aber ausgerechnet bei der Konkurrenz. Während es in den italienischen Ligen aber nicht immer gut läuft, kann sich Immobile in den Junioren-Nationalmannschaften einen Namen machen – und gehört mittlerweile zu den Hoffnungsträgern in der A-Nationalelf.

Vom zwölften bis zum 18. Lebensjahr spielt Ciro Immobile zunächst in der Jugend von Sorrento Calcio, einem kleinen Klub in der Provinz. Das Potenzial, welches der Stürmer mitbringt, lässt sich aber schon dort erahnen: Allein in seiner letzten Saison von Sorrento Calcio glänzt Immobile mit unglaublichen 30 Saisontreffern in der U17 des Vereins. Kein Wunder also, dass bald auch die ganz großen Klubs auf ihn aufmerksam werden. 2008 holt Juventus Turin das junge Talent für 100.000 Euro ans andere Ende Italiens – und die Erfolge lassen auch dort nicht lange auf sich warten.

Mit der Jugend des italienischen Rekordmeisters gewinnt er den Torneo di Viareggio, eines der wichtigsten Nachwuchsturniere Italiens. Immobiles Tore im Halbfinale und im Finale sichern seinem Team den Turniersieg. Sein Torriecher wird bald belohnt: Am 28. Spieltag der Saison 2008/09, nur kurz nach seinem 19. Geburtstag, kommt er endlich zu seinem langersehnten ersten Einsatz für die Profis. Gegen den FC Bologna wird er für Alessandro del Piero eingewechselt – wenn auch nur in der Nachspielzeit. Bei diesem Kurzeinsatz bleibt es allerdings zunächst.

Noch besser läuft es im Dress der Nationalmannschaft: 2009 wird er in den Kader der U21-Auswahl berufen, parallel spielt er auch für die U20.

Bei Juve steht er aber erst in der darauffolgenden Saison wieder im Kader der Profis, darf auch mal Europa-Pokal-Luft schnuppern in der Gruppenphase der Champions League, doch er kann sich nicht durchsetzen, kommt immer nur wenige Minuten zum Einsatz. In den folgenden Jahren verbessert sich die Situation des Mittelstürmers nur bedingt. Juve verleiht ihn in die Serie B, zunächst 2010 an den AC Siena, doch dort ist er nicht mehr als ein Bankdrücker, nach nur einem halben Jahr wird er zur US Grosseto weitergereicht – da kommt er zwar regelmäßig zum Einsatz, von seinen Torjägerqualitäten gibt es aber keine Spur mehr.

In der 2. Liga startet er erst nach einem erneuten Wechsel, diesmal zu Pescara, richtig durch. Dort ist er in der Saison 2011/12 gesetzt, schießt 28 Tore, bereitet 7 weitere vor und wird damit Torschützenkönig. Der darauffolgende Transfer in die 1. Liga zum FC Genua ist aber noch eine Nummer zu groß für den mittlerweile 22-Jährigen: Nur 5 Tore schießt er während der gesamten Spielzeit, seinen anfänglichen Stammplatz muss er bald abgeben.

Während er in der Serie A weit hinter den Erwartungen zurückbleibt, kann er sich allerdings in der U21-Nationalmannschaft behaupten. Zusammen mit dem Team erreicht er 2013 das Finale der U21-EM in Israel und kann immerhin einen Final-Treffer beisteuern – auch wenn es schlussendlich nicht zum Sieg reicht.

Währenddessen steht der nächste Wechsel an, beim FC Turin kommt er endlich wieder in Fahrt, 22 Mal kann er für den Stadtrivalen von Juve einnetzen und führt damit wieder die Torschützenliste an – diesmal in Liga 1 – noch vor Luca Toni und Carlos Tevez.

Nationaltrainer Cesare Prandelli wird auf den jungen Stürmer aufmerksam, im März dieses Jahres gibt Ciro Immobile sein Debüt in der „Squadra Azzurra“. Im letzten Test vor der WM gegen den brasilianischen Klub Fluminense wächst er über sich hinaus und empfiehlt sich beim Trainer: An allen fünf Toren beim 5:3-Sieg ist er beteiligt, drei Treffer gehen auf sein Konto, zwei weitere bereitet er vor. Bei der laufenden WM in Brasilien darf er gegen die Engländer immerhin 17 Minuten auf den Platz, noch setzt der Trainer lieber auf Mario Balotelli im Angriff.

Seine Chance wird er aber erhalten, ist sich zumindest Ex-Nationalspieler Toto Schillaci sicher. „Er hat diese Saison sehr häufig gespielt und getroffen. Er ist in exzellenter Verfassung und hat die gleiche Begeisterung, die ich 1990 hatte", sagte er der Corriere dello Sport. „Er ist schnell, hat das Tor wie kaum ein Zweiter im Blick und steht nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit. Immobile wird WM-Star.“

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailText: Helge Winter, Foto: firo – 19.06.2014


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