Stimmen zum Spiel BVB - Mönchengladbach 2/2

Vor dem wichtigen Madrid-Spiel spielte sich der BVB in einen regelrechten Offensivrausch. Wir sprachen mit Manager Michael Zorc und Julian Weigl.
Die Kirsche: Wie haben Sie das Spiel gesehen?
Zorc: Mit viel Freude. Gladbach hat in den ersten 30 Minuten kompakt gestanden und dadurch mussten wir das Tempo hochhalten um mit vertikalen Pässen eine Lücke zu finden. Die Mannschaft hat das überragend gemacht. Nach dem 2:0 sind wir nachlässiger mit dem Ballbesitz geworden und so kam Gladbach zu seinen Chancen. Als wir das Tempo wieder angezogen haben, haben wir auch wieder herausragenden Fußball gespielt.

Die Kirsche: Maxi Philipp spielt jetzt seit Wochen auf höchstem Niveau. Wie sehen Sie seine Entwicklung?

Zorc: Alle spielen vorne auf höchstem Niveau: Auba, Yarmolenko, Pulisic und auch Philipp. Er hat es in den letzten Wochen natürlich überragend gemacht. Für ihn als Neuzugang aus Freiburg war es natürlich ein großer Schritt. Es war wichtig, dass er sich hier zurecht findet und das hat er schnell getan.

Die Kirsche: Nach sechs Spieltagen ist der BVB Tabellenführer. Was kann man daraus für das Spiel gegen Real mitnehmen?

Zorc: Dafür brauchst du selbstverständlich Selbstbewusstsein. Das können wir nach diesem Spiel auch haben. Obwohl am Dienstag auch noch einmal eine ganz andere Qualität auf dem Platz stehen wird, die auch die Fehler bestrafen wird, die wir heute gemacht haben. Wir müssen sorgfältig mit unserem Ballbesitz umgehen.

Die Kirsche: Der Trainer wechselt vor dem Spiel fünf mal durch. Trotzdem gibt es keinen Qualitätsverlust. Ist das eine Bestätigung für die gute Breite im Kader?

Zorc: Ja, das ist es. Gerade im Mittelfeld haben wir eine Doppelbesetzung und keinen Qualitätsverlust bei Wechseln. Auf der 6 haben wir Sahin und Weigl, auf der 8 Castro und Dahoud und auf der 10 Kagawa und Götze.

Die Kirsche: Könnt ihr euch gegen den Titelanspruch wehren?

Zorc: Ja, das können wir, uns ist das egal. Wir denken nur von Spiel zu Spiel.

Julian Weigl:

Die Kirsche: Dein Comeback hätte schlimmer laufen können, oder?

Weigl: Ich hätte es mir selbst nicht besser vorstellen können. Letzte Woche war ich schon froh, endlich mal wieder auf dem Platz stehen zu dürfen. Ich habe darauf gebrannt, von Anfang an spielen zu dürfen und heute war es dann endlich so weit. Man stellt es sich vorher schon im Kopf wie alles so ablaufen wird und wünscht sich einfach nur einen guten Einstand zu geben. Das war es dann heute definitiv so. Als Mannschaft haben wir einfach gut gespielt, viele Tore erzielt und auch leider eines kassiert. Mit meinem Tor war für mich heute persönlich einfach nur die Krönung.



Die Kirsche: Das war ja auch ein schönes Tor. Beschreiben Sie es mal.

Weigl: Ja es war wirklich schön. Ich schieße zwar nicht viele, aber dafür schöne Tore. Ich habe den Ball bekommen und irgendwie zu schlecht angenommen, um einen Pass zu spielen. Als nächstes habe ich nicht mehr überlegt und den Ball dann einfach gut reingehoben. Ich habe mir immer gewünscht, hier im eigenen Stadion zu treffen. Da bricht dann alles aus dir heraus und es ist ein wunderschönes Gefühl.

Die Kirsche: Deine 6er Position ist jetzt eine etwas andere als letzte Saison. Du hast dich schnell reingefunden. Was ist anders?

Weigl: Ja, stimmt. Für mich ist es neu zu wissen wo im Spiel meine Räume sind. Das ist zum Training natürlich noch einmal ein großer Unterschied. Die Position ist jetzt offensiver, da wir als Team höher stehen, um den Ball auch schnell wieder zurück zu gewinnen. Man muss eher rausschieben und steht dadurch auch höher. Bei Ballbesitz muss ich mich zwischen den Ketten aufhalten. Für mich ist das die größte Umstellung, aber ich komme damit immer besser zurecht und bin zufrieden.

Die Kirsche: Sehen wir von dir jetzt häufiger Pässe wie vor dem 1:0, als du den Steilpass auf Auba gespielt hast?

Weigl: Das hoffe ich. Da waren heute insgesamt, glaube ich, zwei oder drei sehr gefährliche Pässe von mir. Das bringt das neue Spielsystem eben mit sich. Das ist für mich als Spieler natürlich schön, auch mal an Toren beteiligt zu sein und gefährliche Pässe zu schlagen.

Die Kirsche: Der Trainer hat dich während des Spiels daran erinnert, weiter vorne zu spielen?

Weigl: Ja, denn der Trainer kennt mich als Spielertyp. Er weiß, dass ich mich oft tief fallen lasse, um mir Bälle zu holen. Er hat mich daran erinnert, höher zu stehen und dass ich dort auch meine Bälle bekomme. So war es dann auch.

Die Kirsche: Wie ist das so in eine Mannschaft zurückzukommen, die nur so vor Selbstbewusstsein strotzt?

Weigl: Das macht natürlich alles einfacher. Die Jungs haben es mir leicht gemacht und mich schnell ins Spiel eingebunden. So kommt man einfacher wieder rein. Es macht einfach viel Freude, in dieser Mannschaft zu spielen.

Die Kirsche: Wie wichtig war die Leistung heute für das Spiel gegen Madrid?

Weigl: Es war sehr wichtig, um auch hier am Dienstag mit breiter Brust ins Stadion zu kommen. Wir werden auch versuchen, unser Spiel gegen Real durchzuziehen und auch zu gewinnen. Die letzten Jahre haben wir gegen sie immer gut ausgesehen und ich traue uns durchaus einen Sieg zu.

Die Kirsche: Was traust du dem BvB in der Meisterschaft zu?

Weigl: Für uns ist es wichtig zu sehen, dass unser Spielsystem gut funktioniert und das wollen wir weiter perfektionieren. Es ist zwar schön oben zu stehen, aber wir denken nur von Woche zu Woche.

Die Kirsche: Gladbach kommt trotzdem zu 4-5 guten Chancen. Macht das Anlass zur Sorge?

Weigl: Wir sind früh in Führung gegangen. Danach sind wir nachlässiger geworden und haben Gladbach zu den Chancen eingeladen. Wir haben etwas Glück und einen guten Torwart gehabt. Wir müssen einfach versuchen, unsere Dominanz durchzuziehen und die Konzentration über 90 Minuten hoch zu halten.

Die Kirsche: Wie groß ist der Druck jetzt gegen Real?

Weigl: Wir wissen, dass wir nicht gut gestartet sind. Aber Druck empfinden wir jetzt nicht. Es ist jetzt wichtig, in der Gruppe ein Zeichen zu setzen, da wir mit Real und Tottenham um den Einzug ins Achtelfinalen kämpfen werden. Für mich persönlich ist es eine große Freude gegen Real zu spielen. Wir kommen immer gut mit Madrid zurecht und werden unser Ding durchziehen.







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