Abwartefußball kostet fast den Sieg

Aus dem Westfalenstadion berichten

Oliver Römer und Marco Steinbrenner


Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten spielte die Borussia aus Dortmund. Eine überlegen geführte und auch nach Toren verdiente 2:0 Führung zur Pause und dennoch brachte sich die Elf um Marco Reus am Ende durch Passivität und zu viel Abwarten, was der Gegner macht, in der zweiten Hälfte fast um den Sieg.

Auch wenn Mainz in der zweiten Hälfte einen Systemwechsel zur Raute vollzog, muss man von einer Spitzenmannschaft erwarten können darauf zu reagieren und statt Passivität mit geeigneten Maßnahmen gegenzulenken. Da fehlt es halt einigen jungen Spielern noch am Umschaltvermögen zur Defensivarbeit und die nötige Bereitschaft nach hinten zu arbeiten.

Die Ausgangslage Der Tabellenzweite gegen den 12. der 1. Bundesliga, “Wir machen es wieder gut” heißt es nach dem Debakel in München von Lucien Favre. Mit Götze im Sturm, Alcacer auf der Bank beginnt der BVB gegen die Mannen von Trainer Sandro Schwarz. Die Frage wird sein wie die Elf um Kapitän Marco Reus die Schmach von München verdaut hat. Kann man dieses Spiel einfach so abhaken oder ist doch etwas in den Klüngeln hängen geblieben?


Der Spielverlauf

Mit Akanji und Weigl in der Innenverteidigung sowie Wolf und Diallo auf den Außen beginnt Favre. Die ersten beiden Ecken kommen sogar aufs Tor, landen aber jeweils bei Müller der klären kann. Bruun Larsen scheitert nochmal an Müller dann gelingt eine schöne Kombination über Bürki, Wolf der Götze schön einsetzt, der in den Strafraum flankt und Sancho kann zum 1:0 (17.) verwerten.

Dortmund lässt jetzt nicht nach. Ein erneuter Angriff über Delaney der sich über Aussen durchsetzt und zurück auf Sancho passt, der erneut Müller zum 2:0 überwindet (24.), zwar abgefälscht aber drin. Das sieht momentan deutlich aus.



Götze ein Aktivposten der immer  wieder feine Vorstöße inszeniert und auch seine Kollegen perfekt in Szene setzt. Da trauert man dem letzten Spiel nach und fragt sich wie es gewesen wäre wenn er in München von Beginn an auf dem Platz gestanden hätte.

Auch Mainz zeigt sich mal, großer Klops von Weigl der quasi Mateta bedient und Onisiwo mit der Hacke den Pfosten anschießt.


Insgesamt zur Pause eine hochverdiente Führung unserer Borussia die bis auf wenige Ausnahmen hinten sehr stabil steht allerdings auch weil Mainz nicht die Durchschlagskraft einer Spitzenmannschaft hat. Es wird kein Ball verloren gegeben und meist überwindet man spätestens im zweiten Anlauf den Mainzer Fünferriegel.



Die zweite Hälfte beginnt ähnlich wie die erste. Auch wenn Mainz jetzt wütender zur Sache geht und zur insgesamt zweiten Torchance kommt. Aber ansonsten spielt hier der BVB, selbst ein Marius Wolf kommt mal zum Torschuss bei dem Müller einige Probleme hat ihn festzuhalten. Nach einer Systemumstellung zur Pause kommt Mainz immer besser ins Spiel.

Glück für den BVB in der 61. Minute durch eine Nachlässigkeit kommt Mainz zum erneuten Pfostentreffer. Dortmund momentan nicht mehr so zielstrebig. Der BVB verliert den Faden und Mainz bedrängt ein ums andere Mal den Strafraum von Bürki.

Man fragt sich ist es notwendig. Wolf verletzt sich und der Pechvogel aus München Zagadou kommt dafür geht Akanji auf die rechte Abwehrseite.

Und da ist es passiert. Erst klärt Bürki noch einen Schuss vom Strafraum dann drückt Quaison den Ball über die Linie 2:1 (84.). Im Anschluss fast der Ausgleich durch Ujah. Jetzt überkommt einen ein ganz ungutes Gefühl. Zum Glück ist die gelbe Wand zur Stelle und macht ordentlich Dampf. Das müsste jetzt überspringen auf die Mannschaft die aber keinen kontrollierten Ball mehr nach vorne bringt.



Unerklärlich warum. Bürki ist jetzt unter Dauerbeschuss und hält jetzt jeden Ball. Zum Glück lässt Aytekin nicht all zu lang nachspielen. Am Ende kann sich der BVB bei Roman Bürki bedanken, das die drei Punkte im Westfalenstadion bleiben.


Wer heute gut schlafen kann

Sancho der seinen 10. Bundesliga-Treffer markiert und das als A-Jugendlicher. Die gesamte Mainzer Mannschaft die sich heute nichts vorzuwerfen hat und dem vermeintlichen Titelaspiranten fast ein Bein gestellt hätte. Sandro Schwarz dessen taktisch mutige Umstellung fast zu einem Punkt (oder mehr) geführt hätte.


Wer Albträume hat

Die Außenverteidiger des BVB die sich in der zweiten Hälfte immer wieder einer Überzahlsituation gegenüber sahen und sich wohl sehr allein gelassen fühlten.


Was uns sonst noch aufgefallen ist

Ein wahnsinns Intro beim Einlaufen der Mannschaften und wiedereinmal ein hervorragender Support der Fans bis zur letzten Nachspielminute, Mit vollem Eifer versuchten sie die mutlose Vorstellung der Mannschaft der zweiten Hälfte zu kompensieren.


Borussia Dortmund

Bürki,  Wolf (77. Zagadou), Weigl, Akanji, Diallo,  Witsel, Delaney, Sancho, Reus, Bruun Larsen (70. Philipp),  Götze (89. Toprak)

1. FSV Mainz 05

F. Müller - Donati , A. Hack , Niakhaté , Aaron - Kunde - Gbamin , Latza (81.Ujah) - Boetius - Mateta (55. Quaison), Onisiwo


14.04.2019, Oliver Römer, Fotos: Marco Steinbrenner




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