Weidenfeller feiert - Mainz siegt verdient

Aus dem Westfalenstadion

berichtet David Inderlied und Oliver Römer

In einer an Höhepunkten armen Partie gegen eine Mannschaft, die gegen den Abstieg spielte, zeigte sich der BVB mal wieder von seiner völlig verunsicherten Seite. Ohne großes Engagement, Mumm und mit vielen Stockfehlern verbaselte man einen Heimsieg und machte sich weitere Freunde im Stadion, die dieser Mannschaft wohl nicht mehr viel zutrauen.





Bezeichnend der Abgang von Peter Stöger aus der Pressekonferenz mit gesenktem Kopf, wohlwissend dass dies wohl der letzte Auftritt nach einem Spiel hier war.

Die Ausgangslage

Bei bestem Fußballwetter und Stimmungslage vor ausverkauftem Haus traten die Schwarzgelben mit der in den letzten beiden Spielen bewährten Aufstellung an. Mainz musste ja bekanntlich auf den in dieser Woche verletzten Rene Adler im Tor verzichten und kam mit einer großen Portion Selbstbewusstsein, nach dem 3:0 gegen Leipzig. Roman Weidenfeller, der sein letztes Pflichtspiel im heimischen Westfalenstadion bestritt, durfte zwar nicht von Beginn an ran, hoffte aber auf eine Einwechslung im Spiel.

Der Spielverlauf

Mainz versteckte sich von Beginn an nicht und begann schon in den Offensivreihen zu stören, was dann auch schon in der vierten Spielminute zum Erfolg führte.



Tor durch Baku nach einer Kombination durch die Reihen der Dortmunder ab der Mittellinie. Viel zu einfach und eigentlich unnötig. Aber vor solchen Kontern hatte Stöger ja gewarnt. Aber auch Flanken waren gefährlich, wie sich dann in der 13. Minute zeigte. De Blasis kann frei flanken auf Muto, der Toprak und Bürki düpiert, die beide dabei nicht gut aussehen. 0:2 (13.)




Doch der BVB wehrte sich einmal. Sancho setzte sich schön auf der linken Seite durch, passte auf Philipp, der brauchte nur noch lang einschießen. 1:2 (16.).




Trotzdem können sich die Mainzer immer wieder durchkombinieren, da sie von den Borussen nicht aggressiv genug angegangen werden. In der Vorwärtsbewegung ist die eine oder andere Kombination zu sehen, aber die 05er sind auf der Hut. Sancho zeigt geniale Momente wie auch Flüchtigkeitsfehler. In der 37. Minute muss Toprak verletzt gegen Schmelzer ausgewechselt werden. Zu langsame Defensivarbeit gepaart mit einer sehr engagierten Mainzer Offensive bringt Bürki immer wieder in Verlegenheit. Pfiffe zur Pause drücken die Unzufriedenheit mit der Leistung für dieses ach so wichtige Spiel um die CL-Quali aus.




Auch zu Beginn der zweiten Hälfte sind die Gäste zielstrebiger, körperlich präsenter und gedankenschneller. Für ein Heimspiel und mit dem Gedanken an die Champions League zu wenig.




Für den scheinbar ausgebrannten Pulisic bringt Stöger Schürrle auf den Platz. Bis zur 60. Minute dauert es, bis die BVB Offensive mal annähernd wieder in des Gegners Strafraum kommt. Wenn selbst hochgelobte Edeltechniker wie Götze sich leichtfertige Fehler in der Vorwärtsbewegung leisten ist es kein Wunder, dass keine aussichtsreichen Offensivbewegungen zustandekommen. Daher dann auch die Auswechslung, Yarmolenko kommt für Götze. Aber weiter ideenloser Fußball und eine jämmerliche Vorstellung bei dem Personal, das dort in schwarzgelb auf dem Rasen steht. Verdiente Pfiffe von den Rängen, wenn auch Mainz hier jetzt tapfer verteidigt. Zum Abschluss dann noch ein Kopfball von Reus in die Arme von Müller im Tor der 05er. Das war dann die ganze Herrlichkeit des letzten Heimspiels. Spiel, Satz und Sieg für Mainz die sich über den Nichtabstieg freuen dürfen und dies gebührend feiern.

Wer heute gut schlafen kann

Auch wenn er heute, aufgrund der schlechten Leistung der Mannschaft, nicht zum Einsatz gekommen ist, wurde er vor und gerade auch nach dem Spiel gefeiert. Zum Glück muss man sagen, sonst wäre es ein trauriger Heimspielabschied aus dieser Saison geworden.





Einmal auf der Süd stehen und mit den Fans feiern. Den anderen Spielern gab die Süd zu verstehen, “bitte nicht”.

Wer Albträume hat

Peter Stöger und die Mannschaft die einem Roman Weidenfeller beinahe vollkommen den Abschied versaut hätte. Die Frage ist, was wäre passiert wenn Roman nochmal eingewechselt worden wäre. Ich hätte ihn gern nochmal gesehen und evtl. wäre sogar noch eine positive Reaktion der Mannschaft gefolgt. Aber wer weiß das schon.

Was uns sonst noch aufgefallen ist

Dortmund wie üblich im letzten Heimspiel im neuen Dress für die nächste Saison - das Einzige schwarzgelbe (außer Weidenfeller), das Glanz versprüht hat.




Die Mannschaft wird ausgepfiffen nach dem letzten Heimspiel der Saison und nur Weidenfeller beruhigt die Massen auf der Südtribüne.


Text: Oliver Römer  Bilder: David Inderlied- 05.05.2018




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