U23: Sieg in letzter Minute

Aus dem Stadion Rote Erde in Dortmund
berichten Bodo Lünemann und Sascha Rudolph


Nach der Zwangspause wegen des ausgefallenen Spiels am letzten Wochenende in Wegberg-Beeck stand jetzt das Spiel gegen die Bochumer Vorstädter an. Die SG Wattenscheid 09 holte aus den ersten beiden Saisonspielen einen Punkt, beim 2:2 in Erndtebrück. Der ehemalige Bundesligist wollte also gegen den BVB unbedingt punkten, um nicht gleich zu Saisonbeginn hinter der Musik hinterherlaufen zu müssen. Es versprach also ein spannendes Spiel zu werden.

Nun, spannend wurde es auch. Wenn auch nicht immer hochklassig, aber spannend allemal. Gleich zu Beginn des Spiels scheiterte Ornatelli mit seinem Schuss an Torwächter Sancaktar. Doch schon ein paar Minuten später sendete auch der Wattenscheider Erwig-Drüppel mit seinem Distanzschuss ein Lebenszeichen. Die Jungborussen bestimmten zwar das Spielgeschehen in der Anfangsphase, mussten aber immer auf der Hut sein vor den gefährlichen Wattenscheider Kontern. So hatte Tietz die nächste Wattenscheider Chance. Sein Fernschuss wurde vom Dortmunder Schnapper Reimann, der den Vorzug vor Eike Bansen bekam, gekonnt entschärft. Dann schickt Eberwein Janni Serra auf die Reise, doch dessen Schuß streicht knapp am langen Pfosten vorbei.




Nach gut einer halben Stunde musste Schnapper Reimann wieder vor einem Wattenscheider Stürmer in höchster Not retten. Im Gegenzug wurde ein Borusse nahe der Eckfahne gefoult. Folgerichtig gab es Freistoß für den BVB. Patrick Pflücke schritt zur Tat. Legte sich das Kunstleder zurecht und knallte hart vors Tor, Michael Eberwein stellte den Fuß rein und erzielte unter großem Jubel die 1:0-Führung für die Borussen.

Cleverer Ausgleich setzt alles auf Null

Jetzt hatte der BVB wieder das Heft des Handelns in der Hand und erspielte sich einige Torchancen. Ohne dabei allerdings zwingend zum Abschluß zu kommen. Anders die Wattenscheider. Freistoß in der 36. Minute. Glowacz brachte den Ball hoch vor das Dortmunder Tor. Schnapper Reimann tat dies eben nicht und greift vorbei, Felix Clever macht seinem Namen alle Ehre und köpft clever zum Ausgleich ein. Man hatte es irgendwie kommen sehen.

Kurz vor der Pause versucht es Herbert Bockhorn, nicht so stark wie die letzten Wochen, mit einem Gewaltschuss. Doch leider zielte er zu hoch, der Ball ging zu Reinhard Mey, `über den Wolken…`. So blieb es zur Pause beim 1:1.




Die Geschichte der 2. Halbzeit ist schnell erzählt. Der BVB legte zwar eine Riesenmoral an den Tag, konnte sich aber kaum einmal zwingende Torchancen erspielen. Nur der gute Eberwein hatte einmal eine Chance, als sein Kopfball für Gefahr sorgte. Bei den Gästen hatte dann Glowacz die Führung auf dem Fuß. Reimann lenkte seinen Ball mit einem überragenden Reflex noch an den Pfosten. Kurz darauf rettete Kapitän Mainka kurz vor der Linie wieder nach einem Glowacz-Schuss. Neun Minuten vor dem Ende rettete wieder Schnapper Reimann gegen Joseph Boyamba. Hier hätte die SGW durchaus in Führung gehen können.

Die 0 auf dem Tottoschein

Es war eines jener Spiele, bei dem man beruhigt auf seinem Toto-Tippschein die 0 ankreuzt. Wenn da nicht die große Moral der U23 wäre. Sie spielten weiter mutig nach vorne und versuchten alles. Auch Trainer Siewert, er brachte jetzt noch die Stürmer Ametov und Kampetsis.  Und wie heißt es so schön: Das Glück ist mit den Tüchtigen. So erspielte sich der BVB in der 89. noch einmal einen Eckball.

Und diesen köpfte Oliver Steurer unter großem schwarz-gelben Jubel zum 2:1-Siegtreffer ins Netz. So führte die große Moral der U23 doch noch zum schwarz-gelben Happy End.




Der nächste Gegner heißt Westfalia Rhynern, von dem zwei „Spione“ auf der Tribüne saßen. Die Westfalia ließ in den ersten Spielen durch zwei knappe 1:2-Niederlagen in Oberhausen und in Düsseldorf und einem 2:2 gegen Erndtebrück aufhorchen. Ein Spaziergang wird es am nächsten Samstag in Hamm ganz sicher nicht. Aber mit der Moral von heute lässt sich auch da etwas Zählbares mitnehmen.

Schema 

BVB: Reimann, Chato, Steurer, Mainka, Bockhorn, Dietz (90. Bah-Traore), Pflücke (71. Ametov), Ornatelli, Sauerland, Eberwein, Serra (76. Kampetsis)

SGW
: Sancaktar, Langer, Jakubowski, Tietz, Obst, Clever, Erwig-Drüppel, Cambulut (81. Tunga), Boyamba, Glowacz (86. Neustädter), Tumbul

SR:
Exner

Z.:
629

Stimmen zum Spiel 

Farat Toku: „Ich glaube, dass wir heute über 90 Minuten ein richtig gutes Spiel abgeliefert haben. Ich glaube auch, dass wir über die gesamten 90 Minuten auch die bessere Mannschaft waren. Es ist wirklich sehr ärgerlich, bei zwei Spielen hintereinander kurz vor Schluss zwei Gegentore zu kassieren und dann auch noch zu verlieren. Die Jungs habe ich aufgebaut, weil sie ein wirklich klasse Spiel gemacht haben. Ärgerlich zwei Standardtore kassiert und verloren zu haben. Was natürlich sehr weh tut, aber wir werden weiter hart arbeiten und dann das Glück wieder auf unserer Seite haben.“

Jan Siewert:
„Ich denke, es war ein sehr intensives Spiel. Was mir nicht so gepasst hat war, dass das Spiel letzte Woche in Wegberg-Beeck ausgefallen ist. Ich denke entscheidend ist, dass man gerade mit einer Mannschaft, die sehr, sehr jung zusammengewachsen ist oder zusammen wächst, viele Spiele braucht, um in den Rhythmus zu kommen. Leider ist das Spiel ausgefallen, was sehr, sehr schade war. Aber trotzdem fand ich, dass wir heute sehr sehr gut reingekommen sind in die Partie. Ich denke, wir gehen auch verdient in Führung. Dann hatte ich das Gefühl dass wir das Spiel im Griff hatten. Wir kamen dann auch zu Chancen. Unglücklicherweise fiel dann der Ausgleich. Und dann muss ich aber sagen, wie wir aus der Halbzeit gekommen sind, war schon beeindruckend. Wie wir den Gegner versucht haben, weiter hinten rein zu drücken. Insgesamt muß ich sagen, war der Sieg am Ende dann auch verdient“.


Bodo Lünemann, Sascha Rudolph (Fotos) - 12.08.2017





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