Punkteteilung bei Einstand von Terzic

Das Spiel gegen den SC Wiedenbrück stand ganz im Zeichen von Spiel 1 nach Jan Siewert. Ziemlich schnell war nach Siewerts Abgang nach England mit Alen Terzic vom FC Brünninghausen ein neuer Trainer gefunden. Und dieser feierte im heutigen Spiel seinen Einstand.

Er mußte die Winterabgänge von Amos Pieper, Evangelos Pavlidis, Alexander Isak und Dzenis Burnic verkraften. Wie das gelungen war sollte sich gegen Wiedenbrück zeigen. Auf der Habenseite verbuchte Manager Ingo Preuß den Zugang Taylan Duman von Fortuna Düsseldorf. Man durfte gespannt sein wie Trainer Terzic mit dieser Personaldecke zurecht kam. Der Meisterschaftszug ist zwar längst abgefahren aber es ging immerhin noch um eine gute Saisonplazierung. Nach einem intensiven Trainingslager war die Vorfreude bei Trainer und Mannschaft groß.



Im Hinspiel in Wiedenbrück gab es eine bittere 0:1 Pleite nach hervorragendem Saisonstart. Die U23 hatte also eine Menge gutzumachen. Der BVB schien auch gleich zeigen zu wollen wer Herr in der „Roten Erde „ist. Zumindest die ersten Angriffe gehörten den Schwarzgelben. Doch auch die Gäste wollten sich hier nicht verstecken und konterten einige Male brandgefährlich. So entwickelte sich in der Anfangsphase ein recht ansehnliches Regionalligaspiel. Aber mit zunehmender Spieldauer verflachte die Partie immer mehr. Zumindest auf Borussen-Seite. Bei herrlichem Wetter, lautstarker Ultra-Unterstützung und der Tabellenkonstellation hatte man auf Dortmunder Seite deutlich mehr erwartet.




Zu allem Überfluß verletzte sich Spielmacher Marco Hober dann schon nach 8 Minuten und warf den Matchplan, wie Terzic nachher verriet, vollkommen durcheinander. Im Vorfeld war nach den vorgenannten Winterabgängen auch noch der verletzungsbedingte Ausfall von Philipp Hanke zu verkraften. Zu viel, wie sich später herausstellen sollte. Für den verletzten Marco Hober kam Herbert Bockhorn ins Spiel. Er konnte aber nicht die erhofften Akzente setzen.



So blieben hochkarätige Torchancen auf BVB-Seite weitgehend aus. Von dem vorher beschworenen Selbstbewußtsein, welches man im Trainingslager gesammelt hätte, war in dieser Partie nichts zu spüren. Im Gegenteil, die besseren Möglichkeiten hatten die Gäste aus Ostwestfalen. Und folgerichtig gingen sie eine Minute vor dem Pausenpfiff dann auch nicht unverdient in Führung. Der zuvor schon stets gefährliche Wiedenbrücker und Ex-Essener Rot-Weisse Kamil Bednarski war der Torschütze.



Bis zum Sechzehner war das Spiel der Jungborussen eigentlich gar nicht so schlecht anzuschauen, doch dann fehlte ganz augenscheinlich die nötige Durchschlagskraft. Doch beinahe wäre doch noch der Ausgleich gelungen. Fast mit dem Pausenpfiff  erzielte Luca Kilian mit einem Kopfball nach Eckstoß beinahe den Gleichstand. Doch Torwächter Hölscher war hellwach und entschärfte den Ball. So blieb es zum Pausentee beim nicht unverdienten 0:1.



Zur 2.Spielhälfte mußte der Matchplan der Borussen noch einmal kräftig geändert werden, denn auch Neuzugang Taylan Duman konnte wegen einer Verletzung nicht mehr weiterspielen und Terzic mußte zum zweiten Mal wechseln. Nein, gut meinte es der Fußball Gott heute nicht mit den schwarz-gelben Jungborussen.

Dennoch kam Borussia mit viel Schwung aus der Kabine, was sich dann auch in der 53.Minute auszahlte. Da brandete nämlich der Torjubel wieder auf, diesmal allerdings endlich auf Dortmunder Seite. Massimo Ornatelli zirkelte einen Freistoß millimetergenau auf Mory Konate`, der zum umjubelten Ausgleich vollstreckte, sehr zur Freude der zahlreichen Ultras, die ja erst Montag in Richtung Nürnberg aufbrechen.




Doch der nächste Rückschlag folgte auf dem Fuß. Luca Kilian erhielt nach einem Allerweltsfoul die Gelb-Rote Karte. Doch mit großem Kampfgeist stemmte man sich mit 10 Mann erfolgreich gegen eine drohende Niederlage. Nebenbei bemerkt zeigte der Mann an der Pfeife bei einem akkurat gleichen Foul wie vorher bei Kilian einem Wiedenbrücker nicht die Gelb-Rote Karte.




Dafür erhielt Bah-Traore Gelb, weil er bei seiner Einwechselung zu früh den Platz betreten hatte. Wiedenbrück blieb auch von einem Platzverweis verschont, als ein Abwehrspieler den davoneilenden Boyamba von hinten von den Beinen holte. Diese Entscheidungen muteten doch schon sehr seltsam an, was die Wiedenbrücker Leistung keinesfalls schmälern soll. Sie fahren mit einem verdienten Punktgewinn zurück nach Ostwestfalen. Die Borussen sind trotz des 1:1 auf Platz 3 geklettert und bleiben dort auch wenn Rot-Weiß Oberhausen am Sonntag bei Spitzenreiter Viktoria Köln verlieren sollte. Die nächste Aufgabe steht dann für den BVB am nächsten Sonntag in Düsseldorf gegen die U23 der Fortuna an.



BVB: Oelschlägel - Kilian, Rente, Konate, Schwermann - Boyamba, Ornatelli, Duman (46. Boadu), Hober (8. Bockhorn), Wanner (70. Bah-Traore) - Rizzo.

SCW: Hölscher- Wallenborn, Duschke, Twyrdy, Hüsing(80.Schaal), Bednarski, Zech, Geisler, Brinkmann(80.Loheider), Schikowski, Latkowski.

SR: Patrick Holz, SRA: Bernd Westbeld, Jörn Schäfer

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Alen Terzic: „ Lange Zeit ist auf beiden Seiten aus dem Spiel nicht sehr viel entstanden. Ich glaube, es ging viel über erste oder zweite Bälle und über Standardsituationen. Trotz der Unterzahl hatten wir in der zweiten Halbzeit sogar nochmal die Möglichkeit für den Lucky Punch, aber ich glaube, das wäre dann vielleicht auch des Guten zu viel gewesen. Die Jungs haben viel Mentalität gezeigt. Am Ende ist es okay, wie es gelaufen ist. Wir nehmen diesen einen Punkt so mit, wie er zustande gekommen ist und es ist okay.“

Björn Mehnert: Ich denke, wir haben über 60 bis 65 Minuten trotz des Platzes ein gutes Regionalliga-Spiel gesehen. In der ersten Halbzeit waren wir bestimmend, sind hoch und aggressiv angelaufen. Wir wollten Dortmund schon im Spielaufbau zu Fehlern zwingen. Das ist uns sehr gut gelungen. Die Führung zur Halbzeit war mit Sicherheit verdient – vielleicht sogar um ein Tor zu wenig. Am Ende haben wir nochmal versucht, alles in die Waagschaale zu werfen. Mit ein bisschen Glück gewinnt man das hier dann sogar noch.“

Text: Bodo Lünemann

Bilder: Oliver Römer



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