U23 – Elfmeter verschossen – 0:0

Aus dem Stadion Rote Erde in Dortmund
berichtet Bodo Lünemann



Die Bilanz der letzten Partien fiel schon dürftig aus, die U23 von Borussia Dortmund schwächelte doch arg im September. Nach zwei Niederlagen in Folge sollte unbedingt ein Sieg her. Da kam der Aufsteiger aus Erndtebrück eigentlich gerade recht, belegte der TuS zudem noch einen Abstiegsplatz in der Regionalliga. Eigentlich eine klare Sache – eigentlich. Aber der Fußballexperte weiß auch, solche Spiele sind die Schwierigsten. Hat der Gegner doch überhaupt nichts zu verlieren, der Favorit hingegen alles. Und der BVB war klarer Favorit. So wurde es dann nix - eine Nullnummer in der Roten Erde.

Kurz vor Spielbeginn war BVB-Trainer Jan Siewert noch zu einer kurzfristigen Änderung gezwungen. Schnapper Dominik Reimann stand auf der Autobahn im Stau und so musste Eike Bansen von Beginn an unter die Latte. Pünktlich zum Spiel hatte auch starker Regen eingesetzt in Dortmund. Von Beginn an ergriff der BVB die Initiative. Doch kurz vor der 16m-Linie war meistens Schluss, dort stand der TuS sehr massiv um das eigene Tor zu verteidigen. Und das taten sie ganz gut.

Nach zehn Minuten hatte Bah-Traore die große Möglichkeit, seine Farben in Führung zu schießen, doch sein Schuss war viel zu zentral und landete so in den Armen von Torsteher Aubele, der für den grippekranken Stammtorwächter Timo Becker, das Tor hütete.

Glitschiges Geläuf macht Fußball schwierig

Die Aktionen erwiesen sich für beide Mannschaften auf dem regennassen und tiefen, glitschigen Geläuf als teilweise sehr schwierig. So blieben in der ersten Hälfte Torgelegenheiten auf beiden Seiten Mangelware. Und je länger das Spiel dauerte, umso mehr verwandelte sich das Geläuf in der altehrwürdigen Kampfbahn Rote Erde immer mehr zum „Kartoffelacker“. Gefahr für eines der beiden Tore entstand praktisch nur aus Standardsituationen. So, als nach einer guten halben Stunde nach einem TuS-Konter Selishta nur um Zentimeter verpasste.



Nach einem Eckball dann Pech für Borussia, als ein Kopfball von Mainka kurz vor der Linie geklärt wurde. Die Angriffe der Jungborussen wirkten insgesamt zu überhastet. Man merkte ihnen an, hier und heute unbedingt gewinnen zu wollen. Der schwere Stand auf diesem Boden kam dann natürlich erschwerend hinzu. Herbert Bockhorn versuchte wenigstens hin und wieder mit Tempoläufen über die rechte Angriffseite für Gefahr zu sorgen. Aber auch diese verpufften meist wirkungslos. So blieb es zur Pause beim leistungsgerechten und enttäuschenden 0:0. In der zweiten Halbzeit kamen die gleichen Akteure aufs Feld, aber es blieb auch beim gleichen ereignislosen Spiel wie in Durchgang eins. Eben passend zum tristen Wetter mit Dauerregen.

Serra schießt noch mehr Regen aus den Wolken

In der 52. Minute dann eine Riesenchance für Schwarz-Gelb: Wunderbar angespielt, kommt der Ball zu Serra, der dreht sich einmal um seinen Gegenspieler, aber dann schießt er noch mehr Regen aus den Wolken – drüber. Wie ein Blitz aus düsterem Himmel kam drei Minuten später der Pfiff von Schiedsrichter Delfs und seine Gestik deutete gen Elfmeterpunkt. Was war passiert ? Einmal ein schön vorgetragener Angriff der Borussia über die rechte Seite, eine Flanke in den Strafraum und dann hatte der Schiri ein Handspiel eines Erndtebrück-Spielers gesehen. Patrick Mainka übernahm sofort das Spielgerät und Verantwortung und schritt zum Punkt. Aber leider schoss er den Ball flach in die Ecke, der Torsteher Aubele tauchte dorthin und parierte den Ball. Da war die Superchance in Führung zu gehen dahin.



Zehn Minuten nach dieser Aktion traf Michael Eberwein den Pfosten und spätestens da wussten die nur 243 Zuschauer, heute wird man kein Tor mehr zu sehen bekommen. Der „Wembley-Rasen“ in der Roten Erde hatte sich auch schon vollends verabschiedet, und so tat der „schwarze Mann an der Pfeife“ das einzig Richtige und beendete die Begegnung mit einem erlösenden Pfiff.

Schema

BVB: Bansen, Steurer, Mainka, Bockhorn, Dietz, Eberwein, Pflücke (85. Hanke), Ametov (78. Ornatelli), Bah-Traore, Sauerland, Serra (68. Kampetsis)

TuS:
Aubele, Konate (83. Böhmer), Covic, Treude, Selishta, Tabaku, Nishia (80. Rente), Niemann, Ludmann, Jordan, Kandita (68. Saka)

SR:
Robin Delfs  
Z.: 243

Stimmen zum Spiel

Jan Siewert: „Wir haben Erndtebrück gegen Oberhausen und Viktoria Köln gesehen, wo sie zwei fantastische Spiele gemacht haben. Daher wussten wir auch, was uns erwartet. Das Balltempo ist entscheidend bei uns – und wenn der Platz so aussieht wie er aussieht, dann ist es relativ schwierig. Größten Respekt vor der Art und Weise, wie wir versucht haben, Fußball zu spielen. Das Spiel war sehr lehrreich für uns. Man darf nicht vergessen, es ist die jüngste U23, die der BVB jemals hatte, aber wir müssen einfach das Tor machen.

Dominik Reimann stand im Stau, da ging gar nichts. In solchen Situationen muss man den Spieler dann auch schützen, bevor er mit Stress da rein geht. Deshalb hat Eike Bansen von Beginn an gespielt.“

Florian Schnorrenberg;
„Wir machen es in der ersten Halbzeit für unsere Verhältnisse fast perfekt. Wenn man hier spielt, hat man immer gehörigen Respekt. Im Lauf der zweiten Halbzeit ist es für die Mannschaft mit weniger Ballbesitz dann öfter so, dass die Kräfte nachlassen. Das ist dann auch so passiert. Wir sind überglücklich, mit einem Punkt nach Hause zu fahren“ 



Bodo Lünemann, Fotos: Archiv - 30.09.2017






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