UNSER RÜCKBLICK 2016 (5)

Was bringt uns die Rückrunde im Jahr 2017? Das Pokalfinale, ein Pokalsieg, vielleicht ein paar Ehrenrunden in der Champions League? Und was wird aus der Bundesliga. Schafft es der BVB, aus dem Mief der Unentschieden auszubrechen und das umzusetzen, was der vorzügliche Kader verspricht? Wir haben uns mal wieder im letzten Teil unseres Redaktionsgesprächs die Köpfe zerbrochen und in Rage geredet. Aber liest selbst...
 

5. Rückrunden-Perspektiven - Ausblick auf 2017

 
Holger: Im vergangenen Mai musste sich der BVB erneut am Ende im DFB-Pokalfinale geschlagen geben. Das war bereits das dritte Hauptstadt-Finale hintereinander, in dem man unterlag. Schaffen die Jungs den erneuten Finaleinzug und fahren am 27. Mai 2016 nach Berlin?


Mathe: Gut möglich. Sollte es so sein, fängt auch dieses Spiel beim Stande von 0:0 an. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es nochmal klappt, mit dem Pokalsieg. Auch wenn es schon langsam etwas weh tut, am Sonntag drauf mit ner langen Fläppe nach Hause zu fahren. Es gibt Sachen, da will man sich nicht dran gewöhnen.




Bruno “Günna” Knust: Das ist mir nach der unsäglichen Serie qualvoller Final-Niederlagen zur Zeit völlig Stulle. Berlin ist immer etwas besonderes, fast schon ein großes Familientreffen, insofern würde ich mich über ein Finale 2017 schon freuen, aber nicht drauf wetten. Noch mehr freuen würde ich mich aber über ein CL-Endspiel in Cardiff mit Borussia gegen Bayern als Revanche für Wembley.

Wilfried Wittke: Drei Endspiel-Niederlagen in Folge sind nur schwer zu ertragen, und ich kann mir vorstellen, dass viele Fans auf die Fahrt nach Berlin verzichten, sollte der BVB erneut das Finale erreichen. Schon 2016 fand ich die Stimmung nicht mehr so prickelnd wie in früheren Jahren. Hertha BSC in der nächsten Runde sollte machbar sein. Wenn es im Viertel- oder Halbfinale nicht in München gegen die Bayern geht, sehe ich gute Chancen, dass Borussia erneut die Fahrkarten in die Hauptstadt löst. Es wird viel davon abhängen, wie weit der BVB in der Champions League kommt.

Peter: Es ist immer wieder schön in Berlin und ich persönlich fahre auch gern dorthin. Aber die letzten drei Jahre dort immer nur den Grüßaugust abzugeben, der für die Stimmung verantwortlich ist, während andere die Ehrenrunde laufen, muss ich mir echt nicht nochmal geben.

Julian: Als das Pokalfinale fast noch ein Ereignis alle zehn Jahre war, freute man sich sicher mehr darauf. Es wäre einfach schon einmal gut, wenn man dem FC Bayern schon vorher begegnet und nicht wieder im Finale. Warum nicht im Endspiel - bei allen daraus folgenden organisatorischen Schwierigkeiten- mal ein Derby gegen die Blauen?




Andreas: Die Blauen werden in Sandhausen rausfliegen - das wird also nix, Julian. Schön ist doch erst einmal, dass es wieder ein Heimspiel gibt. Und wieder gegen Berlin. Wer also zwei Berliner Vereine rauswirft, muss doch in die Hauptstadt fahren. Im Pokal ist aber eben alles möglich. An einem guten Tag schlägt der BVB jeden Gegner. An einem schlechten verlieren sie aber auch - wie gegen Frankfurt.

Flo: Im DFB-Pokal ist der BVB in den letzten Jahren zu einer eine feste Größe geworden. In den letzten fünf Jahren stand der BVB bekanntlich vier mal im Endspiel. Mit dem Titelgewinn 2012 und dem Halbfinalsieg 2015, war unsere Borussia in diesem Zeitraum die einzige Mannschaft, die verhindern konnte, dass die Bayern den Pott in den Berliner Himmel stemmen. Der BVB ist auch mit dieser Mannschaft in der Position, jede Mannschaft schlagen zu können. Der Pokal verzeiht allerdings aufgrund seines Spielmodus keine schlechten Tage. Mein Traum ist ein Finale gegen die Bayern mit anschließender Party auf dem Borsigplatz.

Ramon:
Persönlich wünsche ich mir auch ein Aufeinandertreffen mit dem FC Bayern schon vor dem Endspiel. Einfach um für eine Art Klarheit zu sorgen. Ein Derby im Olympiastadion wäre dann natürlich der Wahnsinn.

Holger: Angesichts der bisherigen Spielzeit: Kann der BVB seinen letztjährigen Platz als „best of the rest“ zum Schluss verteidigen? Wird die Meisterschaft 2017 wieder einmal spannend? Was ist in diesem Wettbewerb noch drin und wo steht der BVB am Ende der Saison?

Bruno “Günna” Knust: Mit „Best of the Rest“ wird es leider nichts, dafür haben wir zu viele Spiele unnötig aus der Hand gegeben. Wir werden eher mit Glück noch ein glücklicher Dritter. Aber nötigenfalls irre mich gerne und laß mich angenehm von der Mannschaft überraschen. An guten Tagen putzen die Jungs ja jeden weg und sie können mehr, als sie uns bisher gezeigt haben. Wie der Trainer das auch schon so oft sagte: Da ist Luft nach oben! An den geschossenen Toren sieht man ja die Offensiv-Power der Borussia und umso schmerzhafter fehlt uns immer noch die Konstanz in der Defensive. Ich glaube auf jeden Fall an eine stabilere und bessere Rückrunde und vielleicht erleben wir doch noch ein kleines Fußball-Wunder, wenn der BVB sich plötzlich dazu entschließen sollte, es mit ’ner Super-Serie wieder einen Tick spannender zu machen. Und was die Meisterschaft angeht: Alles wie gehabt. Nur, dass man dem Uli diesmal die Schale nicht mehr durchs Gitter schieben müsste.



Julian: Gerade seine Bayern sind sicherlich deutlich schwächer als in der Vorsaison und zeigen sich viel öfter schlagbar. Von daher wird die Meisterschaft sicherlich bis mindestens zum 32. Spieltag offen sein. Leipzig wird auch noch Spiele verlieren, aber wir müssen in erster Linie auf uns selbst gucken und keine Punkte mehr unnötig abgeben. Dann können wir auch ganz oben noch mal angreifen.

Mathe: Stand jetzt wird es schwierig. Jeder hofft natürlich auf einen Einbruch der Brausebüchschen. Die Bayern kämpfen noch mit dem Wechsel von Pep zu Carlo und werden keinen Durchmarsch hinlegen. Die Chance zum Angriff wäre eigentlich da. Aber dafür müssten unsere Leistungen erstmal konstanter werden. Ich denke, in dieser Saison werden wir mächtig kämpfen müssen, um die CL-Qualifikation zu schaffen. Wenn es am Ende ein direkter CL-Platz wird, dann passt es für mich. Wir fahren unsere Ernte in der Saison 17/18 ein. Da lege ich mich fest. Da hat der Arsch Kirmes.

Flo: Ich glaube nicht, dass Köln, Frankfurt, Hoffenheim und Hertha im weiteren Saisonverlauf diese Leistungen konstant halten können. Auch wenn der BVB momentan gerade auswärts unkonstant ist, glaube ich schon, dass die Mannschaft sich weiter stabilisieren wird. Was das Thema RB Leipzig betrifft, hoffe ich, dass es ihnen so wie Hoffenheim ergehen wird. Von mir aus sollen sie Herbstmeister werden, solange sie am Ende der Saison hinterm BVB stehen. Die Chance, die Bayern am Ende der Saison hinter sich zu lassen, war wohl lange nicht mehr so hoch wie in dieser Saison. Aber durch den Umbruch beim BVB glaube ich, dass ein zweiter Platz am Ende der Saison auch als Erfolg gefeiert werden kann.

Christoff: Ziel muss es sein, wieder in die Champions-League zu kommen. Es wäre bitter, in der Abschlusstabelle hinter Hertha oder gar Hoffenheim zu landen. Was noch nach vorne geht, wird man in der Rückrunde sehen. Ich denke, man wird guter Dritter. Momentan ist unsere Mannschaft leider viel zu unkonstant, besonders auswärts. Mit derselben Punkteausbeute wie letztes Jahr, wären wir ganz vorne dabei. Die Bayern wirken erstmals seit 2012 wieder relativ unsouverän und die Blechbüchsen müssen auch erst einmal eine ganze Saison spielen. Wie man eine gute Hinrunde würdevoll vergeigt, müsste der neunmalkluge Herr Rangnick doch noch wissen.

Peter: Oh Christoff, das wäre nicht bloß ärgerlich. Das wäre eine mittelschwere Katrastrophe, hinter so tollen Clubs wie Hertha oder gar Hoffenheim zu landen. Werden wir aber nicht. Es reicht ganz sicher noch für sehr weit vorn. Leider nicht für ganz vorn, aber es gibt ja auch noch andere lohnenswerte Ziele...



Andreas: Ja, es ist schon fast ein bisschen ärgerlich, dass der BVB nicht da ist, wo die Bayern mal ein bisschen schwächeln. Aber es gibt einige Mannschaften, die es schaffen, der Borussia in die Suppe zu spucken. Harte körperliche Gangart mag das Team so gar nicht. Und schon verlierst du die Punkte. Immerhin sind mit Leipzig, Hoffenheim und Berlin noch ein paar vor uns, die du erst einmal schlagen musst. Lasst doch mal Leipzig Meister werden - endlich mal was los…. Wir werden sicher wieder in der Champions League landen.

Holger: "Ich glaube zu wissen, was nötig ist, um besser zu werden - und das ist eine ganze Menge", sagte unser Trainer nach dem grauenhaften 1:1 gegen den FC Augsburg. Mit dem vierten Pflichtspiel-Unentschieden in Folge, wurde deutlich, dass diese Mannschaft keinen Ergebnis-Fußball spielen kann. Sollten die Automatismen und die Gier bei den Jungs neu justiert und nachgestellt werden Anfang des Jahres, könnte noch was gehen nach vorn. In der Champions League landen wir ganz sicher. Und wie gesagt: Das Potenzial ist riesig!

Ramon: Es wird meines Erachtens schwer werden, sich wieder für die Champions League zu qualifizieren. Die Mannschaft befindet sich momentan im Umbruch und ist noch dabei sich zu finden. Der Personalwechsel vor der Saison zeigt seine Spuren. Die Konkurrenz an der Spitze hat zugenommen. Daher muss man die Erwartungen etwas herunterschrauben. Aus dem jetzigen Kader kann aber Großes entstehen. Zumindest wenn den vielen jungen Spielern noch etwas Zeit gegeben wird, sich zu entwickeln.




Wilfried Wittke: In der Hinrunde hätten es sicherlich ein paar Punkte mehr sein dürfen. Glücklicherweise hat auch die vermeintlich stärkste Konkurrenz im Kampf um die Champions-League-Plätze gepatzt. Ich glaube nicht, dass Leipzig auf dem Niveau der Herbstserie weiterspielt, auch Hoffenheim, Hertha BSC, Frankfurt und Köln werden Federn lassen. Würde nach der Umbruch-Saison aber auch Platz drei oder vier als guten Saisonabschluss akzeptieren. Die Frühjahrsserie sollte, sofern Tuchel mal einige Wochen auf das beste Personal zurückgreifen kann, deutlich besser werden und nicht mehr gezeichnet sein von groben Leistungsschwankungen. Die Findungsphase sollte nach der Wintervorbereitung beendet sein. Mein Rat an alle Nörgler: Denkt mal ein bisschen positiv und sucht nicht ständig das Haar in der Suppe. Fans der meisten anderen Profi-Vereine würden gern Sorgen und Problemen mit den Borussia-Sympathisanten tauschen.

Holger: Das ist doch mal ein Schlusswort, das man so im Raum stehen lassen kann.



Es nahmen teil: Wilfried Wittke, Bruno „Günna“ Knust, Andreas Römer, Mathias Laßauer, Peter Hoffmann, Ramón Budde, Julian Bräker, Falk Stephane Dezort, Florian Guse, Max Zienau, Christoff Strukamp und Holger W. Sitter als Moderator.

David Inderlied, Stephan Münnich, Florian Guse (Grafiken/Fotos)



Opens window for sending emailRedaktion, Januar 2017

















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