U23 von BVB und Düsseldorf trennen sich torlos

Nach dem überragenden 3:0 Erfolg am Mittwoch gegen Rot-Weiß Oberhausen mussten die Jungborussen unbedingt gegen die Zweitvertretung der Düsseldorfer Fortuna nachlegen, wollte man sich im oberen Drittel der Tabelle festsetzen. Die Fortunen hatten ihren bisher einzigen Saisonsieg ausgerechnet auswärts errungen. Mit 3:1 gewann man bei der U23 der kleinen Borussia aus Mönchengladbach. Man war also gewarnt. Viel Zeit zur Regeneration blieb dem BVB-Nachwuchs ja nicht, dafür hatte man aber eine Menge Rückenwind. Doch schien der Kräfteverlust vom intensiven Spiel gegen Oberhausen zu groß gewesen zu sein. Von Beginn an spielte der BVB verhalten, zu verhalten wie sich später herausstellen sollte. Es sollte ein Spiel ohne große Höhepunkte werden.

 

 

 

Auf Borussen-Seite stand erstmals Dan-Axel Zagadou in der Mannschaft. Er komplettierte die Bundesliga-Fraktion mit Dzenis Burnic, Sergio Gomez und Alexander Isak beim BVB. Wenn jemand meinte, dies alleine reiche zum Sieg, der sah sich getäuscht. Denn zum fünften Mal hintereinander reichte es nicht zum Sieg gegen die U23 der Düsseldorfer Fortuna. Gemeinhin würde man diese fortan als Angstgegner bezeichnen. Bei den Rheinländern stand übrigens der langjährige Profi Andreas „Lumpi“ Lambertz, der schon glorreiche Zeiten mit der Fortuna erlebt hat, im Team.

 

 

 

Die Düsseldorfer spielten sehr gut mit und gestalteten die Partie völlig offen. Sie waren genau der unangenehm zu spielende Gegner. Dzenis Burnic kümmerte sich „liebevoll“ um `Lumpi` Lambertz und ließ diesen im Mittelfeld nicht wie gewohnt zur Entfaltung kommen. Nach einer halben Stunde bekam Isak an der Mittellinie den Ball und zog los Richtung Düsseldorfer Tor, konnte dabei von keinem Fortunen gestoppt werden. Leider `vergaß` er vor der Strafraumgrenze den Ball mitzunehmen und so war auch diese Chance dahin. Nach 40 Minuten gab es Freistoß für den BVB nach einem Foul an Burnic, der minutenlang behandelt werden mußte (dieses Foul sollte noch Folgen haben). Gomez haute den Ball dann allerdings in die Mauer. Borussia fand immer noch nicht so recht ins Spiel. Einzig die Ultras waren mittendrin im Spiel und machten unermüdlich Stimmung auf der Tribüne.

 

 

Die Spieler aus der Landeshauptstadt schienen heute allerdings falsch gewachst zu haben. Etliche Spieler rutschten bei ihren Schussversuchen einfach weg, ohne das Frost gemeldet wurde. Burnic zirkelte dann einen Freistoß an der Mauer vorbei und Theißen hatte seine liebe Müh‘, das Kunstleder zur Ecke zu lenken. Fast mit dem Pausenpfiff tankt sich noch einmal Boyamba durch, flankt auf Kilian und dessen Kopfball ging nur um Zentimeter am Kasten vorbei. Dies hätte gut und gerne die Führung sein können. So blieb es zur Pause beim enttäuschenden 0:0. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitgehend, sodass Torchancen auf beiden Seiten Mangelware blieben.

 

 

 

5 Minuten waren im zweiten Durchgang verstrichen, da spielte Dieckmann einen Klasse-Pass auf Dominik Wanner. Dessen Schuß streicht knapp am rechten Torwinkel vorbei. Eine Zeigerumdrehung später forderten Spieler und BVB-Anhang vehement Elfmeter nach einem vermeintlichen Handspiel im Strafraum, doch der `schwarze Mann`hatte nichts gesehen und ließ weiterspielen. Nach knapp einer Stunde Spielzeit hatte Burnic seinen Gegenspieler ‚Lumpi‘ Lambertz entnervt und dieser wurde ausgewechselt. Dann schoß ein Fortune einfach mal hoch aufs Dortmunder Tor, der Ball senkte sich gefährlich und Schnapper Oelschlägel hatte Mühe ihn zur Ecke abzuwehren. Nach 67 Minuten war dann auch Schluss für Dzenis Burnic. Die Schmerzen in seinem Handgelenk waren einfach zu groß zum weiterspielen. Eine Spätfolge des Fouls aus der ersten Halbzeit. Trainer Siewert konnte bei der Pressekonferenz auf Nachfrage noch nicht sagen, wie schlimm die Verletzung ist. Aber die Kirsche konnte recherchieren, dass nichts gebrochen ist und Burnic sich „nur“ eine schwere Stauchung zugezogen hatte. Ornatelli traf bei einem Freistoß noch das Tordreieck, aber es blieb dann beim 0:0.

 

 

Dies ist auch ein Produkt der cleveren Terminplaner des Verbandes. Hatte man die Borussen ja drei Wochen nicht spielen lassen, so mußten sie jetzt drei Spiele innerhalb einer Woche austragen. Wo bitte schön ist da die Chancengleichheit? In der Verbandszentrale scheint ein Sportsgeist anderer Art zu wehen. Doch alles Klagen nutzt nichts, die Punkte müssen am nächsten Wochenende in Rödinghausen zurückgeholt werden. Bleibt noch eine Frage: Was haben Mario Götze und Philipp Hanke gemeinsam? Antwort: Sie haben nach zuvor ordentlichen Spielen jetzt zwei Partien hintereinander 90 Minuten auf der Bank Platz nehmen müssen.

 

 

Schema:

 

BVB: Oelschlägel, Dieckmann, Kilian, Zagadou, Ornatelli, Burnic(67.Schwermann), Bockhorn, Boyamba, Isak, Gomez(87.Tekiela), Wanner(63.Burggraf).

 

RWO: Theißen, Kwadwo, Gül, Goralski, Montag, Lambertz(55.Wilms), Eret, Duman(90.Siadas), Laws, Oktay(75.Froese), Miyake.

 

SR: Fabian Maibaum SA: Marina Wozniak, Tim Zahnhausen

 

Z.: 1.245

 

 

Stimmen:

 

Jan Siewert: „ Das war kein Spiel auf höherem Regionalliga-Niveau. Nach einem Mittwoch-Spiel, das unheimlich Kraft gekostet hat, haben uns die letzten paar Prozent gefehlt. Ein Schuss von Alex Isak und einen Kopfball, den der Düsseldorfer Torwart gut hält. Wenn du da nicht in Führung gehst, musst du es dir in der Regionalliga hart erarbeiten. Man merkt, dass wir aktuell im Umbruch sind. Wir haben viele Möglichkeiten, die wir uns gut rausspielen, aber final noch nicht über die Bühne bringen. Du musst einfach die Torchancen, die du hast, frühzeitiger verwerten um nachher nicht zuviel Kraft aufbringen müssen.

Es macht unheimlich Spaß mit den Bundesliga-Leihgaben. Zagadou hat sich zum Beispiel nahtlos eingefügt. Uns ist es heute nicht gelungen das Spiel in unsere Richtung zu drücken. Die Einstellung der Jungs, die von den Profis kommen, ist einfach top. Wir können jetzt in der Woche länger durchschnaufen und uns dann auf Rödinghausen vorbereiten“

 

Nicolas Michaty: „Ich bin heute sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Wir haben eine sehr couragierte Leistung gezeigt. Mit ein bisschen Glück gehen wir sogar als Sieger vom Platz, mit ein bisschen Pech verlieren wir 0:1. Ich denke, insgesamt geht das Ergebnis in Ordnung“.

 

 

Text: Bodo Lünemann

 

Bilder: Oliver Römer

 

 

 

 


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