Punkteteilung für U23 zum Auftakt

Aus dem Stadion Rote Erde in Dortmund
berichten Bodo Lünemann und Sascha Rudolph


Vor drei Wochen trafen sich beide schon einmal. In Essen. Da unterlag die Bundesligamannschaft des BVB dem Regionalligisten Rot-Weiss Essen mit einer mäßigen Leistung 2:3. Besser machte es die schwarz-gelbe U23 am Sonntag vor 5.910 Zuschauern. Im ersten Spiel der neuen Regionalliga-Saison trotzte man dem von vielen Fachleuten zum heißen Titelanwärter erkorenen Essenern ein völlig verdientes 2:2-Unentschieden ab.

Die junge neuformierte BVB-Elf (es standen nur drei Stammspieler aus dem Vorjahr auf dem Platz) zeigte in einem gutklassigen Regionalligaspiel eine überaus ansprechende Leistung gegen eine starke Elf von Rot-Weiss Essen. Für Aufsehen sorgte das Spruchband und die Solidaritätsbekundung im mit 2.000 Fans gut gefüllten Essener Fanblock. „Verbote sind Schutz für die Schwachen - und Herausforderungen für den Starken - Für immer Riot 0231" war dort zu lesen. Riot 0231 hatte in dieser Woche bekanntlich ihre Auflösung bekanntgegeben.




Bei herrlichem Sommerwetter legte RWE gleich los wie die Feuerwehr. Man hatte das Gefühl, als wollten sie den BVB überrollen. Aber die Jungborussen hielten tapfer dagegen und ließen sich nicht überraschen. Bei einem RWE-Konter in der 5. Spielminute kam der Pass von Pröger aber nicht bei einem Essener Mitspieler an und der BVB konnte klären. Zwei Minuten später überspurtete Herbert Bockhorn seinen Gegenspieler Cokkosan und fällt im Strafraum. Aber der Schiri winkt ab, für einen Elfer zu wenig, meint er.

Rasantes Spiel mit Aussetzern

Patrick Pflücke wird in dieser Phase des Spiels immer mehr zu Dreh- und Angelpunkt im Borussen-Spiel. Viele Angriffe laufen über ihn. In der 17. Minute konnten sich die Jungborussen bei ihrem Torwächter Eike Bansen bedanken, nicht in Rückstand geraten zu sein. Der Essener Kevin Grund scheiterte mit einer Doppelchance am zweimal prächtig reagierenden Dortmunder Schnapper.

Nach einer knappen halben Stunde hatte dann Amenyido eine Torchance, doch sein Schuss wurde zur Ecke abgewehrt. Dann ein Rückpass von Chato auf Bansen, aber viel zu kurz. Der Dortmunder Torwächter war aber knapp vor dem Essener Stürmer Platzek am Ball und kann klären. Aber in der 27. Minute war auch Bansen machtlos, als bei einem Durcheinander in der BVB-Abwehr Zeiger den Pfosten traf und Dennis Malura den Nachschuß einnetzte. 0:1! Gerade hatte man das Gefühl, der BVB bekäme das Spiel in den Griff, musste man einem Rückstand hinterherlaufen. Und RWE wollte nachlegen: Marcel Platzek hatte die Chance, aber Bansen klärt per Fußabwehr.




Aber in der 34. Spielminute wurde der immer wieder durch seine gefährlichen Tempoläufe auffällige Herbert Bockhorn im Strafraum regelwidrig von Urban zu Fall gebracht, und folgerichtig zeigte Schiri Bläser auf den Punkt. Neuzugang Massimo Ornatelli schnappte sich die Kugel und verwandelte ganz sicher zum verdienten Ausgleich.

Und so blieb es auch bis zur Pause. 1:1 gegen sehr starke Essener. Holger Wortmann, Trainer des Ligakonkurrenten und Aufsteigers Westfalia Rhynern und am 4. Spieltag Gastgeber des BVB, war auf der Tribüne sehr angetan vom Gesehenen. Rhynern hatte bereits am Samstag mit 1:2 bei RW Oberhausen verloren. Aber Wortmann war, wie er sagte, dennoch sehr zufrieden mit der spielerischen Leistung seiner Elf.

Mehr Schwung wird belohnt

Zur zweiten Spielhälfte kam Philipp Hanke für Chato ins Spiel und brachte auch gleich Schwung in die Partie. Auch ein Zeichen dafür, dass Trainer Siewert mehr wollte als den einen Punkt. Und bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff von Schiri Bläser schien der BVB das Vorhaben seines neuen Trainers auch in die Tat umsetzen zu können. Aus 25 Metern hämmert Neuzugang Patrick Pflücke den Ball direkt unter die Latte ins Tor. Ein wirkliches „Tor des Monats“.




Doch schon vier Minuten später passt der BVB nicht auf, Bansen kann zwar noch mit dem Fuß klären, aber genau auf Benjamin Baier. Und der Bruder des Augsburger Bundesligaspielers Daniel Baier hatte keine Mühe mehr, aus 15 Metern zum vom Essener Anhang lautstark gefeierten Ausgleich einzuschieben.

Die Partie wogt in der Schlussphase Hin und Her. Torchancen hüben wie drüben. Pflücke-Freistoß knapp vorbei. Platzek wurde auf der anderen Seite so eben noch am Torschuss gehindert. Ecke Pflücke und der neue Kapitän Patrick Mainka köpft den Ball ans Aluminium. Das hätte es sein können. Aber auf der anderen Seite Mainka dann fast mit einem Eigentor. Janni Luca Serra kam dann noch ins Spiel für Pflücke, der ein Gutes Debüt gab. Aber auch Serra konnte sich nicht mehr entscheident durchsetzen. So blieb es beim letztendlich gerechten 2:2-Unentschieden.




Die U23 zeigte eine gute Leistung im ersten Ligaspiel gegen starke und hoch gehandelte Rot-Weiße aus Essen. Das Spiel machte richtig Lust auf Mehr. Jetzt wartet am nächsten Samstag das Auswärtsspiel beim Aufsteiger Wegberg-Beek auf die Borussen.

Schema 

BVB: Bansen, Chato (46. Hanke), Steurer, Mainka, Bockhorn, Dietz, Pflücke (80. Serra), Ornatelli, Sauerland, Eberwein, Amenyido (88. Ametov)

RWE:
Heller, Malura, Urban, Zeiger, Cokkosan, Meier, Grund (69. Jansen), Pröger, Lucas (76. Brauer), Baier, Platzek

SR.:
Benjamin Bläser
Z: 5.910

Stimmen zum Spiel 

Sven Demand: "Ich bin ein bisschen zwiegespalten. Hinten raus war das in Ordnung, aber gerade in der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht und eigentlich nichts zugelassen. Wir hätten da auch gut und gerne noch ein zweites Tor machen können. Am Ende überwiegt die Freude über die Leistung.

Wenn wir weiterhin so auftreten, werden wir mehr Spiele gewinnen als letztes Jahr. Man hat schon gemerkt, dass neun Leute in der Anfangsformation standen, die letztes Jahr schon für uns gespielt haben. Da haben die Abläufe bereits gestimmt."




Jan Siewert:
"Ich glaube, dass wir heute ein sehr, sehr gutes Regionalligaspiel von beiden Mannschaften gesehen haben. Das war eine sensationelle Kulisse. Was unsere Fans über die 90 Minuten an Unterstützung geliefert haben, das war aller Ehren wert. Das hat unseren Jungs auf dem Platz einen mächtigen Anschub gegeben. Wir haben einen Punkt gegen einen der Top-Favoriten auf die Meisterschaft mitnehmen können. Es gab Chancen hüben wie drüben.

Etwas ärgerlich, wenn Du 2:1 führst, dann willst Du das Ding auch mit nach Hause nehmen. Ich glaub dennoch, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben, wenn man mit einer neuen Mannschaft gegen eingespielte Essener ein 2:2 holst, ist das nicht ganz so einfach, weil die Essener auch eine hohe Qualität haben. Von daher bin ich zufrieden mit dem Spiel meiner Mannschaft.“


Bodo Lünemann (Text), Sascha Rudolph (Fotos) - 30.07.2017





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