Stimmen zum Spiel: BVB - Leipzig

Die Abneigung der Dortmunder Verantwortlichen zu den Leipziger Gästen war auch während der Pressekonferenz spüren. So sah RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl ziemlich isoliert aus, weil die beiden  Dortmunder Vertreter deutlich von ihm abrückten. Einig waren sich beide Trainer, dass der Sieg verdient für die Borussia war.

Marco Reus:
Wir haben dieses Spiel gewonnen, nur das zählt. Der Sieg geht auch absolut in Ordnung. Es kann immer alles passieren, wenn es nur 1:0 steht. Wenn ich eines von den drei Dingern vorne mache, brauchen wir am Ende über diese Abseitsposition von Leipzig natürlich nicht sprechen. Zum Glück ist es auch so gutgegangen. Insgesamt denke ich, dass wir gut gestanden haben. Es war ein sehr kampfbetontes Spiel, und wir haben diesen Kampf angenommen.

Pierre-Emerick Aubameyang:
Beim Tor hat Osmane die ganze Arbeit erledigt. Die Leipziger haben sich alle auf Marco konzentriert, also habe ich mich an den zweiten Pfosten geschlichen. Dort hat mich Osmane dann gefunden. Wir hatten viele Möglichkeiten, noch mehr Tore zu schießen. Aber heute zählt nur der Sieg für uns. Wir können den zweiten Platz noch erreichen, aber dafür müssen wir jedes Spiel so spielen wie heute.



Julian Weigl:
Ich denke, wir haben heute sehr gut verteidigt. Das Abseitstor in der Nachspielzeit war genau das Tor, das wir in der Videoanalyse so oft gesehen haben. Dass es kein klar herausgespieltes Tor ist, sondern dass Leipzig immer dran ist auf die zweiten Bälle.  Ich denke, wir haben das ganze Spiel über unsere Beine noch hinein bekommen. Als es dann in der 90. Minute nicht der Fall war, habe ich mich natürlich geärgert. Aber ich habe schnell gesehen, dass die Fahne oben.

Wir hätten es uns ein Stück weit einfacher machen können, wenn wir eine unserer großen Chancen genutzt hätten. Ich bin genauso glücklich, als wenn wir 3:0 gewonnen hätten. Wir mussten, dass es nur über den Kopf geht. Leipzig hat uns früh gepresst und wir haben früh den langen Ball suchen müssen. Aber wir waren in den kleinen Zweikämpfen wirklich sehr gut drin. Man hat auch im Vorfeld schon gemerkt, dass es für die Fans ein besonderes Spiel ist mit besonderer Brisanz. Für uns war es enorm wichtig, dass sie von der ersten Minute an auf unserer Seite waren. Dass wir den 12. Mann spüren konnten. Und auch sie haben uns geholfen, dass wir heute gewinnen konnten.





Ralph Hasenhüttel:
Heute bin ich noch stolzer auf meine Mannschaft als sonst. Es war nicht abzusehen, dass wir nach dieser Trainingswoche und nach den Ausfällen, die wir zu beklagen hatten, heute uns so verkaufen werden. Das war das überraschendste für uns. Dass wir es schaffen, einen Gegner, der im Moment zwar sicherlich nicht vor Selbstvertrauen strotzt, trotzdem versucht haben, mutig mitzuspielen. Trotz neuer Aufstellung, trotz neuem Personal das Spiel offenhalten konnten. Natürlich konnten wir nicht alles verteidigen. Wir haben uns in jeden Schuss geworfen und die Situationen mit Glück überstanden. Und dann kommt der Moment, wo du vielleicht eine Geschichte schreibst, die nur der Fußball schreibt. Dass ein Spieler, der bis gestern um 15 Uhr noch nicht einmal im Kader war, dann plötzlich eine Riesenchance hat und die dann auch noch macht. Natürlich ein Wahnsinnsgefühl für den Burschen aber dann leider Gottes die Fahne oben ist.
Thomas Tuchel: Wir waren uns sehr sicher, dass wir in allen Bereichen eine Top-Leistung brauchen. Ich denke, dass wir sehr gut gespielt haben. Haben sehr wenige Umschaltmöglichkeiten zugelassen, sehr fleißig verteidigt und trotzdem immer wieder versucht, auch selber Fußball zu spielen. Was sehr schwierig ist gegen das Verteidigungsverhalten von RB. Insgesamt haben wir nur zwei Torschüsse zugelassen. Das ist, glaube ich, außergewöhnlich gegen diese Wucht und diese Schnelligkeit. Durch die vielen zentralen Innenspieler von Leipzig kämpfst du nicht nur um den zweiten Ball, sondern auch um den dritten, vierten und manchmal auch fünften Ball. Wir hatten hochkarätigste Chancen, auch in großer Anzahl, was fast schon fahrlässig war. Das hat uns am Ende viele Nerven gekostet.
David Inderlied, Stephan Münnich (Fotos) - 04.02.2017 






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