Große Enttäuschung bei der U23

Vom Spiel im Waldstadion in Wegberg-Beeck
berichtet Bodo Lünemann

 

Ganz anders hat sich die U23 von Borussia Dortmund den Auftakt in den knallige Oktober-Spielereigen vorgestellt. Gegen Aufsteiger FC Wegberg-Beeck sollten auf jeden Fall drei Punkte her, um den Anschluss an die Tabellenspitze nicht zu verlieren. Es wurde eine herbe Entscheidung, denn der BVB spielte nur 1:1.

Die U23 des BVB hat in den kommenden sieben Tagen gleich drei Spiele vor der Brust. Am Dienstagabend stand das Nachholspiel beim FC Wegberg-Beeck auf dem Programm, Samstag geht es zum SC Wiedenbrück und am kommenden Dienstag zum nächsten Nachholspiel bei der U23 der Düsseldorfer Fortuna. Und nach diesen Spielen wird man schon erkennen können, wohin der Weg in dieser Saison geht - ob man sich oben in der Tabelle festsetzt oder ob es wirklich nur eine Momentaufnahme war, wie Trainer Jan Siewert kürzlich sagte.




In jedem Fall musste er auf Janni Serra und Eike Bansen verzichten, die beide für Deutschland aktiv waren. Allerdings kamen auch Beyhan Ametov und Anargyros Kampetsis früher von ihren Nationalmannschaften zurück, so dass sie genau wie die lange verletzten Massimo Ornatelli und Joo-ho Park gegen den abwehrstarken Aufsteiger Wegberg-Beeck zur Verfügung standen. So gab es sechs Veränderungen in der Startelf. Nach zuletzt drei sieglosen Spielen und dabei ohne einen eigenen Torerfolg sollte in Wegberg unbedingt ein Sieg her.

Forscher Beginn und frühe Führung

Dementsprechend forsch ging die Siewert-Truppe das Spiel nahe der niederländischen Grenze dann auch an. Die erste Chance hatte der überraschend, aber nicht unverdient in der Anfangsformation stehende Phillip Hanke, dessen Schuss aber zur Ecke abgewehrt wurde. Nach einer Viertelstunde brachte Pflücke einen Freistoß von halbrechts hoch vor das Wegberger Tor, Mainka schraubte sich hoch und köpfte zur 1:0-Führung für den BVB ein, was von der für ein Dienstagabendspiel stattlichen Dortmunder Kulisse mit Bengalos gefeiert wurde.




Nach 20 Minuten der erste Wegberger Torschuss. Doch Reimann zeigte sich auf der Höhe und fing den Ball mühelos ab. Die reifere und abgeklärtete Spielweise lag erwartungsgemäß auf Dortmunder Seite. Wegberg hielt eine großartige Kampfkraft dagegen. So spielte sich das Geschehen hauptsächlich im Mittelfeld ab, Tormöglichkeiten blieben auf beiden Seiten Mangelware. Bemerkenswert wieder einmal, wie so oft zu Hause in der Roten Erde, die über 90 Minuten pausenlose Anfeuerung der zahlreichen Dortmunder Fans.

Kurz vor der Halbzeit noch einmal eine gefährliche Aktion der Borussen. Nach einem Pflücke-Eckball köpfte Mainka den Ball knapp über den Querbalken. So blieb es zur Pause beim knappen 1:0. Den schwarz-gelben muss man vorwerfen, nicht energischer auf das 2:0 gegangen zu sein. Oftmals rächt sich so etwas im Fußball.

Feuerwerk gibt's nur auf den Rängen

Direkt nach der Pause ein wahres Feuerwerk der Dortmunder. Aber leider nur unter den Zuschauern. Zum wiederholten Mal musste der Stadionsprecher die „Fans“ ermahnen, das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und ähnlichem zu unterlassen. Die erste Chance der zweiten Halbzeit hatte der Aufsteiger aus Wegberg, doch der Kopfball wurde eine leichte Beute für Reimann.

Im Dortmunder Fanblock brannte es inzwischen lichterloh. Die Dummen sterben leider nie aus. Dachte man, die hirnlosen Dummköpfe kämen einzig aus der verbotenen blauen Stadt, musste man sich heute eines Besseren belehren lassen. Nach 65 Minuten unterbrach der Schiri das Spiel. Nach kurzer Zeit, das Feuer war erloschen, ging es dann aber doch weiter. Aber anstatt sein Heil weiter in der Offensive zu suchen, beschränkten sich die Jungborussen auf Ergebnissicherung. Nach drei sieglosen Spielen in Folge zwar verständlich, aber mehr Offensivarbeit wäre sicher die bessere Variante gewesen. Und so kam es, wie es kommen musste.




In der 77. Minute ein eigentlich harmlos aussehender Freistoß aus dem Halbfeld in den Strafraum geschlagen, ein harmlos aussehender Kopfball von Fäuster senkte sich im letzten Moment und überraschte so Schnapper Reimann, der den Ball zum Ausgleich passieren lassen musste. Nichts war es mit den angestrebten drei Punkten.

Zu gefallen wussten auf Dortmunder Seite Park, der auf seiner linken Abwehrseite nicht viel zu ließ und mit Abstrichen Hanke, der durch kluge Zuspiele zu gefallen wusste. Jetzt geht es Samstag zum starken SC Wiedenbrück - auch im Ostwestfälischen hängen die Trauben hoch.
 

Schema

WBB: Zabel, Fäusterm Passage, Wilms Tobor, Küppers, Holtby, Lambertz (78. Post), Hasani, Szymczewski (65. Czichi), Dagistan (83. Zayton)

BVB:
Reimann, Steurer, Mainka, Bah-Traore, Park, Dieckmann (73. Ametov), Pflücke, Ornatelli, Eberwein, Hanke (87. Bouali), Kampetsis.
SR: Nico Fuchs  
Z.: 821

Stimme

Jan Siewert: "Das Ergebnis geht in Ordnung. Wir haben es versäumt, den zweiten Treffer nachzulegen und im zweiten Durchgang zu viele Standards zugelassen. Das ist natürlich sehr enttäuschend für uns. Und dann flutscht halt so ein Ding mal rein."


Bodo Lünemann, Bilder: Archiv - 10.10.2017





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