U23 siegt an Siewerts Geburtstag

Aus dem Stadion Rote Erde in Dortmund
berichtet Bodo Lünemann

Die U23 der Dortmunder Borussia hatte schon Respekt vor den ebenfalls ungeschlagenen Gladbacher Fohlen. Dies bestätigte Trainer Siewert, der am Spieltag Geburtstag hatte, auch so in der anschließenden Pressekonferenz. Hatten die Gladbacher doch am vergangenen Wochenende die bis dahin souverän spielende und siegende U23 der Düsseldorfer Fortuna geschlagen.

So begann das Spiel dann auch von gegenseitigem Respekt geprägt. Dennoch traten die Dortmunder von Beginn an sehr selbstbewusst auf und versuchten, das Spiel zu prägen. Aber auch den Gladbachern merkte man in der Anfangsphase an, dass sie sich nicht kampflos ergeben wollten. Und sie starteten einige gefährliche Angriffe, ohne dabei allerdings gefährlich im Abschluss zu werden. Trotzdem ging die Anfangsviertelstunde an die Fohlenelf.



Nach dieser Viertelstunde die erste Dortmunder Großchance: Einen Fehlpass der Fohlen nahm Pflücke auf, spurtete mit dem Ball über das halbe Spielfeld, spielte klug auf Ametov in vorderster Front. Jedoch kann dieser das Spielgerät in aussichtsreicher Position nicht unter Kontrolle bringen und Gladbach klären. Doch war dies praktisch das Signal zur Dortmunder Abteilung Attacke.

Sonderlob für Bah-Traore

Nur vier Minuten später lag der Ball im Glabacher Netz, doch leider von Ametov aus Abseitsposition dorthin befördert. Weitere fünf Zeigerumdrehungen später lässt Gladbachs Torwächter den Ball fallen und um ein Haar wäre Eberwein zur Stelle gewesen. Der BVB bestimmte jetzt eindeutig das Spiel. Fast alle Angriffe liefen über die sehr agilen Eberwein und Ametov. Und Michael Eberwein hatte nach einer guten halben Stunde auch die nächste Torchance, doch wurde sein Schuss von Torwächter Nicolas gehalten. Ein Fleißkärtchen verdiente sich in der Defensive ein ums andere Mal Haymenn Bah-Traore, der von Trainer Siewert in die Startelf beordert wurde. Bah-Traore stand hinten sicher und schaltete sich auch immer wieder in den Angriff ein. Obwohl vom Trainer vornehmlich mit der Aufgabe des Verteidigens bedacht.

Die Gladbacher Fohlen hatten in der gesamten ersten Halbzeit nicht eine wirklich gefährliche Torchance. Man hatte das Gefühl Dortmunds Schnapper Reimann hätte ruhig schon einmal den Geburtstagskaffee für Trainer Jan Siewert kochen können. Spielerisch zeigten zwar beide Mannschaften durchaus, was sie so drauf haben, aber keinem gelang ein Tor in Hälfte eins. Vom Gladbacher Bundesligaspieler Mike Feigenspan war bis dahin glücklicherweise überhaupt nichts zu sehen, er war bei David Sauerland in guten Händen. Allerdings vom Dortmunder Mittelstürmer Serra auch nicht. Ebenso vom Dortmunder Herbert Bockhorn, der in den letzten Spielen so stark auftrat, kam in der ersten Hälfte herzlich wenig. So ging es folgerichtig mit 0:0 in die Pause.




Zum zweiten Durchgang kamen beide Teams unverändert auf Feld. Allerdings wurde erwähnter Herbert Bockhorn zur 2. Hälfte deutlich stärker. Er war es auch, der sechs Minuten nach Wiederanpfiff Patrick Pflücke auf die Reise schickte, der von der rechten Außenbahn auf Eberwein spielte. Der Stürmer hämmert das Kunstleder an den rechten Außenpfosten. Hier hätte es 1:0 stehen können. Aber wer ständig und unentwegt nach vorne marschiert, der darf dann auch einmal das Glück beanspruchen. Das hatten die Schwarz-Gelben dann in der 54. Minute in Person von Fohlen Torwächter Moritz Nicolas. Sein missglückter und zu kurz geratener Abstoß landete bei Herbert Bockhorn. Der ließ zwei Gladbachern das Nachsehen und erzielte aus kurzer Distanz das längst fällige 1:0 für die richtige Borussia.

Fohlen kommen in Überzahl zum Ausgleich

Die Dortmunder Freude dauerte jedoch nur sieben Minuten. Bah-Traore lag außerhalb des Spielfeldes und musste behandelt werden, da rafften sich die Fohlen gegen zehn Dortmunder doch einmal zu einem Konter auf. Der landete schließlich am Pfosten und der freistehende Torjäger Yeboah schob den Abpraller zum schmeichelhaften Ausgleich ein. Für den verletzten Bah-Traore kam nun Philipp Hanke ins Spiel. Und dies sollte sich auszahlen. Hanke brachte noch einmal mächtig Schwung in den Borussen-Angriff. Seine Spurtstärke ist ja in Dortmund und Umgebung hinlänglich bekannt, nicht aber wohl in Mönchengladbach. In der 77. Minute startete er über die rechte Seite einen fulminanten Tempolauf und bediente in der Mitte maßgerecht Beyhan Ametov und der sagte „DANKE HANKE“ und erzielte das gerechte 2:1.

Die Vorentscheidung verpasste der stark spielende Michael Eberwein in der 83. Minute, als er einen Elfmeter verschoss und ihn dem Torwächter unplaziert in die Arme schob. So musste der BVB unnötigerweise in der letzten Minuten noch um den Sieg zittern. Noch ein paar Minuten Nachspielzeit dann war der dritte Saisonsieg, unter den Augen von Günter Kutowski, Teddy de Beer und Dan-Axel Zagadou, perfekt. Und dies hochverdient.



Übrigens hat der ausgeliehene Borusse Amenyido heute sein Debut für VVV-Venlo bei der 0:2 Heimniederlage gegen Ajax Amsterdam gegeben. Die schwarz-gelben Borussen klettern in der Tabelle auf Platz 2 bei noch einem ausstehenden Nachholspiel in Wegberg-Beek.Das nächste Spiel für die Dortmunder Borussia ist wegen diverser Abstellungen für Nationalmannschaften erst am 9. September 14 Uhr gegen SV Rödinghausen in der „Roten Erde“.

Schema

BVB: Reimann, Steurer, Mainka, Bockhorn, Bah-Traore(61.Hanke), Dietz, Pflücke(90.Bouali), Ametov, Sauerland, Eberwein, Serra(70.Kampetsis)

MG:
Nicolas, Egbo, Komenda, Mayer, Benger(80.Hoffmanns), Cuisance(88.Mustafic), Herzog(60.Makridis), Kraus, Rütten, Feigenspan, Yeboah

Tore:
1:0 Bockhorn, 1:1 Yeboah, 2:1 Ametov

SR:
Bandurski
Z.: 1.485

Stimmen zum Spiel

Arie van Lent: „Erstmal Glückwunsch an den Gegner. Ja, hochverdienter Sieg. Wir haben heute ein schlechtes Spiel gemacht. Das lag aber auch daran, dass es der Gegner sehr gut gemacht hat. Letzte Woche hab ich viel Grund gehabt, um Komplimente an meine Mannschaft zu verteilen, heute muss ich fairerweise sagen, kann ich nur an den Gegner Komplimente geben. Bis auf die erste Viertelstunde, wo wir das Gefühl hatten, wir machen es ganz ordentlich, haben wir eigentlich gar nichts gemacht. Über das ganze Spiel betrachtet war es einfach zu wenig und die Niederlage geht absolut in Ordnung.“

Geburtstagskind Jan Siewert:
„Ja danke. Das Kompliment von Arie nehme ich gerne auf. Ja, ich denke auch, meine Mannschaft hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Man muss ehrlich sagen, ich hatte richtig Respekt vor Gladbach weil ich weiß, dass sie es toll machen. Als wir sie uns vorher angeschaut hatten, wussten wir: Das wird ein richtig harter Brocken und das war es für mich auch. Wir mussten schon richtig Gas geben.

Wir haben es versucht, über den Ballbesitz heute zu regeln. Weil wir wussten, wenn sie ins Spiel kommen, haben sie eine immense Qualität. Und das mussten wir halt unterbinden. Ich bin froh, muss ich ehrlicherweise sagen, ich glaub beim Tor waren wir in Unterzahl, dass wir das dann noch mal drehen. Ich hab es schon einmal gesagt, es spricht für die Moral der Jungs, sie knallen sich rein und wollen es bis zum Ende biegen. Da bin ich glücklich drüber. Glücklich bin ich auch über die Art und Weise, wie wir die Torchancen dann verwertet haben. Deshalb Kompliment an die gesamte Mannschaft und Mönchengladbach und Arie alles Gute“.


Bodo Lünemann, Fotos: Archiv - 27.08.2017










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