Bann gebrochen: Drei Punkte in Leipzig erkämpft und erzittert

Aus Leipzig berichtet Ingo Berchter


Es ist arschkalt in Leipzig. Block B der Leipziger supported das Dosen Team ohne Unterlass. Der Dortmunder Block ist gut gefüllt, aber kaum zu hören. In Dortmund bringen 1200 Mitglieder der aktiven Fanszene diesmal die Nordtribüne zum wackeln. Dann geht es los.

RB beginnt, wie es sich für eine Heimmannschaft gehört. Sie pressen, pressen und pressen und versuchen, dominant zu spielen. Die Borussia ist von Anfang an hellwach und steht den Leipziger Angreifern auf den Füßen. Und nach fünf bis zehn Minuten übernimmt der Favorit das Kommando und erspielt sich immer wieder Chancen. Von denen Axel Witsel eine den klimatischen Verhältnissen angepasst eiskalt nutzt, und eine von Piszczk verlängert Ecke unter die Latte zimmert.




Jetzt zumindest hört man, dass die Dortmunder da sind. Doch weder der Leipziger Anhang noch ihr Team wollen das unbeantwortet sein lassen. Man muss schon sagen: dafür dass Leipzig nur die dritte Wahl (wenn überhaupt) von Mateschitz für sein Marketing Projekt war, legt die Fangemeinde hier eine überzeugende Identifikationskraft an den Tag. Auch wenn sich zumindest die schwarzgelben Spieler davon nicht beeindrucken lassen, und die Schlussoffensive der Roten unbeschadet überstanden. 

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hat: mit heftigen Leipziger Angriffen. Und weil Dortmund und seinerseits seine Möglichkeiten liegen ließ, die Führung auszubauen, fühlte sich die Leipziger Offensive ermutigt, und brachte Mitte der zweiten Halbzeit die Dortmunder Abwehr erheblich zum wackeln.
Aber selbst ein leeres Tor wollten die Leipziger an diesem Abend nicht zum Ausgleich nutzen. Und Bürki hatte einen seiner allerbesten Tage im schwarz-gelben, pardon grünen Torwart-Trikot der Borussen. 
In der Schlussoffensive stach Borussias Joker Alcacer nicht, der den Ball nur unter die Latte und von dort auf die Torlinie, aber leider nichts dahinter brachte. Und nicht anders erging es den Leipzigern, die zum Schluss in der letzten Minute einen Kopfball hauchdünn neben das Tor setzten.

Abpfiff. Mit kaltem Hintern, heißem Herzen, drei Punkten im Sack und allerbesten Grüßen nach München aus Leipzig abreisen - so stellt man sich einen gelungenen Ausflug in die Sachsenmetropole vor.

Wer gut schlafen kann

Mario Götze und Kevin Kampl. Die beiden hätten auch ohne Schuhe spielen können und hätten keine kalten Füße bekommen. Götze hat die Leipziger mit unermüdlichem Einsatz müde gespielt, was mehr als ein Fleißkärtchen verdient.

Wer Alpträume hat

Ralf Rangnick, jedenfalls wenn er an die ausgelassenen Chancen seines Teams denkt. Was nützt einem die beste Defensive, wenn man vorne allerbeste Möglichkeiten nicht nutzt. Ein Unentschieden wäre nicht ungerecht gewesen, aber seit wann zählt Gerechtigkeit im Fußball ... 




Der BVB hat eine der schwereren Aufgaben, die man aktuell in der deutschen Bundesliga serviert bekommen kann, gelöst. Und er hat der Liga gezeigt, dass mehr passieren muss, als das eine komplette Innenverteidigung so wie der aktuell beste deutsche Offensivspieler ausfällt, um Dortmund vom Weg abzubringen. 


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