Meneer Bosz ist da - ich nenne mich Peter

Unendlich lang kam mir diese Zeit vor, die man als echter Schwarzgelber durchleiden musste. Zeiten voller negativer Schlagzeilen, Anfeindungen und Verunglimpfungen aus verschiedensten Richtungen, selbst aus den eigenen Kreisen, seitdem klar war, dass es interne Unstimmigkeiten zwischen unserem Ex-Trainer und unserer sportlichen Führungsebene gab.


Unser BVB hat einen beträchtlichen Imageschaden erlitten, den es nun gilt durch positive Momente wieder zu dem Glanz und der Strahlkraft zu führen, der ihm gebührt. Vieles ist in der letzten Zeit gesagt, spekuliert und geschrieben worden. Ab heute möchte ich wieder eine neue Seite in dem Buch des BVB aufschlagen und wie unser neuer Trainer, der Herr Bosz es sagt - nach vorn schauen. Endlich wieder Fußball erleben ohne den Hintergedanken, wie es denn wohl weitergeht, mit der bangen Frage: Halten wir fest und treu zusammen? 



Als ich heute Morgen aus den holländischen Kreisen unseres Fanclubs über die anstehende Pressekonferenz des BVB unterrichtet wurde, noch bevor der Kicker und die anderen einschlägigen deutschen Sportmagazine und Nachrichtenagenturen es ins WWW warfen, machte sich ein leichtes Lächeln in meinem Gesicht breit.
Ist die Trauer- und Leidensphase jetzt vorbei, muss ich nicht mehr Angst haben ins blauweiße Land der Jahrzehnte erprobten Frustbewältigung abzudriften?

Ja, ich glaube schon. Als ich auf der Pressekonferenz in das Gesicht des mir bis vor kurzer Zeit noch völlig unbekannten Holländers schauen durfte und ein paar Schnappschüsse inmitten des riesigen Medienaufgebots im Medienzentrum des Westfalenstadions ergatterte, saß vor mir ein smarter und lächelnder Mann, der doch leichte äußerliche Ähnlichkeiten mit einem allseits bekannten spanischen Kollegen zu haben schien. Nicht nur wegen seiner Haarpracht.

Wenn die eine Philosophie zur anderen passt

"Ich bin stolz, dass ich für so einen großen Verein arbeiten darf", war sein erster Satz in recht gutem Deutsch, nachdem Aki Watzke, der mir ein wenig ausgelaugt schien, und Michael Zorc ein paar einführende Worte mit Erläuterung und Begründung der personellen Auswahl in die Runde gerichtet hatten. Frischen Offensivfußball, attackierend mit viel eigenem Ballbesitz und Gegenpressing und den Mut junge Spieler auch in wichtigen Spielen einzubauen, so wird seine Strategie angekündigt.




Vorfreude auf "die gelbe Wand" und auf die Arbeit mit den vielen jungen Spielern habe er. Nur knapp drei Stunden habe das entscheidende Gespräch mit den beiden Entscheidungsträgern gedauert, in dem dann schnell klar wurde, beide Spielphilosophien, die des Vereins und die des neuen Cheftrainers passen sehr gut zusammen.

Auf die Aussprache seines Nachnamens mit den Worten: "wie nennen sie sich?", angesprochen antwortete er trocken "Peter". Die ersten Lacher hatte er schon mal auf seiner Seite. "Bosch" lautete dann aber die darauffolgende Erklärung der Aussprache seines Nachnamens.

Nur zurückblicken will er nicht mehr, das Einzige was ihm leid tut ist der Kader mit den vielen jungen Spielern, den er in Amsterdam zurücklässt. Er habe es genossen, mit den Fans viele Spektakel zu erleben und in seinen Worten "mit 50000" auf der Bank zu sitzen. Bei uns sind es dann halt ein paar mehr, denke ich.

Lasst uns gemeinsam eine neue Seite aufschlagen

Die Vorfreude steigt jetzt schon bei mir es zu beobachten, wie dieser erfolgreiche, gute Fußball, den Bosz mit dem Kader der Amsterdamer Jungspunde zu spielen pflegte, mit unserem Kader aus teilweise noch Rohdiamanten, teils erfahrenen Routiniers kombiniert wird.

Los gehts ab dem 07. Juli auf dem Trainingsplatz, vorher setzt man sich noch zusammen und analysiert den Kader und steckt Ziele ab. Wie Bosz sagt: "Erst wenn ich mit den Spielern auf dem Platz arbeite, lerne ich sie richtig kennen." Lasst uns gemeinsam eine neue Seite im Buch des BVB aufschlagen.


Oliver Römer, Fotos: Oliver Römer, Lukas Schulze (Bongarts/Getty Images) - 06.07.2017







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