Stimmen zum Spiel: BVB - Frankfurt

Respekt vor dieser Leistung! Man kann einfach nicht oft genug betonen, dass die Spieler, die am Samstagnachmittag dort unten um drei Punkte kämpften, vor vier Tagen um ihr Leben kämpften und es vielleicht sogar verloren hätten, wenn sie nicht so viel Glück gehabt hätten. Dementsprechend demütig fielen auch die Reaktionen nach dem Spiel aus. In Gedanken sind alle bei Marc Bartra...

Sokratis (bei BVB total!): Ich glaube, das war tatsächlich das schönste Tor meiner Karriere. Ich widme es Marc Bartra und seiner Familie. Die zwei Stunden mit Spiel und Vorbereitung heute haben geholfen, um ein bisschen abzuschalten, um den Rest ein bisschen auszublenden. Es war sehr schwer, nicht nur heute. Auch in den nächsten Spielen wird das noch nicht einfach sein. Die Ereignisse dieser Woche lassen sich nur sehr schwer vergessen

Thomas Tuchel: Meine Spieler haben einen unglaublichen Charakter bewiesen. Dafür gebührt ihnen das größtmögliche Kompliment. Für mich persönlich war das heute zwar kein größerer Kraftakt als am Mittwoch, aber das gilt sicherlich nicht für jeden. Ich hatte heute trotzdem den Eindruck, dass wir alle gelernt haben, mit diesen Gefühlsschwankungen umzugehen.

Ich habe gestern von professioneller Seite gehört, dass es wohl eine Schwelle von zwei bis drei Tagen gibt, in denen man sich selber emotional stabilisiert. Für die Spieler ist es dann glaube ich auch nochmal einfacher sich abzulenken, wenn sie auf dem Platz stehen und spielen können.

Nach dem Abpfiff vor der Tribüne mit dem Trikot, das war eine große Geste von der Mannschaft. Marc Bartra gehört einfach ganz fest zu uns. Man sieht, wie die Mannschaft funktioniert, welche tollen Charaktere dabei sind und dass sie sich komplett als Mannschaft sieht. Es war ein wundervolles Zusammenspiel mit unserem Publikum, das für solche Situationen ein Gespür hat, wie es das sonst wohl nirgendwo gibt. Dann kommen solche Momente zustande.

Marcel Schmelzer: Während der 90 Minuten ist es uns etwas leichter gefallen als noch am Mittwochabend. Gerade eben vor der Süd hatten wir aber wieder einen Gänsehaut-Moment. Da war die Ablenkung vom Fußball dann wieder vorbei. Insgesamt ist das Gefühl seit Mittwoch nicht viel besser geworden. Wir versuchen, untereinander viel zu reden, um das alles zu verarbeiten, haben auch professionelle Hilfe angeboten bekommen, was meiner Meinung nach sehr wichtig ist. Ich hoffe, dass es sehr schnell besser wird. Wir sind ständig mit Marc Bartra in Kontakt und merken, dass es ihm bessergeht und er so schnell wie möglich wieder bei uns sein möchte. Wir haben diesen Sieg Marc gewidmet.


David Inderlied, Foto: Alex Grimm, Getty Images – 16.04.2017





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