U23 schlägt auch Favoritenschreck Rödinghausen

Aus dem Stadion Rote Erde in Dortmund berichten
Bodo Lünemann
und
David Inderlied


Der SV Rödinghausen war recht gut mit drei Siegen, zwei Unentschieden und einer Niederlage in die Saison gestartet. Dabei gab es gegen die Top-Favoriten Viktoria Köln (3:2) und Fortuna Düsseldorf II (4:3) überraschende Siege. Dementsprechend groß war der Respekt des BVB vor dieser Partie. Man wusste es wird kein Spaziergang, und so kam es denn auch. Der Ex-Borusse Alfred Nijhuis hat in Ostwestfalen als Trainer bisher sehr gute Arbeit geleistet.

Verstärkung gab es aus der Bundesligamannschaft in Person von Julian Weigl und Jadon Sancho, der Neuerwerbung aus England. Und beide machten, nach Ansicht von Trainer Jan Siewert, ihre Sache dann auch gut.


Erstklassige Ballbehandlung zeige das erst 17-jährige Ausnahmetalent sofort von Anfang an

Der SV Rödinghausen legte zu Beginn des Spiels auch stürmisch los. Prüfte gleich einmal Reimann, der sich aber nicht überraschen ließ. Nach vier Spielminuten zeigte dann der BVB, was er drauf hat. Sancho dribbelte sich in den Rödinghauser Strafraum umspielte noch zwei Gegenspieler und passte dann zentimetergenau auf Mitspieler Janni Luca Serra, der nur noch den Fuß hinhalten brauchte und zur 1:0 Führung einnetzte. Zwei Minuten später dann ein starker Pass von Weigl nach Außen auf Sauerland, doch dessen scharfe Hereingabe verpasst Serra diesmal.

BVB muss zittern und schießt das 2:0

Der BVB hatte nun klar Oberwasser. Nach zehn Minuten gab es Arbeit für Torwächter Dominik Reimann. Einen scharfen Schuss von Rödinghausen entschärfte er gekonnt, es wäre ohnehin Abseits gewesen. Die nächste SVR-Chance war schon knapper, der Ball strich nur haarscharf über die Querlatte. Genau wie drei Minuten später auf der anderen Seite, als Sauerland auf den Kopf von Serra flankte.

In der 20. Minute dann ein fataler Fehlpass von Bah-Traore. Er wollte zu Schnapper Reimann zurückspielen und schob den Ball einem Rödinghauser maßgerecht in den Fuß, der lief mutterseelenallein auf das Dortmunder Tor zu. Aber glücklicherweise verzog er den Torschuss und der Ball strich am Gehäuse vorbei. Dies hätte gut und gerne der Ausgleich sein können, aus SVR Sicht sein müssen. Doch die Borussen hatten sich schnell von diesem Missgeschick erholt.



Weigl störte den SVR immer wieder im Spielaufbau, sodass die Gäste aus dem Ostwestfälischen Schwierigkeiten hatten, überhaupt ins Spiel zu kommen. Anders die Jungborussen. Nach einer knappen halben Stunde, ein feiner Pass von Pflücke auf den starken Herbert Bockhorn. Der fackelt nicht lange, visiert das lange Eck an und versenkt die Kugel eiskalt zur völlig verdienten 2:0-Führung. Ein Rödinghauser Distanzschuss ist dann zu ungefährlich, um Dortmunds Torwächter zu überraschen.

Chef im Ring, aber auf der Hut

Kurz vor dem Pausenpfiff dann doch noch eine große Chance für den SVR. Ein langer Ball flog über die gesamte schwarz-gelbe Abwehr. Doch der hinten lauernde Bülter drischt die Kugel ans Außennetz. So blieb es beim 2:0-Pausenstand. Die Dortmunder U23 war in der 1. Hälfte klar Chef im Ring, musste aber immer auf die gefährlichen Konter der Rödinghauser achten.

Zur Pause kam es dann erwartungsgemäß zu den vorher mit Trainer Peter Bosz abgesprochenen Wechsel von Sancho und Weigl. Es kamen Dietz und Ametov in die Partie. Die beiden fügten sich nahtlos ins BVB-Spiel ein. Der eben eingewechselte Beyhan Ametov erhöhte in der 57. Minute gar auf 3:0. Die Vorentscheidung? Nein. Denn anstatt weiter so zielstrebig den Torerfolg zu suchen, beschränkte man sich auf Ergebnisverwaltung. Und dies tut selten gut.



So auch an diesem frühherbstlichen Nachmittag in Dortmund. Durch vorher nie gesehene Fehler im Spielaufbau machte man den Gegner wieder stark und half ihm in die Spur zurück. Eine gute Viertelstunde vor Schluss wurde ein Rödinghauser Eckball viel zu kurz abgewehrt und Bülter ließ sich nicht lange bitten, das 3:1 zu erzielen. Jetzt warf Rödinghausen noch einmal alles in die Waagschale und erzielte in der 92. Minute prompt das 3:2 durch den ehemaligen Rot-Weiss Essen Spieler Konstantin Möllering. Aber zu mehr reichte es dann nicht mehr. Die jungen Borussen brachten den Sieg dann gekonnt über die Zeit.

Die vor der Pause aktiven Sancho und Weigl machten ihren Job zufrieden stellend, obwohl bei beiden noch viel Luft nach oben ist, aber verständlich nach über zwei Monaten Spielpause. Herbert Bockhorn lieferte eine starke Vorstellung ab, genau wie Schnapper Reimann und der nimmermüde Michael Eberwein. Als nächster Gegner wartet Top-Favorit Viktoria Köln auf den BVB.

Schema

BVB: Reimann, Steurer, Mainka, Bockhorn, Eberwein, Pflücke, Bah-Traore, Sauerland, Weigl (46. Dietz), Sancho (46. Ametov), Serra (80. Chato)

SVR:
Heimann, Flottmann, Kunze, Steffen, Englmann, Bülter, Lunga (56. Möllering), Knystock, Kacinoglu (72. Firmino), Latkowski, Kunze

Schiedsrichter:
Dustin Sikorski  
Zuschauer: 301

Stimmen zum Spiel 

Jan Siewert: „Der vierte Sieg in Folge macht mich stolz. Es war wichtig, dass wir gegen eine starke Mannschaft wie Rödinghausen früh in Führung gegangen sind. Wir wollten es gezielt zu Ende spielen und hätten uns gefreut, wenn es beim 3:0 geblieben wäre. Es war kein einfaches Spiel. Das 3:2 spiegelt den Spielverlauf aber gut wieder. Wir wollen weiter daran arbeiten, die Spiele konstant zu Ende zu bringen. Und da gebe ich Alfred recht, Verteidigung ist ein elementarer Teil im Fußball. Wir haben eine sehr junge Mannschaft und da merkt man es immer wieder, dass wir es noch nicht konstant zu Ende spielen. Es macht mir sehr viel Spaß zu sehen, wie hungrig diese Mannschaft auf Siege ist."



Alfred Nijhuis:
„Ich fahre jetzt mit gemischten Gefühlen nach Hause. Wir sind defensiv nicht richtig zum Ball gegangen. Man muss sich auch mal ein Herz fassen und mit allem, was man hat, versuchen ein Tor zu verhindern. So ein Tag schmerzt mich sehr.“


Opens window for sending emailBodo Lünemann, David Inderlied (Fotos) - 09.09.2017


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