U23: Nur die Ultras waren Spitze

Zum Rückrundenauftakt empfing der BVB die Mannschaft des Bonner SC. Die Bonner waren eigentlich ganz gut in die Saison 2018/2019 gestartet. Inzwischen datiert der letzte Sieg der ehemaligen Bundeshauptstädter allerdings schon vom 20.Oktober, dem 1:0 bei der U23 von Borussia Mönchengladbach.

Im Hinspiel, zum Auftakt dieser Saison, gewannen die Jungborussen nach hartem Kampf verdient mit 2:1 in Bonn. Inzwischen ist aber viel passiert in dieser Hinrunde. Viktoria Köln läuft an der Spitze mit 7 Punkten Vorsprung unseren Borussen davon. Unsere U23 ist punktgleich mit Rot-Weiß Oberhausen,
aber dank des besseren Torverhältnisses auf Platz 2. Und diese gute Platzierung sollte auch nach dem Rückrundenauftakt Bestand haben. Gespannt sein durfte man vor Anpfiff, wer von den Bundesligaprofis in dieser Länderspielpause der U23 zur Verfügung stand.

Beide Teams wollten das Spiel zur Wiedergutmachung nutzen. Die Borussen kamen in Aachen nicht über ein 0:0 hinaus und Bonn verlor gar das Kellerduell in Kaan-Marienborn mit 2:3 und ist jetzt punktgleich mit dem ersten Abstiegsplatz in der Liga, eben mit Kaan-Marienborn. So gingen beide Mannschaften in das Duell mit dem Plan Punkte aus der Begegnung mitzunehmen.

Und man hatte den Eindruck es ging auch eigentlich ganz gut los. Die Borussen versuchten von Beginn an Druck auf des Tor des BSC auszuüben. Doch das Tor machten überraschenderweise die Bonner.
Bereits nach fünf Minuten zappelte der Ball im Netz der Borussen, per Elfmeter durch Omerbasic dorthin befördert. Eine kalte Dusche an einem rattenkalten Herbsttag.

Und dem BVB fiel wenig ein, um die Bonner Defensive, die aus zwei Viererketten bestand, erfolgreich auszuhebeln. Ein deutliches Übergewicht an Spielanteilen, aber keinen Ertrag brachten der Borussennachwuchs hieraus zustande. Das frühe 0:1 spielte dem BSC verständlicherweise voll in die Karten. Zudem vertändelten die Borussen oft den Ball bei unnötigen Dribblings im Mittelfeld und beschworen einige Male brenzlige Situationen vor dem Tor des guten Jan Reckert herauf. Nach der teilweise hitzigen Diskussion in den letzten Tagen bezüglich der Fanszene in Deutschland hob sich Dortmunds Fangemeinde allerdings äußerst positiv hervor. Ohne das unsinnige Abbrennen von Pyrotechnik versuchten die Dortmunder Ultras ihre Mannschaft von der ersten Minute an durch Anfeuerungsgesänge nach vorne zu peitschen.



Doch leider vergebens. Der Funke sprang leider nicht auf die Mannschaft über. Spitze waren an diesem kalten Herbsttag nur die Dortmunder Ultras. Kompliment dafür. Doch was sie an diesem Tag auf den Rängen auch veranstalteten, die Mannschaften auf dem Rasen blieb bei ihrem fast schon einschläferndem Offensivspiel. Einzig Philipp Hanke und vorne Alexander Isak, Torschütze vom Vortag bei Borussias 3:2 Sieg in Lotte, mühten sich zumindest um Spielkultur. Die anderen schienen eingefroren zu sein. Wer gehofft hatte im zweiten Durchgang würde Borussias Angriffslust erwachen, sah sich bitter enttäuscht. Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte man kurz das Gefühl es würde besser, doch dann verfiel man wieder in das alte Schema der ersten Hälfte.

Dann in der 78.Minute die endgültige Entscheidung. Bonns Einwechselspieler Somuah erzielte mit dem 0:2 die Entscheidung. Wieder war Torwächter Reckert, der einige Chancen vereitelte, machtlos. Ein ganz schwaches Spiel gipfelte in der 89.Minute in einem kläglich verschossenen Elfmeter von Schwarzgelb. Herbert Bockhorn wollte wohl einem Bekannten in der angrenzenden Westfalenhalle mit dem Spielball eine Freude machen und drosch ihn weit über das Tor und gefühlt auf die Dächer der nahen Westfalenhallen. Aber es passte zu diesem Nachmittag und zu diesem Spiel. Bleibt zu hoffen Trainer Jan Siewert packt seine Mannschaft an der Ehre und sie zeigt am 8. Dezember beim Heimspiel gegen Wattenscheid 09 ein anderes Gesicht.

Die über 1.100 Zuschauer zogen jedenfalls restlos enttäuscht über ihre Mannschaft von dannen. Die Chance war vertan etwas näher an Spitzenreiter Viktoria Köln, Freitag nur 1:1 in Aachen, heranzurücken. Glück, weil auch Oberhausen 1:0 in Straelen verlor, so blieb an diesem gebrauchten Tag wenigstens noch der 2. Tabellenplatz.

BVB: Reckert, Rente(46.Konate), Kilian, Ornatelli(46.Rizzo), Schwermann, Boadu, Wanner(81.Pavlidis), Bockhorn, Boymaba, Hanke, Isak.

BSC: Monath, Omerbasic(90.Engelmann), Wipperfürth, Weber, Perrey, Hirsch, Rütten, Jesic(70.Somuah), Fillinger, Brock(81.Stoffels), Schmidt.

SR: Alexander Schuh, SRA: Tim Flores, Cedric Gottschalk.
Z.: 1.179

(Ein enttäuschter) Jan Siewert: „Wir hatten es nicht verdient, zu gewinnen. Der Mut und der Wille haben gefehlt. Das war in jeglicher Hinsicht nicht zufriedenstellend. So kann man sich vor den eigenen Fans nicht präsentieren. Da werde ich die richtigen Worten finden. Es war eine schlechte Leistung von uns, das muss man klar und deutlich sagen.“

Florian Mager: „Wir haben sehr gut verteidigt, gut umgeschaltet und hatten gute Chancen. Wir sind verdient mit 1:0 in die Kabine gegangen. In der zweiten Halbzeit hat dann etwas die Kraft gefehlt und wir konnten nicht mehr für so viel Befreiung sorgen. Das 2:0 ist dann zum richtigen Zeitpunkt gefallen“.

Bodo Lünemann, 19.11.2018


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