Wechsel zum Jahreswechsel in der Chefredaktion

Das kommende Jahr 2017 bringt Veränderungen mit sich, diesmal auch bei uns. Denn am 31. Dezember endet eine Ära, auf die wir aus gegebenem Anlass gern einen Blick werfen wollen.

Der 28. Juni 2003 steht zunächst ganz im Zeichen des großen Fußballs. In Paris entscheidet die Exekutive des Weltverbandes FIFA, dass die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland mit 32 Mannschaften ausgetragen wird und lehnt damit einen Antrag des südamerikanischen Verbandes (Conmebol) zur Aufstockung auf 36 Teams ab. Soweit, so gut.

Als sich an diesem Tag fünf BVB-Fans in der Kleingartenanlage in Dortmund-Marten zusammenfinden, haben sie ein gänzlich anderes Ziel. Sie wollen ein Onlinemagazin ins Leben rufen. Treibende Kraft dabei: Holger W. Sitter. Der erfahrene Journalist weiß zu diesem Zeitpunkt genau, was er will. Denn drei Jahre zuvor war er es, der mit dieser Idee schon einmal große Zustimmung entfachte – daraus entstand mit schwatzgelb.de ein Fanzine, dass schnell lokale und später bundesweite Beachtung fand.



Daran wollten die Initiatoren und Sitter punktuell anknüpfen. Mit dem berühmten Zitat „Gib mich die Kirsche“ fand man schnell einen Namen, der Sitter's erstem Dortmunder Lieblingsspieler in schwarz und gelb huldigte. Denn der gebürtige Dortmunder Lothar Emmerich soll diesen kultigen Ausspruch dereinst verwendet haben, als er einschussbereit vor des Gegners Kasten den Ball begehrte. Ihm wollte man indirekt damit ein ehrendes Andenken bewahren und im Geist von „Emma“ medial losstürmen.

Start mitten in der größten BVB-Krise

Gesagt, getan. Kritisch reflektierend und journalistisch fundiert sollten nach dem Willen des Gründervaters die Beiträge sein, die abseits der eingefahrenen medialen Kanäle ihre Leser finden mussten. Und das taten sie. Von Anfang an. Die Themen lagen ja quasi auf der Straße. Die Erfahrungen "publizierender Fans" aus den Anfangsjahren von 2000 bis 2003 bildeten den Grundstock, auf den die Kirsche aufbauen konnte. Zudem war Sitter selbst ein guter Fußballer gewesen und kannte viele, und  sich durchaus aus in diesem Sport.

Als es dann losging, steckte man sofort in der dicksten Krise der Vereinsgeschichte und erwarb sich gleich den zweifelhaften Ruf der „Nestbeschmutzung“, als man sich mit im Informationsfluss von „Enthüller“ Freddie Röckenhaus im Zwiespalt befand zwischen lieber schweigen oder besser sagen. Den BVB-Fan, so schien es damals, interessierte nur eine Zahl - und das waren drei Punkte am Wochenende. Doch „die Kirsche“ berichtete trotzdem auch Unangenehmes, gewann Profil und eckte an.



„Besser werden“ sollten sie, diejenigen die anheuerten, um „von Fans für Fans“ zu berichten. Durch regelmäßige Redaktionssitzungen, gezielte Weiterbildung und Förderung ihrer Fähigkeiten, entwickelte sich im Laufe der Jahre mancher Redakteur und ergatterte folgerichtig einen tollen Job in der Medienbranche. Darauf blickt Holger Sitter mit großem Stolz zurück, wenn er seinen "Job" als Chefredakteur zum Ende des Jahres an die neue Doppelspitze, David Inderlied und Andreas Römer, der bereits seit einem Jahrzehnt dabei ist, schweren Herzens abgibt.

Neue Chefredaktion entwickelt Magazin weiter

„Die gewachsenen Strukturen erlauben Kontinuität und Entwicklungspotenzial“, sagt der gebürtige Dortmunder, der dem BVB bereits seit 1972 „nachrennt“. Anders als viele Fans, schloss er sich dem BVB in der Abstiegssaison an und hatte anfänglich wenig Grund zum jubeln. Als der Weg der Schwarzgelben sich am 24. Juni 1989 anschickte, endlich wieder ein Ausrufezeichen zu setzen, lag Sitter im Klinikum in Münster mit vierfachem Beinbruch, nachdem ein Preußen-Innenverteidiger ihn unsanft gestoppt hatte.

Sein unbändiger Wille, Aufgaben zum Erfolg zu führen, dürfte durchaus in dieser Phase der Rehabilitation ihren Ursprung gefunden haben. Jetzt also soll Schluss sein in „seinem“ Magazin, denn der 55-Jährige wendet sich künftig neuen Aufgaben zu. Sein Weg führt ihn im kommenden Jahr nach den Landtagswahlen in NRW hauptberuflich in die Politik. „Gib mich die Kirsche“ wünscht ihrem scheidenden Chef alles Gute auf diesem Weg und der neuen Chefredaktion ein gutes Händchen bei der Weiterentwicklung des Magazins.

Opens window for sending emailRedaktion, Fotos: Neuendorf/Archiv - 15. Dezember 2016





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