Stögers Joker stechen

Aus dem MAPEI Stadion – Città del Tricolore in Reggio nell'Emilia berichten Stephane Dezort und Ingo Berchter
Auch ohne Scorerpunkte von Michy Batshuyai übersteht die Borussia die permanenten Angriffswellen der Italiener und kommt vor allem aufgrund der Leistung ab Mitte der zweiten Halbzeit nicht völlig unverdient eine Runde weiter.

Die Ausgangslage

Dortmund hatte das Hinspiel drehen können und mit 3:2 gewonnen – wie gewohnt nach Unsicherheiten in der Defensive. Den Schwarzgelben reichte also ein Unentschieden  beim Achten der Serie A, der sich in der Gruppenphase der Euro League als überaus heimstark gezeigt hat.

Der Spielverlauf

Die Hausherren legen mächtig los, von Offensivbemühungen des BVB ist kaum etwas zu sehen und so dauert es nur bis zur 10. Minute ehe es im Kasten der Gäste scheppert. Eine scharf vor’s Tor gebrachte Gomez-Ecke verfehlt Bürki – leicht behindert von Caldara und Toloi ist schneller am Ball als Sokratis und netzt zur Führung ein. Bei diesem Spielstand wäre Bergamo dank der Auswärts-Tore-Regel weiter. Diese Erkenntnis lähmt die Borussen aber eher als dass sie beflügelt, sie wirken angezählt.  Auch in der folgenden Viertelstunde bleibt Dortmund  harmlos, das 2:0 scheint  näher zu liegen als der Ausgleich. Es dauert bis zur 30. Minute, bis der BVB richtig im Spiel ankommt. Mehrere Distanzschüsse von Schürrle, ein (sehr knapp) aus Abwärtsposition erzielter Treffer von Götze zeigen Aufwärtstendenz und lassen für die zweite Halbzeit hoffen.


Die zweite Halbzeit beginnt wie ein Spiegelbild der ersten mit Angriffskaskaden der Italiener.  Zwar ersetzt Schmelzer den immer wieder unsicheren Toljan, aber das verhindert nicht dass Bergamo immer wieder aus individuellen Fehlern der Westfalen zu besten Chancen kommt.  Zweimal macht sich Bürki vor den italienischen Angreifern riesengroß und  verhindert den Ausbau der Füührung der Hausherren und macht so seinen Patzer aus der ersten Halbzeit wieder gut. Aber wieder dauert es fast eine halbe Stunde, bis die Gäste richtig im Spiel ankommen. Nach einer Viertelstunde in der zweiten Halbzeit ersetzt Marco Reus den bemühten aber wieder ineffektiven Pulisic. Das belebt die schwarzgelbe Offensive. Reus selbst und Schürrle kommen zu guten Chancen – aber auch immer wieder das Team aus der Lombardei.  Knapp zehn Minuten vor Schluss dann die Erlösung für die Anhänger des BVB: Reus bringt eine ‚angeschnittene Schussflanke‘ aufs Tor, die der Torhüüter der Lombarden zu fassen bekommt und sogleich mit dem Knie wieder rausspielt – in die Füße von Schmelzer, der sich dieses Comeback-Geschenk nicht nehmen lässt und den Ball über den am Boden liegenden Berisha, der noch mit einer Hand an das Leder kommt,  einnetzt. Es hat schon Stürmer gegeben, die solche Bälle auf den Torwart geschossen haben. Die Norditaliener wechseln jetzt noch zwei Stürmer  ein, aber der BVB bringt jetzt seine beste Leistung des Spiels in der Art und Weise, wie er dieses Ergebnis sichert, nicht mit Mann und Maus verteidigend, sondern mit klugen Offensivaktionen, die gute Chancen versprechen und Zeit von der Uhr nehmen. So hat man kurz vor Schluss durch Isak und Schürrle noch die Chance auf den Siegtreffer, was nun wahrlich des Guten zu viel gewesen wäre.

Fazit

Es ist nicht vorstellbar,, dass der BVB mit dieser Leistung bis ins Finale kommt. Aber es ist vorstellbar, dass diese Leistung Stöger Raum gibt, die Mannschaft weiter zu entwickeln. Die Borussen haben ihr enormes Potential wieder gezeigt. Es gilt aber, dieses von der ersten Minute an und über das ganze Spiel zu zeigen. Dann darf man auch nach diesem unverdienten Erfolg weiter von dem Pokal träumen, der dem BVB in seiner Sammlung noch fehlt.

Wer heute gut schlafen kann

 
Marcel Schmelzer, der uns bei seinem Comeback das Weiterkommen sichert, Mmarco Reus, dessenn verunglückte Schüsse noch geeignet sind für Gefahr zu sorgen, und Peter Stöger der die richtigen Wechselentscheidungen getroffen hat.
Wer  Albträume hat
Die Anhänger der Lombarden, die mit ansehen mussten, dass ihr Europapokaltraum hier unverdient zu Ende geht – weil ihre Stürmer  nicht konsequent genug waren und weil sich die Borussen am Ende  mit Macht dagegengestemmt haben..

Was uns sonst noch aufgefallen ist

Beste Stimmung auf den Rängen bei nasskaltem Wetter, was ist das? Borussia Dortmund international ...

Text: Ingo Berchter, Fotos: Stephane Dezort


Nächstes Spiel: Borussia Dortmund vs. SV Werder Bremen
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