Die ganz besondere Begegnung (5)

Jürgen Klopp: Beobachtungen aus der Sicht eines Borussia Dortmund II-Berichterstatters
Mit der U23-Mannschaft von Borussia Dortmund hat Jürgen Klopp auf den ersten Blick nichts zu tun - aber natürlich gilt das nur für den ersten flüchtigen Blick. Abgesehen davon, dass Jürgen Klopp eine Trainingsphilosophie vertritt, die auch von U23-Coach David Wagner (übrigens: Jürgen Klopps Trauzeuge, während Klopp der Taufpate von Wagners Tochter ist) verinnerlicht wird, waren die beiden Mannschaften in der Ära Klopp eng verzahnt.
Dabei darf man nicht vergessen, dass das Hauptaugenmerk immer auf der ersten Mannschaft lag. Natürlich gab es immer wieder mal "Hilfe von oben" für die Amas, vor allem dann, wenn nach einer Genesung ein Spieler der Profis wieder Spielpraxis bekommen sollte. Doch die erste Priorität waren natürlich die Profis und so konnte der BVB II im diesjährigen Abstiegskampf nicht auf Unterstützung von oben setzen - dafür gab es zuletzt immer wieder mal den einen oder anderen Amas-Spieler der den Profikader zumindest auf der Ersatzbank erweiterte.
Doch der Weg ist oftmals ein anderer - denn der nominelle Weltmeister Erik Durm stammt bekanntlich vom BVB II. Dieser reüssierte ursprünglich für die Amateure und wurde von Jürgen Klopp quasi für die Profis entdeckt - nachdem er aus dem ehemaligen Stürmer einen Verteidiger gemacht hatte. Da wundert man sich dann auch nicht mehr, wenn Durm nicht nur gut verteidigt, sondern auch mal die eine oder andere offensive Qualität zeigt - wie zuletzt bei seinem ersten Pflichtspieltor in der Bundesliga.
Leider gibt es oftmals die unseligen Doppelansetzungen bei den Spieltagen der Bundesliga und der 3. Liga. Das heißt: Oftmals finden die Spiele des BVB (I) und die des BVB II am selben Tag statt, was natürlich dazu führt, dass sich einerseits viele BVB-Fans entscheiden müssen (und zwar meistens für die "Hauptansetzung" der ersten Liga) und Jürgen Klopp sich andererseits nicht entscheiden muss oder kann - und somit bei den meisten Amateurspielen nicht zuschauen kann.
Aber wenn es mal keine Doppelansetzung gibt, dann ist Jürgen Klopp oft bei den Spielen der Amateure zu sehen, wo er sich die Spiele aufmerksam und engagiert anschaut. Dass er natürlich - vor allem in den Halbzeitpausen - oftmals in seinem direkten Umkreis die Aufmerksamkeit auf sich zieht ist dabei eine der Nebenwirkungen von seinen Besuchen bei den Amateuren. Den Wünschen nach Autogrammen und Fotos konnte er sich dabei meistens nicht entziehen.
Für Jürgen Klopp war jedoch immer klar, wer bei solchen Spielen die Hauptrolle hatte: Borussia Dortmunds Amateure, deren Spieler und die weiteren verantwortlichen Personen. So war - vor allem bei Testspielen der zweiten Mannschaft - zu beobachten, dass er Interviewwünsche von anwesenden Medienvertretern ablehnte (was dazu führte, dass der Schreiber dieser Zeilen, nachdem er das ein-, zweimal beobachten konnte, es selbst nie probierte) und den Hauptaugenmerk auf das jeweils spielende Team aus Dortmund lenken wollte.
Wenn dann auch noch der Ansturm der Besucher auf ihn Überhand nahm, nutzte er oft die Halbzeit um auf den Fußballplätzen der Region den Zuschauerbereich zu verlassen und sich "in die Büsche zu schlagen" um von dort aus das Spiel zu beobachten. Sicherlich auch, weil er dort ungestört war, vermutlich aber auch, damit das Hauptaugenmerk auf der Mannschaft von Borussia Dortmund II lag. Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailJens Matheuszik - 14.05.2015


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