Pa-gooool Don Alcacer und Jadon Sancho

Aus dem Westfalenstadion

berichtet Ingo Berchter und Oliver Römer

Kagawa und Weigl nicht im Kader, Alcacer, Götze und Witsel auf der Bank - dafür Wolf und Philipp im Verein  mit Reus in der Offensive: wer von dieser Aufstellung nicht überrascht war, muss ein Experte der anderen Art sein. Überrascht waren jedenfalls auch die Frankfurter, zumindest nach den ersten 5 Minuten, in denen ihnen vertraute Dortmunder Schlafmützigkeit die erste Chance beschert hatte.


Danach spielte Dortmund ansprechend und attraktiv, vor allem über die linke Seite. Folgerichtig fiel das 1:0 nach einer Ecke von Bruun Larsen durch Diallo, der Trapp erst mit dem Kopf prüfte und dann zweimal mit dem Fuß nachsetzte bis er den Ball im Frankfurter Gehäuse versenkt hatte.

 


In der Folge gefiel sich die Borussia darin, schön, aber ineffektiv Fußball zu spielen, während Frankfurt sich aufmachte den Rückstand tapfer zu verteidigen. So verwundert es nicht, dass aus eine gute halbe Stunde nach dem Führungstreffer aus dem Nichts heraus aus einer unglücklichen Aktion, in der Diallo zunächst Schmelzer anschießt, anschliessend Schmelle Costas Schuss abfälscht, Hallers Ausgleich fallen kann.
Das war aber auch der Weckruf für Dortmund. Favre brachte Sancho und Alcacer, das machte sich bezahlt. Zunächst steckte Alcacer steil auf Sancho durch, auf dessen Flanke nach innen Wolf wartete und vollendete. Mannschaftsdienlich kann er also auch, unser neuer Spanier - aber dafür hatten wir ihn eigentlich nicht geholt. Ein weiterer Frankfurter Treffer, dem wegen Abseits den wegen Abseits zu Recht die Anerkennung versagt blieb, läutete die Schlussoffensive ein. Sancho tanzte von rechts die Frankfurter aus, verdribbelte sich fast und legte doch noch auf Alcacer ab, dem mit leichter Hilfe eines Frankfurters, der Abschluss zum 3:1 gelang.


Dieses Spiel dürfte die Schwarz-Gelben gefördert haben, vor allem in ihrer Variabilität. Wenn Sie nun noch jedes Spiel hellwach beginnen und im Erfolgsfall sich mehr um Effektivität als um Schönheit bemühen, dürfte Favres Team jetzt schon weiter sein, als viele erwartet haben.


Wer gut schlafen kann:
Marcel Schmelzer. Er ist so viel gerannt, dass er allein vom Kilometergeld seiner Familie und der Mannschaft bis zum Ende des Jahres jeden Tag ein Eis ausgeben kann. Aber er war nicht nur eifrig, er war auch anspielbar und belebte das Dortmunder Spiel spürbar. Seine unglückliche Rolle beim Gegentreffer sollte man ihm nicht anrechnen.
Jadon Sancho und Paco Alcacer. Der junge Engländer und der Spanier haben in einigen Szenen prächtig harmoniert. Von ihnen dürfen Borussia Fans noch viel erwarten.


  Wen Alpträume plagen:
Adi Hütter. Der neue Frankfurter Trainer musste sehen, das nach der Dortmunder Führung bei seiner Mannschaft kein Wille zur Gegenwehr erkennbar war. Als seine Mannschaft nach dem mehr oder weniger zufällig gefallenen Ausgleichstreffer dann wach wurde und wollte, konnte sie sich nicht lange gegen die Dortmunder Offensive wehren. Frankfurt muss aufpassen, der Fahrstuhl nach unten fährt schnell. Und die Frankfurter könnten der dritte amtierende Pokalsieger sein, der in der Folgesaison abgestiegen ist.
Götze, Kagawa und Weigl. Der erste hat es wieder nicht auf den Platz, die beiden anderen diesmal nicht in den Kader geschafft. Für Weigl sollte dies ein vorübergehend das Problem sein. Kagawa und Götze hingegen müssen sich langsam ernsthaft Gedanken machen. Und das müssen wohl auch die Kaderplaner des BVB.




Borussia verbindet. Das war auch noch wichtig. Trikotsponsor Evonik stellte die Brust der Spielbekleidung zur Verfügung, und die Dortmunder antworteten auf ihre Art auf die Jagdszenen und Hetzreden in Chemnitz und anderswo. In Dortmund weiß man Empathie, Mitgefühl und Solidarität von Show-Emotionen und Propaganda zu unterscheiden. Das können und wissen übrigens auch die Frankfurter, deren Präsident in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache spricht. Schön, dass nach einer Länderspielpause, mit der einen völlig überflüssiger Nations Cup begonnen hat und nach einem Tag, an dem die UEFA einen Europapokal für Absteiger angekündigt hat ein Fußballverein wieder auf wirklich Wichtiges hingewiesen hat.


Text: Ingo Berchter

Bilder: Oliver Römer




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