Englands größter BVB-Fanclub startet Crowdfunding-Projekt

Mit erwartungsfreudigen Worten werben sie für ein einzigartiges Projekt: Wir, der Londoner BVB 09 Fanclub, wollen ein echtes Londoner Taxi (Black Cab), das durch London fährt, mit eurer Unterstützung in Schwarz und Gelb erstrahlen lassen! Ein echtes BVB-Taxi in London, wie geil wäre das denn? 

Mittlerweile über 300 Mitglieder zählt der BVB-Fanclub London inzwischen. Benjamin McFadyean, der in Dortmund aufgewachsene Gründervater, hat diese Leidenschaft einst aus Deutschland mit hinüber auf die Insel gebracht. Eifrig ist er bemüht, neue „Jünger“ für seine Borussia um sich zu sammeln. Und sein „Sammelsurium“ an „Hardcore-Borussen“kann sich sehen lassen. Viele waschechte Briten und Londoner sind ebenso Mitglieder, wie viele deutschstämmige Exilanten, die in und rund um London eine neue Heimat gefunden haben. Allen ist gemein, dass ihnen der BVB – gerade in den letzten Jahren – sehr ans Herz gewachsen ist.

Das schwarzgelbe Fanleben begann für den deutschen Briten auf dem Gottesacker. Ben hat sich klassischerweise in Dortmund mit dem schwarzgelben Fieber infiziert, in den Kasernen der Rheinarmee. "Mein ehemaliger Stiefvater kommt aus Dortmund", berichtet er gern und dass er auf die englische Schule gegangen ist (die zuletzt Cornwall School hieß und in der heutigen Europaschule „Am Gottesacker“ in Wambel aufging). Gepöhlt hat er, "als Verteidiger", sogar verlobt hat er sich damals, in den 80'ern in Dortmund, aber die Liebe zum BVB hielt auf jeden Fall länger.


Marshall's Taxi vorher im Originalzustand...

Und so steht - nicht ganz überraschend - gerade die deutsche Kultur ganz weit oben bei den Seinen: „Wir gucken die Spiele immer in der »Bierschenke« in London, wo es deutsches Bier und Essen gibt. Das Bier wird meist aus Krügen getrunken. Und wenn Dortmund gewinnt, dann trinken wir nachher meist aus einem BVB-Stiefel, sagt der 47-jährige und schränkt dennoch ein: „Leider ist das Bier aus Bayern, aber damit können wir leben“. Hauptsache Borussia gewinnt, dann schmeckt sowieso jedes Bier.  

Auch Borussia registriert die Leidenschaft der fußballverrückten Briten, denn schließlich fliegen mittlerweile schon gut und gerne 1000 englische Fußballfans zu Bundesligaspielen nach Dortmund, um Fußballfeste zu bezahlbaren Preisen miterleben zu können. Die pekuniären Resultate der Chefvermarkter beim Milliardenabschluss der Premiere-League mit den TV-Anstalten taten ein übriges, um an dem Ast zu sägen, auf dem man sitzt. Aber Ben bleibt optimistisch: „In Deutschland werden sie schon einen Mittelweg finden, zwischen Geschichtsbewußtsein und ‚gut verdienen‘. Im Gegensatz zu den Fehlern in England, da bin ich sicher! Das Gesamtpaket ist in Deutschland einfach viel besser, die Vereine sind nah an den Fans und versuchen ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Dazu gibt es noch bezahlbare Tickets.

Alle Mitglieder sollen die »Gelbe Wand« live erleben

Vor  knapp drei Jahren hat McFadyean den Fanclub gegründet, denn im Rahmen des Champions-League-Finales bemerkte er eine große Sympathie-Welle für den einstigen Arbeiterclub vom Borsigplatz. „Und da reifte in mir die Idee, einen Borussia-Fan-Club zu gründen und diese Begeisterung weiter zu erhalten.“ Seitdem wächst die Gemeinschaft stetig weiter, was den Gründer natürlich sehr freut. „Ich möchte den BVB-Fans hier die Möglichkeit geben, ihrer Leidenschaft mit  einem Fan-Club noch intensiver nachzugehen“, legt er sein Motiv offen.


Marshall's Taxi nachher, wie es am Ende aussehen soll...

Seine Absicht ist, dass jeder seiner Mitglieder die Chance erhalten soll, ein Bundesligaspiel des BVB auf der Südtribüne live mit zu erleben: „Das versuchen wir wirklich jedem zu ermöglichen. Wenn unsere Mitglieder dann wieder zurück in London sind und mir von ihrem persönlichen »Erlebnis Süd« erzählen, dann weiß ich, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat“. Die heterogen zusammengesetzte Struktur hält so manche Überraschung parat für unsereinen. Zwar sind alle Mitglieder bedingungslos Borussia Dortmund-Fans, aber nahezu jeder ist nebenbei auch Fan eines Clubs aus der Premier League. Ben, der Aston Villa-Fan, ging dann 1989, 19-jährig, nach England zurück, um in Oxford Germanistik zu studieren. Lächelnd erzählt er, dass der BVB in ihm eine Art Bazillus darstellt, der ihn immer wieder umtreibt.

Und das nächste Projekt steht bereits in den Startlöchern. Auf der Facebook-Seite des Fan-Clubs werben sie aktuell für ein interessantes Fundraising-Projekt. Es geht konkret um einen Londoner Taxi-Fahrer, der sich einen großen Traum erfüllen möchte. Und Ben, der Marketingfachmann ist, will ihm dabei helfen. Driver Marshall ist ein großer BVB-Fan, Mitglied im Fan-Club und besitzt ein Taxi. Eines Tages hat Marshall in London tatsächlich mal Jürgen Klopp chauffiert und spätestens seit diesem Tag war für ihn klar: Das Taxi soll gelb werden – ein »BVB-Cab« eben.

Die Umsetzung hört sich einfach an: Die Idee ist nämlich, dass jeder, der spendet, namentlich auf dem Taxi erscheinen soll und kreuz und quer durch die Weltmetropole kutschiert wird. Es soll dann voller Namen von Anhängern des BVB sein und insgesamt mithelfen, den Fan-Club in London noch populärer zu machen. Jeder der helfen möchte, kann dabei gerne mit einer kleinen Spende für dieses ungewöhnliche Crowdfunding-Projekt helfen. Ideen wie diese sind es die zeigen, dass der BVB eben einzigartige Fans hat.

>> https://www.startnext.com/marshallsbvbtaxilondon


Opens window for sending emailPeter Hoffmann, Bilder: Ben McFadyean - 30.03.2016





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