Wow! BVB erkämpft Punkt gegen Pavlenka

aus dem Weserstadion berichten

Ingo Berchter und David Inderlied


Viele bestens herausgespielte Chancen, darunter ein Powerplay wie beim Eishockey alleine in der Nachspielzeit reichten für einen bemühten BVB nicht für mehr als ein Remis im Weserstadion. Die Schwarzgelben nutzen das Entgegenkommen der Mitbewerber um CL-Plätze nicht, um seinerseits den begehrten Platz für die nächste Saison so gut wie fest zu machen. Der Borussia stehen noch zwei schwere Wochen bevor.

 

Die Ausgangslage

Die Bremer, die in der Vorwoche beim VfB unterlagen, sind  nach der Niederlage des VW-Clubs gegen den HSV definitiv gerettet und müssen den Abstieg nicht mehr fürchten. Dortmund wiederum hatte – nach Bayers Niederlage gegen Stuttgart – die Chance mit einem Sieg den Vorsprung auf den 5. Platz auf 6 Punkte und 8 Tore auszubauen – den CL-Platz quasi sicher zu machen und zugleich den FC Gelsenkirchen vom 2. Platz zu verdrängen.


Der Spielverlauf:

Borussia begann mit der Startelf aus dem Leverkusenspiel  gegen eine im Vergleich zur Vorwoche zur Hälfte neuformierte Bremer Mannschaft, die zunächst sehr stabil stand und der nur langsam ins Rollen kommenden Dortmunder Offensive nur wenige Möglichkeiten ließ. Bei Versuchen von Piszczek, der von Reus ins Szene gesetzt wurde und von Philipp, den Akanji einsetzte, machten sich die Dortmunder Schützen in der ersten Viertelstunde schon einmal mit Pavlenka, dem Gegenüber von Bürki bekannt. Fünf Minuten später überbrückte Götze das Spielfeld mit einem Pass, den Piszczek mit dem Kopf für einen Schuss von Philipp vorlegte – dessen Abpraller prügelte Reus ins Tor.





Auch die Führung gab den Borussen keine Sicherheit – es folgten Bremer Chancen in Serie, die die Schwächen der Dortmunder Abwehr zwar aufdeckten, aber nicht ausnutzen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff dann einer dieser Zuckerpässe (von denen wir alle uns  mehr wünschen) von Götze in den Lauf von Reus, dessen (zu) coolen Schuss Pavlenka noch soeben parieren konnte.  Quasi im Gegenzug waren die Dortmunder im Strafraum wieder mal nicht hinreichend organisiert, so dass schließlich Delaney Gelegenheit hatte noch vor dem Pausenpfiff zum Ausgleich einzuköpfen.





Werder kam motiviert vom Pausentee zurück, die Bremer Offensive um die 50. Minute wich allerdings einer drückenden Dortmunder Überlegenheit, deren Abschlüsse immer wieder am Aluminium scheiterten – oder aber an Pavlenka, der sich zweifelsfrei den Titel ‚man oft he match‘ verdient hat. Zu Beginn der Schussviertelstunde  sahen sich die Dortmunder wieder drei Bremer Chancen gegenüber, bevor die Dortmunder wieder das Zepter in die Hand nahmen.  In den Schlussminuten dann ein wahres Feuerwerk  in Schwarzgelb, dem immer wieder Pavlenka im Wege steht, dessen Namen dieser Bremer Punktgewinn in den Annalen dieses Spiels tragen dürfte.


Wer heute gut schlafen kann:

Pavlenka natürlich, aber auch Kohfeldt, der dem BVB-Elan eine Mannschaft entgegenzustellen wusste,  die ihrerseits Lücken in den Dortmunder Reihen aufzeigen konnte, und deren eigene  Abwehrlöcher von Pavlenka gestopft wurden.


Wer Albträume hat:

Ich hoffe doch, dass diejenigen, die für die Kaderplanung und die Trainerfrage für die nächste Saison beim BVB zuständig sind, wenn sie nicht Albträume haben, so doch zumindest eine schlaflose Nacht. Denn die Aufgabe, die Spieler zu benennen, die dem BVB nicht mehr helfen, diejenigen zu finden, die ihn deutlich stärker, effektiver und schlagkräftiger machen und den Trainer zu verpflichten, der sie zu einem offensivstarken, sicheren Organismus verbindet.


Was sonst noch anzumerken ist:

Die Spiele, in denen die Dortmunder Offensive ihre Chancen nicht zu Treffern verwandelt hat, und in denen sie die Gegner wieder und wieder zu Chancen eingeladen hat sind zu viele.  Der Vorsitzende eines BVB-Fanclubs machte mich mal mit der Weisheit vertraut: ‚Wenn Du vorne fünf Buden machst, dann kannst Du schon mal nicht mehr hoch verlieren.‘  Wir sind  in Dortmund weit entfernt davon, diese fünf Buden zu machen. Das steht auch in der Verantwortung der beiden Trainer dieser Saison, die nicht in der Lage sind bzw. waren, Mannschaften aus dem Mittelfeld der Liga eine Elf gegenüberzustellen, die diese klar dominieren und  nicht in der Lage waren ihrer Mannschaft Mut und Feuer einzuatmen, wenn sie in Bedrängnis war.

Und die Führung des BVB, namentlich Aki Watzke und Michael Zorc, sind verantwortlich dafür diese beiden Trainer verpflichtet zu haben – und den Trainer entpflichtet zu haben, der in der Lage war national und  international mit dieser Mannschaft erfolgreich zu sein und zugleich ansehnlichen Fußball zu spielen. Fragt sich, welche Konsequenzen am Ende der Saison gezogen werden – wenn es irgendwie doch zur CL-Qalifikation reicht, werden sich am Ende vielleicht die Hurra-alle-BVB-Fans-müüssen-09-Freunde-sein-und-die-Klappe-halten- durchsetzen, dann gibt es vielleicht keine ...





Text: Ingo Berchter   Bilder: David Inderlied




Nächstes Spiel: Borussia Dortmund vs. SV Werder Bremen
Aktuelle Infos // Pressekonferenz // Statistik
Copyright 2011 - Gib mich die Kirsche - Das Fußballmagazin aus Dortmund