BVB schuftet in La Manga für erfolgreiche Rückrunde

Borussia Dortmund hat am vergangenen Donnerstag – inzwischen bereits zum dritten Mal – sein Trainingslager im spanischen La Manga bezogen. Die Delegation der Schwarzgelben wohnt  im feinen Hotel Principe Felipe, das Training findet auf dem Gelände des La Manga Golf Clubs statt.

Bis auf Neven Subotic traten alle Spieler die Reise nach Spanien an. Beim Serben, der sich vor zwei Monaten das hintere Kreuzband im rechten Knie gerissen hatte, wurde bei einer Untersuchung erfreulicherweise festgestellt, dass der Innenverteidiger nicht mehr operiert werden muss. Abwehrpartner Mats Hummels wird im Trainingslager mit einem Individualprogramm weiter an die Mannschaft herangeführt. Ilkay Gündogan, der wegen eines Rückenleidens seit fünf Monaten fehlt, trainiert bereits wieder mit der Mannschaft, hat immer noch leichte Beschwerden und soll behutsam integriert werden.



Jürgen Klopp legte in den ersten Einheiten wert auf Details. So hörte man den Chefcoach mehrfach in einer ungewohnten Lautstärke korrigierend eingreifen. Bei wolkigem Himmel, einer ordentliche Brise und für diese klimatische Zone ungewöhnlich frischen 13 Grad, stand zunächst das „Gegenpressing“, jene Dortmunder Spezialität des Schlüssels vergangenen Erfolge, auf dem Programm. "Sie haben die Kernpunkte im ersten Training ja gesehen: das Spiel gegen den Ball, das Gegenpressen und absolute Bereitschaft", beschrieb BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf der ersten Pressekonferenz im Mannschaftsquartier den Journalisten das „Anforderungsprofil“ präzise.

Am dritten Tag des Trainingslagers trat der BVB gegen den belgischen Tabellenführer Standard Lüttich an. Jenen Club, der mit Igor de Carmago einen alten Bekannten aus der Bundesliga in seinen Reihen hat, der jedoch zunächst auf der Bank Platz nahm.

Vor sehr gut gefüllten Rängen und bei recht „schattigen“ Bedingungen begann das Team von Jürgen  Klopp zunächst ohne die Stammkräfte Lewandowski, Großkreutz, Reus und Mhykitarian sowie die noch nicht ganz fitten Gündogan und Hummels, die beide als Zuschauer auf der Bank Platz nahmen. Trotzdem bekamen die zahlreich anwesenden Zuschauer eine ordentliche erste Halbzeit der Borussen zu sehen.



Das Highlight dieses Durchgangs war mit Abstand der Führungstreffer durch Aubameyang in der 8. Minute, dem eine wunderschöne Kombination zwischen Bender und Piszczek voraus ging. Aber auch sonst sah es stellenweise schon wieder sehr flüssig im Spielaufbau der Borussen aus, die daraus auch zu einigen weiteren Torchancen kamen. Schieber(20.), Schmelzer(30.), und Aubameyang (32./36.) hätten durchaus die Führung bis zur Halbzeit komfortabel erhöhen können. Für eine kleine Schrecksekunde sorgte indes Roman Weidenfeller als er einen Abschlag direkt zum Gegner spielte, dieser aber aus dem Fauxpas des Dortmunder Keepers keinen zählbaren Nutzen ziehen konnte.
  
Zur zweiten Hälfte schickte Jürgen Klopp dann – beinahe wie gewohnt – sieben neue Spieler aufs Feld (siehe Schema). Robert Lewandowski und Marco Reus sollten aber vorerst weiter draußen bleiben und kamen erst eine knappe halbe Stunde vor Spielende in die Partie. Die erste Viertelstunde begann dann dementsprechend auch etwas verhalten.

Dies sollte sich jedoch schlagartig ändern in der 58. Minute: Nach einer wunderschönen Vorarbeit von Aubameyang war es Jonas Hofmann, der mit einem knallharten Volleytreffer aus zehn Metern das 2:0 erzielte. Kevin Großkreutz, der erst zur zweiten Halbzeit kam, wurde dann schon in der 70. Minute wieder ausgewechselt. Kurz zuvor bekam er in einem Zweikampf einen Schlag auf den Knöchel, der rasch anschwoll.



Zuvor gab es jedoch ein anderes Highlight. Standard- Verteidiger Kanu klärte den Ball in Richtung Übertragungswagen per Befreiungsschlag in Richtung Parkplatz. Ein kleiner Junge schnappte sich das Spielgerät, düste im Vollsprint los und türmte an diversen Ordnern vorbei aus dem Stadion! Begeistert angefeuert vom Publikum, das längst erkannt hatte, dass die wilde Verfolgungsjagd spannender als das zu diesem Zeitpunkt eher schleppend anmutende Testspiel verlief, feuerte den Dieb nun lautstark an, der jedoch kurz vor dem Marktplatz von La Manga gegen die verfolgende Übermacht kapitulieren und sich offensichtlich geschlagen geben musste. Fürwahr ein echtes Highlight!

Mit zunehmender Spieldauer kamen die Borussen jetzt auch wieder besser ins Spiel und erarbeiteten sich immer weitere schöne Torchancen. Lewandowski (82.), Iordanov (84.) und Reus(87.) hätten für ein wesentlich deutlicheres Ergebnis sorgen können – ja müssen! Alles in allem war es ein hochverdienter Erfolg gegen schwach auftretende Belgier, die sich bereits am kommenden Samstag als Spitzenreiter im Ligabetrieb wieder beweisen müssen. Der BVB befindet sich, wenn man das nach diesem ersten Test überhaupt schon sagen kann, auf einem guten Weg zu alter Form zurück. Wenn man was in diesem Spiel bemängeln wollte, dann eventuell die weiterhin anhaltend hohe Anzahl an vergebenen Torchancen. Dieser Trend scheint weiterhin existent.

Borussia kreuzt jetzt als nächstes  gegen den früheren Rivalen aus Bochum die Klingen am Dienstag in San Pedro del Pinatar (15:00 Uhr, Livestream).


Aufstellung 1.HZ 
Weidenfeller, Schmelzer, Friedrich, Sokratis, Piszczek, Sahin, Bender, Aubameyang, Hofmann, Kuba, Schieber

Aufstellung 2. HZ
Langerak, Schmelzer, Sarr, Günter, Piszczek (62. Kirch), Kehl, Mhykitarian, Hofmann (62.Reus), Aubameyang (62. Lewandowski), Großkreutz (70. Iordanov), Ducksch

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailMatthias Laßauer, 12.01.2014


Nächstes Spiel: Borussia Dortmund vs. SV Werder Bremen
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