U23 nähert sich der Spitze

Aus dem Stadion Rote Erde
berichtet Bodo Lünemann


Nach dem 2:0 Sieg am Wochenende beim Tabellenletzten Kaan-Marienborn stand am Dienstag das nächste unbequeme Spiel an. Es ging daheim gegen den Tabellenvorletzten 1.FC Köln U23. Die Domstädter haben bislang 5 Punkte auf ihrem Punktekonto und dabei auswärts mehr Zähler als zu Hause ergattert. Was die These des unbequemen Spiels nur erhärtete. Genau dies wird Trainer Jan Siewert seinen Mannen denn auch mit auf den Weg gegeben haben. Erfreuliche Randnotiz: Marco Hober steht nach seiner langen Verletzungspause wieder im Kader der Borussen.

Schon am letzten Wochenende saß er in Kaan-Marienborn auf der Dortmunder Bank, kam aber dort noch nicht zum Einsatz. Bei einem Sieg gegen den 1.FC Köln winkt die Annäherung an die Tabellenspitze, gar der 2.Tabellenplatz denn Rot-Weiss Essen steht vor einem schweren Spiel bei den Gladbacher Fohlen. Die Karten waren also gemischt - jetzt lag es einzig an der Mannschaft, was sie daraus macht. Da die Bundesligatruppe erst am Mittwoch ran musste, war wieder mit lautstarker Unterstützung von den Rängen in der Roten Erde zu rechnen. Es kamen 665 Zuschauer und die Ultras machten wieder mächtig Betrieb in Form von lautstarker Unterstützung für ihr Team. Vorbildlich.

Beim BVB waren mit Alexander Isak, Dzenis Burnic und Sergio Gomez wieder drei Bundesligaspieler an Bord, eigentlich sollte auch Jeremy Toljan wieder für die U23 spielen, er sagte aber mit einer Verletzung ab. Nach dem lustlosen Auftritt gegen Wuppertal ist allerdings zu bezweifeln, ob es diese Verletzung je gegeben hat. Dafür pausierten Kapitän Massimo Ornatelli, Leon Burggraf, Marco Hober und Kempes Tekiela. „Wir müssen schauen, dass wir die Belastung in der Englischen Woche richtig steuern“, sagte Trainer Siewert. Und er tat gut daran. Bei den Rheinländern waren mit Simon Zoller und Roman Prokoph zwei Bundes- und Zweitligaspieler auf dem Platz.  

Die Borussen erspielten sich gleich zu Beginn eine Feldüberlegenheit, konnten diese aber in der ersten Hälfte nicht in klare Torchancen ummünzen. Die erste Tormöglichkeit hatten die Domstädter. Zollers Weitschuss strich knapp über den Querbalken. Dann war die Borussia am Zug. Philipp Hanke setzte sich am rechten Flügel durch, flankte in den Strafraum, doch Isak verpasste knapp. Wichtig für das Dortmunder Spiel war das Mitwirken von Dzenis Burnic. Er riss das Spiel im Mittelfeld immer öfter an sich, spielte kluge Pässe in die Spitze und war in der Defensivarbeit gewohnt zweikampfstark. Zudem lief er viele gegnerische Angriffe gekonnt ab. Er war es auch, der in der 20. Minute einen Freistoß auf den Kopf von Sören Dieckmann zirkelte, doch der Ball knallte anschließend nur an die Latte.



Die Geißböcke wollten sich hier aber nicht kampflos ergeben, dies deuteten sie immer wieder meist in Person von Zoller oder Prokoph an, die einige Male gefährlich vor Oelschlägel auftauchten. Dabei traf auch Prokoph nur das Aluminium.   Wiederholt setzte sich Hanke auf dem rechten Flügel durch, so in der 31.Minute als er dann in die Mitte auf Bockhorn flankte.  Dessen Schuss wurde von Torwächter Bartels zwar noch abgewehrt wird, aber gegen den Nachschuss von Isak hat er dann keine Abwehrmöglichkeit - 1:0.

Und immer wieder Hanke. Wieder setzt er sich am Flügel durch, wieder schöne Flanke in den Sechzehner - doch auch Isak scheiterte erneut. Die Fans erlebten einen ganz anderen schwedischen Angreifer als noch im letzten Heimspiel. Er war einsatz- und lauffreudig, dazu noch torgefährlich. So wollen ihn die Borussen-Anhänger sehen. Und so wollen wir jeden Bundesligaspieler sehen, der in der U23 spielt.

Die Kölner versteckten sich ganz und gar nicht, hatten aber bis zur Pause nicht die spielerischen Mittel gefunden, um die Jungborussen hier ernsthaft in Gefahr zu bringen. Die Dortmunder hingegen spielten sicher und abgeklärt von hinten heraus und erspielten sich über den brandgefährlichen Philipp Hanke immer wieder Torchancen. Mit 1:0 ging es in die Pause. 

Für den leicht verletzten Amos Pieper kam zur Pause Marco Rente. Ansonsten kam der BVB mit dem gleichen Elan wie in der ersten Hälfte vom Pausentee zurück und trat in Hälfte Zwei noch dominanter auf. In der 53. Minute belohnten sie sich auch für die engagierte Spielweise und erzielten das 2:0. Torschütze war Herbert Bockhorn, wieder auf Maßarbeit von Philipp Hanke. Hinten ließen die Borussen weiter überhaupt nichts anbrennen. Konate spielte eine grundsolide Partie. Der schnelle Hanke war nur durch Foulspiel zu bremsen und avancierte zum besten Spieler des Abends. Ein böses Foul an ihm an der Außenlinie zwang ihn fast zur Aufgabe. Da war es Balsam auf seine geschundenen Knochen als Luca Kilian auf Flanke von Sören Dieckmann das 3:0 erzielte.

Und dann kam doch noch Boyamba, der beste Torschütze der vergangenen Wochen, auch vom Trainer mit einer Erholungspause bedacht. Er kam für den keinesfalls enttäuschenden Sergio Gomez ins Spiel. Eine sehr geschlossene Mannschaftsleistung brachte die Borussen auf die Siegerstraße und damit ein Stück näher an die Tabellenspitze.

Jan Siewert leistet in Dortmund als U23-Coach eine hervorragende Arbeit. Jetzt geht es am nächsten Samstag zum Aufsteiger TV Herkenrath. Da darf man gespannt sein, wie sich die Jungborussen schlagen und wohin der Weg der Schwarzgelben noch führt.  



Aufstellungen: Borussia Dortmund II: Oelschlägel, Pieper (46. Rente), Dieckmann, Kilian, Konate, Schwermann, Burnic, Bockhorn, Hanke (84. Ametov), Isak, Gomez (75. Boyamba).  

1.FC Köln II: Bartels, Sonnenberg, Bisseck (60. Caliskaner), Schmitz, Nesseler, Karakas, Hauptmann, Führich, Augusto, Zoller, Prokoph (77. Rittmüller).

Schiedsrichter: Marc Jäger
SRA: Peter Bonczek, Sven Binder
Zuschauer: 665

Tore: 1:0  Isak (31.), 2:0  Bockhorn (53.), 3:0 Kilian (75.)  

Stimmen zum Spiel:

Jan Siewert (Trainer Borussia Dortmund II): „Es ist nicht einfach gegen einen tiefstehenden Gegner immer wieder Lücken zu finden. Ich glaube, es bedarf da viel Geduld, und eine U23 hat nie Geduld, die wollen immer wie die jungen Pferde, da musst du sie immer wieder zurückhalten. Mit Sergio Gomez hatten wir in der zweiten Halbzeit einen zusätzlichen Mittelfeldspieler, der von außen eingerückt ist. Als sie dann umgestellt hatten, war’s für uns einfacher. Dann wurden die Räume größer und wir haben das Spiel im Nachhinein mit unserem Ballbesitz auch dominiert.

Ein Sonderlob bekommt Philipp Hanke. Er war grippal angeschlagen. Ich habe ihn als Außenstürmer kennengelernt. Irgendwann hab ich dann gesagt, dass er so viel Qualität am Ball hat, dass er auch in der Mitte spielen könnte. Was er jetzt aber hinten rechts zaubert, hätte ich selbst nicht erwartet. Insgesamt geht aber auch ein Lob an die ganze Mannschaft. Es ist nicht einfach, gegen Herkenrath am Samstag in elf Tagen ins vierte Spiel zu gehen. Das musst du erst mal körperlich verdauen. Wir müssen mit unseren Kräften haushalten, damit wir die nächsten Wochen wieder kraftvoll angehen können.“

Text: Bodo Lünemann, Fotos (Archiv)


Nächstes Spiel: Borussia Dortmund vs. SV Werder Bremen
Aktuelle Infos // Pressekonferenz // Statistik
Copyright 2011 - Gib mich die Kirsche - Das Fußballmagazin aus Dortmund