Endlich einmal belohnt sich die U23

Aus dem Stadion Rote Erde in Dortmund
berichtet Bodo Lünemann

Nach drei Unentschieden in Folge, und daraus resultierend das Verabschieden aus dem Aufstiegsrennen zur dritten Liga, sollte nun endlich mal wieder ein Dreier herausspringen. Aber mit der großen Saisonüberraschung SC Wiedenbrück absolut kein leichter Gegner in die „Rote Erde“. Hinzu kam: Der SC Wiedenbrück wollte die Hinspielschlappe Mitte Oktober (0:4) vergessen machen. Damals spielten die Jungborussen wie aus einem Guß. Und daran wollten sie natürlich auch im eigenen Stadion anknüpfen.


Es war also ein spannendes Spiel mit offenem Visier auf beiden Seiten zu erwarten. Trainer Björn Mehnert, in seiner ersten Saison in Wiedenbrück und in früheren aktiven Zeiten selbst einmal Borusse, wollte den positiven Trend der letzten Wochen natürlich gerne auch in Dortmund fortsetzen. BVB-Trainer Jan Siewert hatte naturgemäß natürlich etwas dagegen und wollte mit seiner Mannschaft in die Erfolgsspur zurück. Es war also bei herrlichem Fußballwetter alles angerichtet, beim Spiel des Tabellenvierten gegen den Fünften. Der BVB musste nur zugreifen und sich endlich einmal für den Aufwand, den sie in den letzten Spielen betrieben haben, belohnen.




Wegen des beinahe zeitgleichen Bundesligaspiels der Borussia in Gelsenkirchen fand das Spiel in der „Roten Erde“ leider vor der Minuskulisse von 212 Zuschauern statt. Ein „Dank“ an den Verband! Die erste Chance im Spiel besaß der SCW, doch der Kopfball nach einer Ecke ging doch deutlich drüber. Der BVB nahm danach das Spiel fest in die Hand.

Ganz kuriose Szene in der 7. Spielminute: Einen lang geschlagenen Ball verlängerte Mainka mit dem Kopf Richtung Wiedenbrücker Tor. Eigentlich eine ganz klare Beute von Schnapper Hölscher, doch ließ dieser das Kunstleder aus den Händen gleiten, direkt vor die Füße von Chato. Dieser wird beim Torschuss von Torwächter Hölscher gefoult, und dem Mann an der Pfeife, der ein gutes Spiel machte, blieb nichts anderes übrig, als auf den ominösen Punkt zu zeigen und zudem Hölscher die Rote Karte. Elfmeter also für Borussia und 87 Minuten in Überzahl. Ex-Wiedenbrücker Bockhorn ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte den Elfer sicher zum 1:0 für Borussia.

Borussia riss jetzt das Spiel noch mehr an sich und erspielte sich eine klare Feldüberlegenheit. Nach einer knappen halben Stunde bot sich Kampetsis die große Chance, den Vorsprung auszubauen. Wunderschön von Rizzo freigespielt, scheiterte er jedoch mit seinem Schuss an Torwächter Weeke, der jetzt das Tor für "Rotkärtchen" Hölscher, hütete. In der 25. Minute war es dann soweit, langer Pass auf Rizzo und dieser ließ sich die Chance auf Ergebniserhöhung nicht entgehen und erzielte mit einem satten Schuss das 2:0. Endlich einmal eine Zwei-Tore-Führung, dies hatte der BVB ja schon lange nicht mehr erlebt.





Der BVB kontrollierte, wie schon in den vergangenen Spielen, Ball und Gegner, nur hatte es da nie zum Sieg gereicht. Das sollte nun anders werden. Zunächst hatte jedoch der SCW die Chance auf den Anschlusstreffer. Nach einem Foul von Sauerland gab es Freistoß direkt an der Strafraumgrenze. Doch der Ball strich an Freund und Feind vorbei und richtete keinen Schaden an. Im direkten Gegenzug marschierte Ornatelli aufs SCW-Tor zu, als er unsanft von den Beinen geholt wurde.

Der anschließende Freistoß von Boadu strich nur ganz knapp am Wiedenbrücker Kasten vorbei. Borussia hatte das Spiel im Griff. Aber das kannte man in der Roten Erde ja aus den vergangenen Spielen schon, wo dann letztendlich ja doch nicht gewonnen wurde. Ganz kurz vor dem Pausenpfiff die große Chance zum 3:0 für den BVB, doch Kampetsis traf nachdem er den Torwächter schon ausgespielt hatte, nur das Außennetz. So blieb es beim hochverdienten 2:0 beim Pausentee. Preußen Münsters Trainer Marco Antwerpen hatte zur Pause genug gesehen, wen immer er auch da beobachtet hat, und verließ die „Rote Erde“.

Und auch im zweiten Durchgang ging es mit den Chancen für den BVB weiter. Die erste hatte Kampetsis kurz nach Wiederanpfiff. Doch sein Schuss wurde zur Ecke abgewehrt. Jedenfalls machten die Jungborussen zu Beginn des zweiten Durchgangs da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten: mit stürmischen Angriffen.

Und diese waren dann auch fünf Minuten nach Wiederbeginn von Erfolg gekrönt. Nach einem schön getretenen Freistoß von Ornatelli netzte Chato per Kopf zum 3:0 ein. Endlich einmal wurde die offensive Spielweise der Jungborussen belohnt. Acht Minuten später lenkte der SCW Keeper den Freistoß von Ornatelli gerade noch so um den Pfosten zur Ecke. Doch der SCW gab sich noch nicht ganz geschlagen. Nach einer guten Stunde Spielzeit jubelten sie plötzlich. Nach einer Unachtsamkeit in der BVB-Deckung entwischte der schnelle Yildirim und erzielte das 3:1.




Doch der BVB ließ sich an diesem Tag auch davon nicht beeindrucken und hatte das Spiel weiter im Griff. Schöne Kombinationen und Torschüsse der Schwarzgelben waren die Folge. Lohn für die dominante Spielweise der Jungborussen war in der Schlussminute ein feiner Angriff über links. Ornatelli setzte sich schön durch und flankte hart in den Strafraum, wo Duschke ins eigene Tor abfälschte und den 4:1-Sieg herstellte. Von dieser Mentalität, die die U23 an den Tag legt, könnten sich die Herren Bundesliga-Profis des BVB, mal eine ganz große Scheibe abschneiden.

Weiter geht es für Borussia schon wieder am nächsten Mittwoch. Zum Nachholspiel geht es zur kleinen Borussia nach Mönchengladbach. Dann am nächsten Samstag zum Wuppertaler SV. Auf gehts!

Schema

BVB: Reimann, Pieper, Chato, Mainka, Bockhorn, Dieckmann, Ornatelli, Sauerland, Boadu (69. Pavlidis), Rizzo (89. Bajner), Kampetsis (78. Ametov).

SCW:
Hölscher, Duschke, Büyüksakarya, Matovina, Hüsing, Wolff (78.Zech), Mohammad (69. Harrer), Batarilo-Cerdic, Geisler, Brinkmann (8. Weeke), Yildirim. 

SR:
Philipp Hüwe

Z.:
220

Stimmen zum Spiel 

Jan Siewert: „Entscheident aber ist, dass wir heute wieder in die Spur zurückkommen wollten. Und dies ist uns definitiv gelungen. Das gelingt uns aber überwiegend nur, wenn wir 90 Minuten nach vorne arbeiten. Dann haben wir auch besseren Zugriff auf den Gegner und spielen uns auch viele Chancen heraus. Wir erzwingen dann auch bessere Situationen. Hätten das Spiel auch früher entscheiden können.

Aber dann merkt man der Mannschaft in vielen Situationen auch immer wieder an, dass sie ja auch sehr, sehr jung ist. Man fällt dann auch immer ein Stück tiefer, hat dann auf einmal auch zuviel Respekt, der Gegner kommt dann immer nochmal auf. Das müssen wir abstellen, da müssen wir noch lernen und dadurch bekommt man Sicherheit die Spiele füher zu entscheiden. Die Chancen hierfür waren da. Das ist so ein Kernpunkt, den wir haben. Wenn man das Spiel heute sieht, oder auch in Wiedenbrück, das waren Spiele auf einem guten Level. Aber die Mannschaft braucht Zeit.“

Björn Mehnert:
„Erstmal Glückwunsch. Ich glaube letztendlich, es ist ein ganz verdienter Sieg für Borussia. Ich will das gar nicht lange ausschmücken, denn es läuft ja noch ein ganz interessantes Spiel da drüben (S04 - BVB). Ich glaube, nach sieben Minute war das Spiel schon gegessen für uns. Wenn man eine so blöde und völlig unnötige Rote Karte bekommt und dadurch gegen eine technisch fussballerische Mannschaft ins Hintertreffen gerät. Dann auch noch das 2. kriegen durch zwei Stellungsfehlern, dann hat man hier natürlich keine Chance. Trotzdem ziehe ich aufgrund der 2. Halbzeit den Hut vor meiner Truppe. Wie gesagt, aufgrund der Vielzahl an Chancen völlig verdient für den BVB.“


Bodo Lünemann - 15.04.2018


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