U23 verliert nach Zwangspause

Nach über 20 Tagen vom Verband verordnete Zwangspause durfte die U23 des BVB endlich wieder in den Ligabetrieb eingreifen. War der Spielausfall gegen Rot-Weiß Oberhausen wegen derer Teilnahme am DFB-Pokal noch nachvollziehbar, so ist der Ausfall gegen die SG Wattenscheid 09 völlig unverständlich. Sind doch die Spieltermine der Regionalliga West lange und hinglänglich bekannt, so mutet es doch schon abenteuerlich an, an einem designierten Ligaspieltag ein Sportfest im Lohrheidestadion zu Wattenscheid stattfinden zu lassen. So wurde die U23 der Borussia unfreiwillig schon nach zwei Spieltagen aus ihrem Spielrhytmus gerissen und ausgebremst. Weh dem, der dem Verband da Schlechtes unterstellt.



Um den Rhytmus einigermaßen beizubehalten absolvierte der BVB in der Zeit Freundschaftsspiele gegen den Westfalenligist Lüner SV und den Drittligist KFC Uerdingen 05. Doch können solche Spiele natürlich kein Ligaspiel ersetzen. Diese Spiele dienen einzig dazu, einige taktische und spielerische Sachen auszuprobieren.



Deshalb war es vor Beginn dieser Partie spannend wie der BVB eben diese Dinge schon verinnerlicht hatte. Übrigens hatte der Verband bei der Anstoßzeit natürlich noch ein „Bonbon“ für die Borussia bereit. Nicht wie üblich um 14 Uhr sondern erst eine Stunde später um 15 Uhr wurde angepfiffen, damit auch ja möglichst wenige schwarz-gelbe Fans dem Spiel beiwohnen konnten da ja am frühen Abend in Dortmund das Bundesligaspiel gegen die Dosentruppe aus Ostdeutschland stattfand.

Und bei einer Anstoßzeit um 14 Uhr die Fans womoglich hätten beide Spiele sehen können. Dies zeigt wieder die Fan Unfreundlichkeit des hiesigen Verbandes.

Aber Fußball wurde trotzdem gespielt

Borussia lief verstärkt durch Dzenis Burnic, Alexander Isak, Sergio Gomez und Julian Weigl auf. Zudem debütierte auch Torwächter Eric Oelschlägel bei den Borussen. So aufgestellt ergriff der BVB denn auch gleich die Initiative. Isak setzte sich gleich im gegnerischen Strafraum durch doch wurde sein Schuß zur Ecke abgewehrt.

Der BVB erspielte sich zwar in der 1. Halbzeit ein deutliches Übergewicht doch fehlte es an zwingenden Abschlußchancen. Auffällig: Dzenis Burnic, er zeigte sich sehr lauffreudig und Zweikampfstark. Bei einem der wenigen SCW Angriffe in Halbzeit eins hatte der BVB Glück. Loheider zog vom 16er einfach mal ab und zwang Dortmunds Schnapper Oelschlägel zu einer Glanzparade. Nach einer guten halben Stunde legten die Wiedenbrücker so langsam den Respekt vor den großen Namen ab und spielte sich so langsam frei. Aber vorher hatte Amos Pieper noch die Chance auf 1:0 für den BVB zu stellen.




Doch sein Kopfball nach einer Ecke wurde geklärt. Und auch Sören Dieckmann scheiterte mit einer Direktabnahme denkbar knapp. Spätestens jetzt hatten sich der BVB die Führung verdient, aber danach fragt im Fußball bekanntlich niemand. In der 43.Minute die wohl größte Dortmunder Möglichkeit zur Führung. Burnic erkämpfte sich knapp vor dem Strafraum in Klassemanier das Spielgerät, Paß in den Raum und Burnic, inzwischen im Strafraum erhielt das Kunstleder zurück. Doch anstatt einfach das Tor zu machen versuchte er nochmal den Ball uneigennützig seinem Mitspieler aufzulen. Und schon war die Riesenchance dahin und es blieb beim mageren 0:0 zur Pause.

Man merkte den schwarz-gelben deutlich an, soe noch nie zusammen gespielt zu haben und drei Wochen aus dem Ligarhytmus zu sein. Wer selbst einmal Fußball gespielt hat, weiß bei so einer zusammengewürfelten Mannschaft, ob Profi oder nicht, kann das Spielverständnis und die Laufwege ganz einfach nicht passen. Der Rhytmus war verständlicherweise überhaupt nicht vorhanden. Wenigstens stimmten Kampf und Einsatz bei den Borussen, bei allen voran Dzenis Burnic und Philipp Hanke (der wieder als Verteidiger zum Einsatz kam).

Mit unverändertem Personal ging es in die 2. Halbzeit. Und mit einer Torchance für schwarz-gelb. Freistoß 20 Meter vor dem SCW Tor. Der beste Borusse an diesem Tag, Dzenis Burnic, knallte den ruhenden Ball nur hauchzart am rechten Torwinkel vorbei. Wiedenbrück traute sich jetzt in der 2.Hälfte doch mehr zu und kam auch zu einigen guten Torgelegenheiten.

Die Aktionen der Dortmunder wirkten nun nicht mehr so flüssig wie teilweise noch in der 1.Hälfte. Es wurde jetzt zu einer durchaus ausgeglichenen Partie. Burnich erfreute sich im 2.Durchgang einer Sonderbewachung durch Hüsing, kämpfte und ackerte aber unverdrossen weiter. Der beste BVB Angriff 10 Minuten vor Schluß. Klasse Kombination zwischen Burnic und Pavlidis, die Burnic mit einem satten Schuß abschloss, leider knapp drüber.




Und wie es dann im Fußball leider oft so ist, machst Du die Dinger vorne nicht fängst Du Dir hinten einen. So auch heute. 5 Minuten vor dem Ende erzielte Schikowski doch noch das 1:0 für Wiedenbrück. Ob verdient oder unverdient ist im Fußball völlig egal. Was zählt sind die Tore, und da war nunmal bei Wiedenbrück 1 und Borussia 0 auf der Anzeigentafel. Wie begossene Pudel schlichen die schwarz-gelben nach Spielschluß vom Feld. Aber sie haben am Mittwoch schon wieder die Möglichkeit zur Wiedergutmachung. Dann nämlich steht um 19.30 Uhr die Nachholpartie gegen Rot-Weiß Oberhausen in der Roten Erde auf dem Programm. 

Schema

SCW: Hölscher, Duschke, Twyrdy, Schaal, Hüsing, Muhovic(67.Schikowski), Zech, Mandt(88.Andreas), Geisler, Latkowski, Loheider(83.Brinkmann).

BVB: 
Oelschlägel, Pieper, Dieckmann(72.Boyamba), Kilian, Ornatelli, Weigl, Burnic(78.Wanner), Bockhorn, Hanke, Isak, Gomez(67.Pavlidis).

Tor: 
Schikowski (85.)  Z.: 716

SR: 
Alexander Busse  SA: Tim Flores, Bastian Lang

Stimmen 

Björn Mehnert: „ Als ich die Aufstellung des BVB gesehen habe musste ich wirklich niemanden mehr motivieren. Ich habe zu Oliver Zech beispielsweise nur gesagt: ‘Oli, wenn Weigl nächste Woche den Eifelturm besucht, dann muss er sich an dich erinnern.Ich sagte, die Namen kennt jeder. Sorgt dafür damit nach dem Spiel auch jeder eure Namen kennt. Die Jungs haben gebrannt und wollten es den Profis zeigen und haben am Ende auch verdient gewonnen, meine ich.“

Jan Siewert: „
„Wir können stolz darauf sein, dass solche Spieler bei uns zum Einsatz kommen. Die U23 ist dafür da, um junge Talente weiterzuentwickeln und Profis Spielpraxis zu gewähren. Das war in Wiedenbrück der Fall. „Eigentlich war das eine typische Nullnummer. Leider kassieren wir dann ein blödes Eier-Tor. Wir haben auch unsere Chancen gehabt und nicht genutzt. Letztendlich hat man einfach gemerkt, dass uns der Spiel-Rhythmus fehlt und natürlich die Abstimmungen durch eine völlig veränderte Elf. In der letzten Saison haben wir hier 4:0 gewonnen waren da aber deutlich im Spielrhythmus.“



Text: Bodo Lünemann, Bilder: Daniel Bremehr (echtebilder.com)






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