Erstmals Punktgewinn nach 0:1-Rückstand in Berlin

Vom Spiel im Berliner Olympiastadion
berichten Ingo Berchter und David Inderlied

Erneut ohne Auba reiste der BVB nach Berlin. Erstmals in der Ligageschichte nahm der BVB nach einem zwischenzeitlichen 0:1 Zählbares mit aus Berlin, aber weiter bleibt er ohne Aubameyang sieglos - und überholt zumindest vorübergehend den westlichen Nachbarn.

Die Ausgangslage:

Die traditionell rückrundenschwachen Berliner starten aus einer gefestigten Abwehr mit einer stets konterbereiten Spielanlage. Die Borussia startete im Sturm mit Jüngling Sancho und Mittelstürmer Schürrle (hat eigentlich jemand mal gezählt, wie viel verschiedene Startelfen wir in den zweieinhalb Jahren nach JK auf den Platz gebracht haben – ich würde sagen, gefühlt über 50).

Der Spielverlauf:

Die erste Halbzeit war an Torchancen und auffälligen Spielszenen so arm wie das Olympiastadion an Zuschauern. Auf dem Platz hatten die Abwehrreihen keine wirklichen Probleme mit den Angreifern. Dortmund präsentierte sich leicht feldüberlegen, im Angriff ungefährlich und immer mal wieder zu unnötigen Ballverlusten bereit – das kam Borussenanhängern nicht unbekannt vor.




Die zweite Halbzeit weckte ebenfalls Erinnerungen für den BVB-Fan: Das eigene Team war in den ersten zwei Minuten nach Anpfiff mal wieder noch nicht ganz wach und Selke konnte nach Flanke von Duda nach einer Dreiviertelminute zur Führung für die Hertha treffen. Die Schwarzgelben, nunmehr wach, waren in der Offensive fortan konsequenter, wenn auch zunächst ohne zählbaren Erfolg.

Als Götze – mit Rücksicht auf seinen gesundheitlichen Fortschritt, nicht wegen seiner Leistung – Mitte der zweiten Halbzeit gegen Isak ausgewechselt wurde, sah man einen Blick in eine mögliche Dortmunder Zukunft. Die beiden Youngster belebten die Dortmunder Offensive sowohl im Zusammenspiel miteinander (sehenswerte Hackenvorlage von Isak auf Sancho) als auch mit ihren anderen Mitspielern wie bei der präzisen Flanke von Sancho zu Kagawas Kopfballtreffer zum Ausgleich.

Isak schoss dann noch einmal knapp daneben und einmal an die Latte, ehe Schiri Dingert dem BVB einen Elfer nach Foul an Yarmolenko im Strafraum verwehrte. Damit konnte der BVB erneut ohne Aubameyang nicht gewinnen.

Wer heute gut schlafen kann

Schiri und Videoschiedsrichter, die schon vor Ende des Spiels Ermüdungserscheinungen zeigten.




Isak und Sancho, die beide angesichts ihres Alters reife Leistungen zeigten – Sancho war vielleicht Man of the match.


Wer Albträume hat

Stöger, Zorc und Watzke, wenn sie auf dem Rückflug lesen, dass Auba während des Spiels sich in einer Indoor Soccer-Halle mit Freunden amüsiert hat, gewandet in ein Dembelé-Trikot und zudem gelacht haben soll, als man ihm den Führungstreffer der Hertha zurief.



Was uns sonst noch aufgefallen ist

Nur 65.000 Zuschauer in Berlin – und das obwohl die Hertha zum Schluss die Tickets bei Groupon mit Rabatten von 25 – 50 % verscherbelt hat. Gegen Augsburg vor knapp 77 Jahren in der zweiten Liga waren es 12.000 Zuschauer mehr. Weder die Bayern noch der BVB schaffen es, die Berliner Spielstätte zu füllen (von den Berlinern selbst ganz zu schweigen). Und da planen die Berliner einen Stadionneubau. Wohl dem, der sonst keine Probleme hat.


Text: Ingo Berchter, Fotos: David Inderlied - 19.01.2018






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