Dem BVB steht neuer Ärger ins Haus

Aus dem Westfalenstadion in Dortmund
berichten Oliver Römer und David Inderlied

 

Erste Bewährungsprobe im neuen Jahr in der Bundesliga hieß es für beide Teams. Der Hammer kurz vor dem Spiel war die disziplinarische Maßnahme Pierre-Emerick Aubameyang aus dem Kader zu lassen. Dafür durfte Isak in die Startelf. Der BVB verpasst den Sprung auf Platz 2 und kann sich aber glücklich schätzen, dass Köln mit dem Sieg in letzter Minute gegen Gladbach das unglaubliche geschafft hat. Man reiht sich weiter hinter Bayern, Leipzig und GE auf Platz 4 ein.

Die Ausgangslage

Der VfL Wolfsburg reiste mit einem gesunden Respekt an und baute auf eine sichere Defensive. Brooks, Camacho und Blaszczykowski blieben verletzt zu Hause.




Beim BVB waren Schmelzer, Guerreiro, Philipp, Reus, Rode und Bruun-Larsen nicht dabei. Dafür aber wieder Mario Götze, Pierre-Emerick Aubameyang und Gonzalo Castro wieder mit im Boot. Überraschendes Startelfdebüt von Isak und Sancho.

Borussia Dortmund:
Bürki – Piszczek, Sokratis, Toprak, Toljan – Weigl – Götze, Kagawa – Yarmolenko, Isak und Sancho

Auf der Bank:
Weidenfeller, Bartra, Durm, Subotic, Zagadou, Sahin, Dahoud, Schürrle

Es fehlten:
Schmelzer, Guerreiro, Philipp, Reus, Rode, Larsen, Pulisic, Aubameyang

VfL Wolfsburg:
Casteels, Verhaegh, Uduokhai, Tisserand, Guilavogui, Arnold, Didavi, Malli, Origi, De Asevedo, Brekalo

Auf der Bank:
Grün, Jung, Knoche, Dimata, Osimhen, Steffen, Gerhardt

Es fehlen:
Brooks, Blaszczykowski, Camacho, Bruma 

Der Spielverlauf

Der BVB hat von Beginn an mehr Ballbesitz, aber die Wölfe stehen tief, bei Ballbesitz aber fast auf Höhe der Mittellinie und lauern auf Konter. Yarmolenko mit dem ersten gefährlichen Vorstoß nach einem Fehler in der Hintermannschaft der Wolfsburger der aber nichts einbringt, da er zu langsam agiert. Piszczek mit einem Flachschuss der aber auch kein Problem ist für Casteels.

Das Spiel ist geprägt von kleinen Unaufmerksamkeiten und Ballverlusten. Ein kleines Stenogramm:

19. Yarmolenko von rechts auf Isak der mit dem Kopf knapp den Ball verfehlt.
21. Piszczek auf Yarmolenko der aber nur angeschossen wird und der Ball am Pfosten vorbeistreicht. Frust macht sich bei Yarmolenko breit. Ecken auf beiden Seiten bringen jeweils keine Gefahr.




Sancho und Isak merkt man die Unerfahrenheit an die dazu führt das sie kaum Zweikämpfe gewinnen, trotzdem aber nicht aufgeben und weiter kämpfen. Konter der Schwarzgelben über Kagawa den Yarmolenko wieder knapp am Pfosten vorbei setzt. Glück das aus einem Gestocher im Strafraum Bürki kein Tor fällt.

Toljan lässt sich auf der Außenbahn zu leicht abdrängen. Didavi natzt die Abwehr und Bürki kann gerade noch mit dem Innenschenkel retten. Konter über Yarmo der aber einen Tick zu spät auf Isak spielt der dann dadurch im Abseits steht. Schöner Spielzug über Sancho im Strafraum der Wölfe der Kagawa findet der aber nicht richtig an den Ball kommt. Götze auf Isak der dann am Pfosten scheitert.

Dortmund erhöht den Druck nochmal vor der Pause und kommt damit immer wieder gefährlich vors Tor. Dortmund Defensive steht in der ersten Hälfte relativ sicher, wobei die Rückkehr von Piszczek wohl hier wie auch auf der rechten Außenbahn neues Leben einhaucht.

Neben dem Spiel fragt sich aber jeder Schwarzgelbe, der keinen Zugang zu den Sozialen Medien hat, was es mit der Nichtnominierung von Auba auf sich hat. Mittlerweile ist ja durchgesickert, dass Auba laut Trainer Stöger einer wichtigen Teamsitzung ferngeblieben ist, die er einfach "vergessen" habe und hieraus die interne Sperre für ein Spiel resultierte.

2. Hälfte

Götze, der sich in den Strafraum dribbelt, auf Yarmo der frei vorm Tor über den Kasten schießt. Eigentlich wäre noch Zeit gewesen den Ball zu kontrollieren. Yarmo hängt frustriert über der Bande und kann es nicht fassen. Die Zuschauer ebenfalls konsterniert. Yarmolenko auf Kagawa quer durch den Strafraum auf Sancho der an den Pfosten setzt. Die anschließende Ecke bringt wie so oft nichts ein. Dauerdruck auf das Tor von Casteels.

55. Dahoud für Götze der einer der Aktivposten gewesen ist.
57. Bürki rettet vor Origi der sich bis vors Tor durchgetankt hatte. Origi der wohl die Rolle von Gomez übernommen hat.




Didavi geht runter, dafür kommt Renato Steffen der sofort gefährlich vorm Dortmunder Tor auftaucht Yarmo setzt einen Schuss vom Strafraumeck ins gegenüberliegende Aus. In der 66. Minute erntet Stöger die ersten Pfiffe in seiner Dortmunder Zeit, als er den wenig geliebten Schürrle für den überaus agilen, aber auch glücklosen Isak einwechselt.

Die Wölfe verstärken jetzt den Druck aber noch hält die von Stöger stabilisierte Abwehr. Yarmolenko kämpft zwar wie ein Bär, leistet sich aber immer wieder haarsträubende Abspielfehler, mit denen er leider das Zunichte macht, was er sich erarbeitet hat. In der 77. Minute kommt Sahin für den Ukrainer aufs Feld. Dortmund kämpft weiter und wartet auf das erlösende Tor, wobei Wolfsburg weiterhin gefährliche Konter fährt, die aber mangels Abschlussstärke nicht das Ziel finden. Total überflüssig: Gerangel auf dem Rasen nach einem Foul, wobei wertvolle Zeit verrinnt. Dortmund schafft es nicht, den entscheidenden Pass zu spielen. Kurz nach dem zwei Minuten Nachspielzeit angezeigt werden, versucht Piszczek nochmal eine Flanke, die aber sichere Beute für den Wölfehüter ist. Dann der Schlusspfiff - es hätte nicht sein müssen, dass die Borussen hier und heute zwei Punkte abgeben.

Wer heute gut schlafen kann

Die Boulevardmedien werden heute sich schon auf morgen freuen, da sie wieder neuen Stoff haben, um neue Schlagzeilen zu produzieren.

Peter Stöger, der im Machtkampf mit Auba wohl die Zügel fest in der Hand und durch seine lockere Art die Sympathien wohl auf seiner Seite hat.




Sancho und Isak, die für ihre Unerfahrenheit, kein so schlechtes Spiel gemacht haben.

Trainer Martin Schmidt, der wohl diesen Punkt der heute gewonnen wurde, sehr zufrieden sein kann.

Wer Albträume hat

Yarmolenko wird heute sowieso eine unruhige Nacht haben, so viele Chancen zum Siegtreffer, die er heute gehabt hat.

Aubameyang, der seine Mitstreiter durch seine abermals dumme Aktion heute quasi verraten hat. Er hätte heute, wenn er auf dem Platz gewesen wäre, das Spiel alleine entscheiden können und hat vielleicht deshalb ein schlechtes Gewissen (wenn er noch den nötigen Respekt vor der Mannschaft hat). Oder vielleicht wegen der anstehenden Verhandlungen um einen Transfer wohin auch immer. Michael Zorc scheint wohl die Nase voll zu haben von den Extratouren: "Ich erkenne ihn nicht mehr wieder", hieß es in der Mixed Zone und deutete damit an, das es nach dem gestrigen Gespräch weitere unangenehme Treffen mit dem noch BVB-Stürmer geben wird.

Trainer Stöger indes hat hier eine etwas lockerere Sicht und kann noch lachen. In dieser Posse kann er nur gewinnen. Es ist ja letztendlich Vereinssache mit Auba die Fakten auszuwerten.

Mit dem Spiel war Stöger nicht ganz zufrieden: "Wir haben die klareren Chancen gehabt, wenn man die nicht verwertet, dann wird es gegen eine Mannschaft wie Wolfsburg gefährlich. Am Ende fehlte die Kaltschnäuzigkeit und Effektivität." Die Zielstrebigkeit habe er aber gesehen.

Was uns sonst noch aufgefallen ist

Auf den Rängen war es heute, ausser in den Torszenen, extrem ruhig.



Oliver Römer (Text), David Inderlied (Fotos) - 14.01.2018






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