Heimspiel in Berlin

Heja BVB! Zum dritten Mal hintereinander und sogar zum vierten Mal seit 2012 stand Borussia Dortmund im Endspiel um den DFB-Vereinspokal. Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, war es diesmal an der Zeit, den Pott in die Fußballhauptstadt zu holen. Im letzten Pokal-Aufeinandertreffen der beiden Finalisten konnte Dortmund im Halbfinale 2015 in München nach Elfmeterschießen gewinnen, verlor das Finale aber unglücklich gegen den damaligen Vizemeister VfL Wolfsburg. Sowohl beide Mannschaften, als auch beide Fanlager waren also bereit für das Traumfinale zwischen den beiden besten Mannschaften Deutschlands.

Die Fans von Borussia Dortmund sind durchaus bekannt als reisefreudige Anhänger. Auch diesmal machten sie ihrem Ruf alle Ehre und strömten zuhauf in die Bundeshauptstadt. Staus auf den Zufahrtsstraßen nach Berlin waren am Samstagvormittag keine Seltenheit. Doch die vielen mit schwarzgelben Schals geschmückten Autos und Busse konnten sich aus Dortmunder Sicht sehen lassen. Der erwartet hohe Andrang bestätigte sich, Berlin war wieder einmal schwarzgelb.


Aber nicht nur die Straßen Berlins waren in Dortmunder Hand. Auch auf dem Wasser zeigten einige Borussen Präsenz. In Berlin, auf der Spree, fuhren die Fans des BVB. Bei strahlender Sonne und guter Laune ließen es sich die schwarzgelben Supporter gut gehen. Ebenfalls an Bord war Neven Subotic, der bei den Fans ohnehin sehr beliebt ist. Das sollte jedoch nicht sein letzter Auftritt an diesem Finaltag gewesen sein.

Erst einmal in Berlin angekommen, wurde das ganze Ausmaß der Dortmunder Invasion deutlich. Die beliebten Treffpunkte der Fans fanden auch dieses Jahr wieder großen Zulauf. Der Breitscheidplatz an der Gedächtniskirche platzte aus allen Nähten. Gelbe Trikots und super Stimmung soweit das Auge reicht. Darunter auch einige prominente Gesichter wie Günter Kutowski von der Pokalsiegermannschaft 1989 und Steffen „Eisen“ Karl. Auch der ehemalige BVB-Kapitän und Publikumsliebling Sebastian Kehl und Ex-Flügelflitzer David Odonkor waren Teil der ca.  Zehntausend auf dem Breitscheidplatz. Bei Liedern wie „am Borsigplatz geboren“ machte sich sogar Heimatstimmung breit. Bei bester Laune feierten alle friedlich und stimmten sich auf den bevorstehenden Pokalkracher am Abend ein.

Der Zulauf der Borussia Fans war gewaltig. Ohne Probleme wäre es möglich gewesen, das Berliner Olympiastadion nur mit BVB Fans zu füllen. An Möglichkeiten, das Spiel auf anderem Wege zu verfolgen, mangelte es aber natürlich nicht. Zahlreiche Fankneipen waren ausverkauft und boten den Fans zusätzlich Stehplätze an. Mit Abstand der beliebteste Schauplatz war neben dem Olympiastadion aber der Sommergarten am Messegelände. Dort veranstaltete Borussia Dortmunds Hauptsponsor Evonik ein riesiges Public Viewing.





Bereits um 14:30 Uhr öffnete der Sommergarten seine Tore. Die ersten Fans nutzten die Gelegenheit um sich auf der großen Wiese zu sonnen und ein kühles Blondes zu trinken. Es sollte die Ruhe vor dem Sturm sein. Ein attraktives Rahmenprogramm zog viele Dortmunderinnen und Dortmunder an. Die von Fußball-Kommentator Hansi Küpper und WDR-Moderator Uwe Schulz moderierte Veranstaltung ließ sich auch Neven Subotic nicht entgehen. Er wurde für seine Projekte außerhalb des Sports geehrt und gab Unterschriften für seine Fans. Ein weiterer sehr prominenter Gast sollte folgen. Karl-Heinz Riedle, der mit zwei Toren im Champions League Finale 1997 gegen Juventus Turin maßgeblich am Erfolg beteiligt war, verteilte handsignierte Bälle und Trikots. Die Fans freuten sich riesig, zwei solch großartige Persönlichkeiten des BVB aus nächster Nähe zu sehen.

Ein musikalisches Highlight war der Auftritt der jungen Sängerin Jo Marie Dominiak. Mit ihren Coverversionen zu den Songs „Dortmund unsere Stadt“, „Am Borsigplatz geboren“ und „Leuchte auf, Borussia“ traf sie die Menschenmasse mitten ins schwarzgelbe Herz. Ein weiteres Highlight aus musikalischer Sicht stand jedoch noch bevor. Im Rahmen eines Kinoprojekts sang der gesamte Sommergarten, der mittlerweile mit 14.000 Fans vollbesetzt war, den Stadionklassiker „You“ll never walk alone“. Es hatte etwas von Stadionatmosphäre, Gänsehaut inklusive. Diese Atmosphäre hielt das gesamte Finale über an. Die riesige Fantraube sang 120 spannende Minuten diverse BVB-Fangesänge, als wäre sie selbst im Stadion dabei. Es war insgesamt eine fantastische Stimmung, dafür trübte das Ergebnis die Gemüter umso mehr.



Für einen hochemotionalen Moment sorgten die BVB-Fans direkt nach dem Spiel. Knapp 400 Borussen versammelten sich vor dem Messegelände, hielten ihre Schals in die Höhe und skandierten „Auch in ganz schweren Zeiten werden wir dich stets begleiten. Borussia wir sind immer für dich da“. Trotz anfänglicher Trauer waren viele Anhänger stolz auf die Leistung der Mannschaft. Sie hat alles versucht, den vierten Pokalerfolg der Vereinsgeschichte zu feiern. In diesen Minuten war die Niederlage nebensächlich und ein Beweis dafür, dass die „Echte Liebe“  in einigen Momenten nicht nur ein Werbeslogan ist. Über 80.000 Borussen – sie feierten in Berlin eine riesige, schwarzgelbe Party. Leider, mal wieder, ohne Happy End. Aber Borussia Dortmund und seine Fans werden wieder kommen und die Bundeshauptstadt erneut in die Fußballhauptstadt verwandeln.


Allessandro Crisafulli, 23.5.2016


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