Noten zum Spiel: München - BVB

Ein bittere Lehrstunde war das Gastspiel des BVB beim deutschen Rekordmeister. Bester Dortmunder war ausgerechnet der Torhüter, der vier Gegentore schlucken musste. Wer in den kommenden Topspielen eine Schippe drauflegen muss, zeigen die Noten.

Roman Bürki: Ein blödes Spiel für einen Torhüter. Vier Hütten kassiert, bei jedem Gegentor irgendwie mit im Geschehen, aber wirklich haltbar war dann doch keiner. Am unglücklichsten war der Schweizer beim 0:1, doch Robben fälschte den Ball unhaltbar ab. Hatte Glück, für sein Foul „nur“ Gelb zu sehen. Schwache Note 3-

Matthias Ginter: Ging mit der gesamten Dreierkette in der Abwehr regelrecht unter. Baute immerhin keinen großen Bock, schaffte es aber nicht, mit einem ruhigen Spielaufbau den überforderten Castro zu entlasten. Note 4



Sokratis: Wo der Grieche hinlangt, da wächst kein Gras mehr. Hatte von allen Dortmundern noch am meisten offensiven Hunger und versucht, mit Gewaltdribblings ala Lucio den Ball nach vorne zu treiben. Gegen die mächtigen Robbery und Lewandowski aber überfordert. Note 4-

Marc Bartra: Eines der stärkeren Spiele des Spaniers, der aber wie Ginter, Schmelzer und Sokratis über die Münchener Offensive kein Land sah. Note 4-

Felix Passlack: Etwas überraschend von Tuchel in die Anfangsformation berufen, erfüllte das Dortmunder Eigengewächs die Erwartungen nicht. Hätte mit guten Offensivaktionen die Münchener Außenspieler zur Defensivarbeit zwingen können, schaffte dies aber nicht. Immerhin kein Fehler, deshalb Note 4+

Gonzalo Castro: Schaffte es leider überhaupt nicht, an der Seite von Raphael Guerreiro den verletzten Julian Weigl zu ersetzen. Musste angeschlagen in der Halbzeitpause für Sebastian Rode ausgewechselt werden. Note 4-

Raphael Guerreiro: Als Mittelfeldstabilisator gegen die Bayern hat man es nicht leicht, den Widerpart des dominanten Xavier Alonso zu spielen. Schaffte aber immerhin einige spielerische Elemente. Sein sehenswertes Tor nährte die Dortmunder Hoffnung auf einen Punktgewinn. Note 3-



Marcel Schmelzer: Oh Schmelle, wärst du bloß im Bett geblieben! Offensichtlich noch nicht wirklich wieder fit und noch ein wenig hüftsteif, spielten ihm abwechselnd Robben und Ribery regelrecht Knoten in die Beine. Den Brummkreisel dürfte er wohl noch auf dem Rückflug gespürt haben. Man wird das Gefühl nicht los, dass er unter Jürgen Klopp Arjen Robben besser im Griff hatte. Nah an einem Sicherheitsrisiko, deshalb Note 5-

Ousmane Dembele: Wirkt reichlich überspielt und bräuchte dringend eine schöpferische Pause. Das Problem: Ohne ihn läuft es im Angriffsspiel noch weniger. Was das wohl aussagt über einen 19-Jährigen, der erst seit einem halben Jahr in Deutschland ist, und vor allem den anderen Offensivkräften? Sein Verhalten beim Lewandowski-Freistoß war nicht nur lächerlich, sondern schlicht völlig deplatziert. Wird sich intern wohl einiges anhören müssen. Es fehlt an Präzision in seinem Spiel. Note 5

Christian Pulisic: Ein echter Lichtblick auf der linken Seite, die er mit viel Schwung und einigen gelungenen Dribblings beackerte. Natürlich darf man von ihm nicht erwarten, dass er einen solchen Spielverlauf alleine auf seinen Schultern meistert. Der US-Boy macht aber Hoffnung auf eine gute Form in den nächsten Topspielen. Note 3+



Pierre-Emerick Aubameyang: Hat ihm die Maske gefehlt oder warum stand der Gabuner so völlig neben der Spur. Ok, viele verwertbare Bälle hat er nicht bekommen. Trotzdem darf bei seiner Großchance mehr herauskommen als ein harmloser Kullerball. Muss jetzt alle Energien bündeln und darf nicht anfangen zu grübeln. Seine Leistung steht auf Messers Schneide – und mit ihm der BVB. Zur Aufmunterung noch die Note 4-

Sebastian Rode (ab 46. Minute): Schien schon gespürt zu haben, dass er nach seiner langen Verletzungspause nicht wirklich wird helfen können. Anders kann man seinen fragenden Blick und die Gestik in der Halbzeitpause kaum deuten. Im Spiel verlor der BVB dann mit ihm im defensiven Mittelfeld komplett den Faden. Schade, dass er so verheizt wird. Note 5

Emre Mor (ab 59. Minute): In fast jeder Situation zu spüren, dass er noch ein kleines Kind in seinen Aktionen ist. Konnte sich überhaupt nicht gegen „die Großen“ durchsetzen und wirkte teilweise wie ein C-Jugendlicher. Ok, ein B-Jugendlicher. Aber in dem Türken schlummert ein Genie. In München aber nur Note 5+

Mikel Merino (ab 69. Minute): Mit ihm kam ein wenig Ruhe in das Dortmunder Spiel, die Bayern hatten ihren Torhunger aber auch bereits gestillt. Ohne Benotung


David Inderlied - 09.04.2017






Nächstes Spiel: Borussia Dortmund vs. SV Werder Bremen
Aktuelle Infos // Pressekonferenz // Statistik
Copyright 2011 - Gib mich die Kirsche - Das Fußballmagazin aus Dortmund