U23 schickt Rhynern mit 4:1 nach Hause

Aus dem Stadion Rote Erde in Dortmund
berichten Bodo Lünemann und Oliver Römer



Auf dem Papier war die Heimaufgabe gegen Westfalen Rhynern eine scheinbar leichte Aufgabe für die U23-Borussen, wäre da nicht das Hinspiel gewesen. Äußerst schwer tat sich der BVB damals in der Hammer EVORA-Arena, um dann doch noch in den Schlusssekunden den nicht mehr geglaubten 4:3-Siegtreffer zu erzielen. Aber inzwischen ist viel passiert in der Regionalliga West. Die Männer aus dem Hammer Süden sind abgeschlagenes Tabellenschlusslicht und haben auch schon ihren Trainer gewechselt. Also doch eine leichte Aufgabe? 


Trainer Jan Siewert warnte jedoch eindringlich vor dem Spiel, die Hammer Gäste nicht zu leicht zu nehmen. Borussia nahm das Spiel von Beginn an in die Hand und wollte keine Zweifel aufkommen lassen, wer als Sieger das Feld verlässt. Massimo Ornatelli spielte den Ball in der 7. Minute schön auf Evangelos Pavlidis - und die Bochumer Leihgabe vollstreckt schon früh zum 1:0. Eigentlich sollte der Treffer Ruhe und Sicherheit ins Dortmunder Spiel bringen.




„Nach dem Tor ist etwas passiert, wir haben nicht mehr so gespielt, wie vorher“, sagte BVB-Trainer Jan Siewert. Rhynern konnte zwar nichts dagegensetzen, aber der BVB wucherte mit seinen Chancen. Aber wie Westfalia-Präsident schon vor dem Spiel orakelte, glaubte er nicht an eine Überraschung seiner Mannschaft wie im Hinspiel. Der Westfalia diene diese Saison zum Lernen. Die Mittel und Möglichkeiten wie bei anderen Vereinen sei in Rhynern ohnehin nicht gegeben. Und er sollte Recht behalten.

Nach einer guten Viertelstunde helle Verwirrung im Gäste-Strafraum. Aber weder Hanke noch Bockhorn oder Arweiler konnten den Ball über die Linie drücken. Auch nach einer halben Stunde hatte die Borussia nichts anbrennen lassen, sich eine Vielzahl an Chancen erspielt - einzig das zweite Tor fehlte. Und weiter ging der Dortmunder Chancenwucher. Der Ball wollte einfach nicht mehr über die Linie. Hanke schoss gar einen Rhyneraner Verteidiger auf der Linie an.

Pausenloser Support peitscht BVB nach vorne

Die Ultras feuerten den BVB pausenlos an und hatten den Glauben an einen zweiten Treffer noch nicht verloren. Aber auch der Anhang der Hammer Vorstädter machte ordentlich positiv Betrieb auf der Tribüne. Obwohl es das Spiel ihrer Mannschaft eigentlich gar nicht hergab, peitschten sie das Team immer wieder lautstark an. Die Stimmung war also top in der Roten Erde.




Zur Halbzeit musste man sich echte Sorgen um Schnapper Dominik Reimann machen, dass er Frostbeulen bekam, so wenig hatte er zu tun bekommen. Die Borussia machte ihrerseits viel zu wenig aus ihren Möglichkeiten. So blieb es zur Pause beim hochverdienten und viel zu niedrigen 1:0, wie auch Teddy de Beer anmerkte, der trotzdem guter Dinge war ob der Leistung des BVB. Auch Rhynerns Präsident war zur Halbzeit mit dem 0:1 einverstanden. Konnte er logischerweise auch sein.

Trainer Siewert reagierte zur Pause und brachte Pflücke für Arweiler, der nach seiner langen Verletzungspause kräftemäßig am Ende war, was aber ganz normal ist. Bis dahin hatte er sich in den Zweikämpfen aufgerieben. Eine Minute war in der zweiten Hälfte gespielt, da versiebte die Borussia die nächste Großchance. Pflücke schoß am leeren Tor vorbei. Fünf Minuten nach Wiederbeginn war es dann endlich soweit. Schöner Angriff über die rechte Seite und Philipp Hanke vollstreckte endlich, endlich zum längst überfälligen 2:0. Jan Siewerts Halbzeitansprache schien gefruchtet zu haben.

Nach einer knappen Stunde bot sich dem schnellen Philipp Hanke die große Möglichkeit, das Ergebnis gegen seinen Ex-Verein noch höher zu schrauben. Nach einem tollen Sprint ging er alleine auf das Blau-Weiße Tor zu und scheiterte am Torwächter Hahnemann, der ausgezeichnet reagierte. Rhynern sorgte sich jetzt auch um den Gesundheitszustand von Reimann und schoss doch öfter aufs Dortmunder Tor.




Als dann Herbert Bockhorn bei einem Sturmlauf im Gästestrafraum gefoult wurde ,gab es zu Recht Elfmeter für den BVB. Massimo Ornatelli ließ sich diese Chance nicht entgehen und vollstreckte sicher zum 3:0. Gut zehn Minuten vor dem Ende der wohl schönste Angriff der Borussia: Über die linke Seite schickte Hanke mit einem schönen Pass Pflücke auf die Reise, der legte den Ball wieder zurück auf den in den Strafraum sprintenden Hanke. Und dieser vollstreckte sehenswert zum 4:0. Eine Minute vor Schluss erzielte Tekiela mit einem sehenswerten Konter für in der zweiten Halbzeit mutigere Westfalia den 4:1-Endstand.

Am Ende stand ein hochverdienter, wenn auch zu niedriger Sieg zu Buche. „Jedes Spiel in der Regionalliga ist schwer. Und gerade die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte wehren sich mit allen Mitteln, das wird auch am nächsten Wochenende in Erndtebrück der Fall sein“ meinte nach Spielschluss ein verärgerter, aber ob des Sieges dennoch glücklicher Trainer Jan Siewert. Erschwerend hinzu kommt am nächsten Samstag, beim nächsten Abstiegskandidaten, dass das Spiel auf ungewohntem Kunstrasen stattfindet. Aber um in der Tabelle oben dran zu bleiben, müssen Trainer Siewert und seine Jungs auch da Lösungen finden. 

Schema

BVB: Reimann, Pieper, Dieckmann (81. Bouali), Chato, Mainka, Bockhorn, Pavlidis (57. Bah-Traore), Hanke, Ornatelli, Sauerland, Arweiler (46. Pflücke)

Westfalia: Hahnemann, Polk, Cieslak, Beilfuß (63. Buschening), L. Kleine, Neumann, J.Kleine, Gambino (81. Gensicke), Ricke (48. Tekiela), Wiese, Arenz

SR: Tim Pelzer

Z.: 1.096 

Stimmen

Jan Siewert: „Jeder hat erwartet, dass wir das Spiel gewinnen, aber es war gar nicht so einfach. Zum Glück haben wir vier Tore gemacht und nur eines bekommen. Nach dem 1:0 habe ich irgendwas bei meiner Mannschaft bemerkt, hatte das Gefühl, dass wir nach diesem Tor anders gespielt haben als vorher.




Nach der Pause sollte die Mannschaft mit dem Gefühl eines 0:0 aus der Kabine gehen. Als würde man das 1:0 noch erzielen müssen. Wir haben Chancen zugelassen, über die ich sauer bin, das meine ich nicht despektierlich, aber es hätte auch 7:0 ausgehen können. Es hätte aber auch 4:4 ausgehen können. Ich bin mit der Art, wie wir die Chancen zugelassen haben, nicht zufrieden. Philipp Hanke hätte heute Torschützenkönig werden können, er hat aber dennoch ein gutes Spiel gemacht.“

Torsten Garbe: „ Ich habe dennoch eine gute Leistung meiner Mannschaft gesehen, das hört sich nach einem 1:4 doof an, aber die Leistung lässt keinen Vergleich zu dem 0:7 im Uerdingen-Spiel zu. Normalerweise freut man sich bei einem 4:0 nicht, aber über das 4:1 habe ich mich gefreut. Wir haben es verdient gehabt, ein Tor zu schießen. Wir wären auch für zwei oder drei Tore gut gewesen. Die Stimmung im Stadion war sehr gut, und unsere Fans haben uns super unterstützt.“



Text: Bodo Lünemann, Bilder: Oliver Römer - 27.03.2018











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