U23 ringt Viktoria Köln einen Punkt ab

Aus dem Stadion Rote Erde in Dortmund
berichtet
Bodo Lünemann

Der Auftakt war geglückt. Mit einem 2:1 in den Schlußminuten gewann der BVB beim Start das unangenehme Auswärtsspiel beim Bonner SC und zeigte in diesem Spiel eine Bombenmoral. So ging man in diesem Spiel am Ende nicht unverdient als Sieger vom Platz, nicht zuletzt dank Trainer Jan Siewerts genialer taktischer Maßnahme Stürmer Philipp Hanke als rechten Außenverteidiger aufzubieten. Hanke lief viele Gegenangriffe einfach überragend ab und machte ein heraausragendes Spiel.

Eine Riesenüberraschung hatte Manager Ingo Preuß dann am Ende der vergangenen Woche noch parat. Hatte er es doch geschafft mit Marco Hober den überragenden Akteur der vorletzten Saison von Lotte nach Dortmund zurückzuholen und mit einem Vertrag bis 2021 auszustatten. Aber die BVB Fans müssen noch etwas auf Hober warten, ist der Ex-Bielefelder doch nach einer schweren Verletzung erst Mitte bis Ende September erst wieder einsatzfähig.

Nach dem erneut großen Umbruch innerhalb der Mannschaft bleibt abzuwarten wie schnell es Trainer Siewert gelingt, aus den vielen Neuzugängen und dem kleinen Rest vorhandener Spieler eine schlagkräftige Einheit zu bilden. Einen Abgang gab es dann auch noch zu verzeichnen, der erst zu Saisonbeginn aus Wiesbaden verpflichtete Marc-Andre Kositzki wurde nach einer langen Verletzungspause zur TuS Koblenz ausgeliehen um ihm zu Spielpraxis zu verhelfen. Und nun kam es zum ersten Spitzenspiel der Saison gegen den absoluten Topfavoriten der Liga, Viktoria Köln. Keine leichte Aufgabe also für die U23 so früh in der Saison gegen solch eine Top-Mannschaft zu spielen.

Kein Elfer für uns


Aber die Jungborussen nahmen die Aufgabe an, und wie. Von Beginn an marschierte man auf das Tor der Viktoria. Auch den ersten Warnschuß gaben die Borussen ab, aber Ornatelli zielte leider über den Kasten. Eine Minute später spielte Philipp Hanke wunderbar Pavlidis im Sechzehner frei, dieser wurde klar gefoult. Fairerweise ließ er sich aber nicht fallen sondern taumelte auf den Torwächter zu, der halten konnte. Der berechtigte Elfmeterpfiff blieb allerdings aus.



Trainer Jan Siewert hatte diesmal mit Hanke, Pvlidis und Boyamba gleich drei Stürmer aufs Feld geschickt. Und damit hatte Viktoria Köln ganz offensichtlich Probleme. Und mit der Hitze. Manager Ingo Preuß meinte nach dem Spiel „Die Kölner spielen auch besser und lieber wenn es 15 Grad weniger sind“.

Der BVB machte in den Anfangsminuten auch mächtig Dampf, vergab aber eine Chance nach der anderen. Dies bemängelte Trainer Siewert denn auch nach Spielschluß. Von Viktoria war nach 20 Minuten noch nicht viel zu sehen. Doch in Minute 22 faßte sich Derflinger dann ein Herz und zog aus 30 Metern einfach mal ab.

Den eher harmlosen Schuß hatte Schnapper Reckert wohl unterschätzt und ließ ihn
über die Schulter rutschen und machte ihn dadurch erst scharf. Zum Glück ging dieser gut einen Meter am Tor vorbei.

Fast im Gegenzug zog Pavlidis aus 20 Metern ab und verfehlte das Gehäuse nur um wenige Zentimeter. Nach 25 Minuten unterbrach der Unparteiische für eine Trinkpause, was bei diesen Temperaturen auch äußerst sinnvoll ist. Doch tat diese Unterbrechung den Jungborussen nicht unbedingt gut. Denn unmittelbar danach gab es wegen eines angeblichen Foulspiels Freistoß für die Viktoria. Der ehemalige Ahlener und Hammer Felix Backszat setzte den Freistoß vehement an den Pfosten und den Abpraller versenkte Reiche zur schmeichelhaften 1:0 Führung für Köln. Nicht verdient, aber danach fragt im Fußball keiner.



Der BVB antwortete mit wütenden Angriffen. Es war ein hochklassiges Regionalliga Spiel. Denn jetzt beteiligten sich auch die Kölner daran. Es zählt nämlich auch zu den Stärken einer Spitzenmannschaft, nicht viel fürs Spiel zu tun aber trotzdem in Führung zu liegen. Boyamba hatte die Chance zum Ausgleich, traf aber nicht. Noch strahlt er nicht die absolute Torgefahr aus, die man von ihm erwartet hat. Dennoch tut er sehr viel für das Dortmunder Angriffsspiel. Wenn er endlich mal trifft wird auch sicher bei ihm der Knoten platzen.


Aber Elfer für Köln


Nach etwas mehr als einer halben Stunde drang Holzweiler in den BVB-Strafraum ein, verfolgt von Kilian und der Kölner Spieler fiel, ohne erkennbaren strafwürdigen Kontakt von Kilian zeigte der Pfeiffenmann sofort auf den Punkt.“Den will er auch genauso haben“, stellte Massimo Ornatelli fest. Anders als in der Anfangsphase bei dem klar erkennbaren Foul an Pavlidis. Der Viktoria war`s egal und Golley verwandelte, obwohl Reckert die Ecke ahnte, zur 2:0-Führung für Köln. Damit war das Spiel vollends auf den Kopf gestellt. Die Jungborussen hatten ein mehr als ordentliches Spiel abgeliefert und lagen totzdem zur Halbzeit mit 0:2 hinten.

Zur 2.Halbzeit kam dann Dominik Wanner für Sören Diekmann. Und dieser Wechsel sollte es in sich haben und Trainer Siewert zum „Mann mit dem goldenen Händchen“ machen. Außerdem beorderte er Philipp Hanke wieder zurück in die Defensive, wo er wieder genau wie in Bonn ein hervorragendes Spiel machte.

Dann in der 58.Minute belohnte sich der BVB endlich. Nach einer herrlichen Kombination war es eben der eingewechselte Youngster Wanner, der für den 1:2-Anschlußtreffer sorgte. Zwei Zeigerumdrehungen später zeigte er seinem Trainer es richtig gemacht zu haben, ihn einzuwechseln und erzielte den völlig verdienten und umjubelten Ausgleich. Spätestens jetzt kochte die „Rote Erde“, was nicht an den tropischen Temperaturen lag.


Große Moral


Boyamba mit schönem Schuß, Pavlidis mit Kopfball und Hanke mit schönem Direktschuß nach Eckball hatten allesamt die Führung auf dem Fuß, was Trainer Jan Siewert nach Schlußpfiff nicht restlos glücklich machte, wie er nach dem Spiel verriet. „Den Ball über die Linie zu bringen ist halt die Aufgabe der Spieler. Wenn du das Tor nicht machst, dann wird es schwierig.“ Trotz alledem lobte er auch die riesengroße Moral die seine Mannschaft an den Tag legte.



Das Spiel war scheinbar so heiß dass es nach Spielschluß einen Feueralarm gab, der dafür sorgte, das Stadion zu evakuieren und die anschließende Pressekonferenz platzen zu lassen. Die Evakuierung erfolgte  schnell und geordnet. Im benachbarten Westfalenstadion brach im Technikraum Feuer aus und drohte auf die „Rote Erde“ überzugreifen. Die Spieler durften nicht einmal mehr in ihre Kabinen.

Etwas unglücklich verläuft für die Borussen schon wieder der weitere Saisonverlauf. Gerade ist man so richtig drin in der Serie da wird sie für den BVB auch schon wieder unterbrochen. Das Spiel vom kommenden Wochenende gegen die SG Wattenscheid wird wegen einer Sportveranstaltung in der Lorheide auf den 30.10. verschoben, das darauffolgende Spiel gegen Oberhausen wegen des DFB-Pokalspiels von RWO wurde auf den 29. 8. verschoben. Die Borussen treten also erst wieder am 5.Spieltag in Wiedenbrück an. Wenn das nicht schon gleich zu Saisonbeginn schon wieder Wettbewerbsverzerrung ist.

Dank an der allmächtigen Verband.

BVB:  Reckert - Bockhorn (89. Sechelmann), Pieper, Kilian, Dieckmann (46. Wanner) - Schwermann, Ornatelli, Pflücke (54. Burggraf) - Hanke, Pavlidis, Boyamba

Viktoria: Patzler, Backszat, Popovits, Lang, Reiche, Derflinger, Holzweiler, Golley, Koronkiewicz, Saghiri, Willers.

Tore: 0:1 Reiche (26.), 0:2 Golley (32., Foulelfmeter), 1:2 Wanner (58.), 2:2 Wanner (60.).


Opens window for sending emailBodo Lünemann, 4.8. 2018




Nächstes Spiel: Borussia Dortmund vs. SV Werder Bremen
Aktuelle Infos // Pressekonferenz // Statistik
Copyright 2011 - Gib mich die Kirsche - Das Fußballmagazin aus Dortmund