Ker Manni, watt gehsse nache Appotheke???

Manche Werte verschieben sich im Fußball: Sven Bender geht zu den Pillendrehern, der Werkself aus Leverkusen – und echte Dortmunder können ihm darüber nicht böse sein. Das liegt daran, dass die Gründe, für die Iron Manni in Dortmund geschätzt wird dieselben  sind, wie die aus denen er jetzt geht.  Er hat das Motto ‚Entscheidend is auf’m Platz‘ in die Tat umgesetzt. Es dürfte kaum einen Bundesligarasen geben, der nicht von seinem Blut getränkt worden ist. 




Mag sein, dass auch Bender mal angesichts der Defensivleistung der Offensivabteilung die Schnauze voll und keinen Bock mehr hatte – aber wenn es so war, dann hat man es seinem Spiel nicht angesehen.  Es ist nicht vorstellbar, dass ein Bendersches  Trikot sauber zurück in die Kabine kommt, wenn er nur 5 Minuten auf dem Platz war.

Es ist unmöglich, mehr als 100% Leistungsvermögen abzurufen – aber Manni Bender kam oft so dicht an die 100%, dass es gewirkt hat wie 110%. Oder wie 1909% BVB. Aber Bender ist eben nicht nur - und wird es immer bleiben – durch und durch Borusse, sondern auch zu 100% Fußballer. Und der will spielen. Und die Neuverpflichtungen des  BVB haben dem Defensivspezialisten aus Bayern schon angezeigt, dass auch in der neuen Saison nicht unbedingt mit mehr Startelfeinsätzen zu rechnen ist. Und darum hat Bender Watzke und Zorc um die Freigabe für Leverkusen gebeten. Weil er spielen will. Darin unterscheidet er sich in nichts von einem Subotic, einem Blaszczykowski. Und darum sucht er die Chance bei Bayer zu spielen, statt in Dortmund auf der Bank zu sitzen. Er will sein Bestes geben ... alles was in ihm ist – und das kann er in Dortmund nicht.

Blut, Schweiß und keine Tränen

Dass Sven Benders Fuß den Weg der Bayern ins Pokalfinale gestoppt und den der Dortmunder Borussia zum Pokalsieg geebnet hat – das schien dem Kultfußballer Bender Legendenstatus verliehen zu haben. Doch Iron Manni mit seinem Einsatz, seinem unbeugsamen Willen und seinen Verletzungen ist längst Legende, um die sich Geschichten ranken von blutdurchtränkten Trikots und Verbänden. Von Bällen, die nach dem Kontakt mit Mannis Gesicht verbeulter aussehen als seine Nase. Und von Tacklings, mit denen gegnerische Überfälle in letzter Sekunde gestoppt wurden.




Benders Trikot wird von den schwarzgelben Fans immer mit Ehre getragen werden. Die Borussen machen viel Bohei um die Primadonnen, wenn sie da sind: Die Vargas und Möllers, Amorosos und Rosickys, Mhikitaryans und Aubameyangs – aber ihre Stahlarbeiter des Fußballs leben für immer in ihren Herzen, selbst wenn sie anderswo spielen: Die Helds und Hubers, Dickels und Dédés, ein Burgsmüller – und jetzt Bender. Sie sind und bleiben unvergessen – ewige Borussen!

Doch dies ist kein Nach- sondern nur ein Zwischenruf. Ein "Tschüss Manni – bis denne". Und alles Gute beim Werksclub. Die werden an ihm ihre Freude haben. Und: Dass man sich in der Offensivabteilung des BVB darum reisst, in den Begegnungen mit Bayer04 gegen Bender spielen zu dürfen ... das ist nur ein Gerücht...




Ingo Berchter, Fotos: Archiv - 13.07.2017





Nächstes Spiel: Borussia Dortmund vs. SV Werder Bremen
Aktuelle Infos // Pressekonferenz // Statistik
Copyright 2011 - Gib mich die Kirsche - Das Fußballmagazin aus Dortmund