Das Spielglück ist zurück

Aus dem Westfalenstadion in Dortmund
berichten Maik Bolte und David Inderlied

Der BVB ließ dem Auswärtserfolg in Mainz einen am Ende glücklichen 2:1-Heimerfolg gegen starke spielende Hoffenheimer folgen. Man drehte einen 0:1-Rückstand kurz vor Abpfiff zu einem 2:1-Sieg. Damit ist dem neuen BVB-Trainer Peter Stöger auch die Heimpremiere gelungen und man hat wieder den Anschluss an die Champions-League Plätze hergestellt.

Die Ausgangslage

Nach dem 2:0-Erfolg ins Mainz konnte der BVB befreit aufspielen und die Aufholjagd auf die begehrten Champions-League Plätze fortsetzen. Zudem haben sich am Samstagnachmittag schon die direkten Konkurrenten Frankfurt uns Schalke nur Remis getrennt. Der Weg war also geebnet, weiter an die Tabellenspitze aufzuschließen. Zudem wollten die Schwarz-Gelben ihrem neuen Coach Peter Stöger einen erfolgreichen Start im heimischen Stadion bereiten. Dieser hatte keinen Grund nach seinem Auftaktsieg in Schwarz-Gelb die Startelf zu verändern und somit ging es nach dem Motto „never change a wining team“ mit der gleichen Aufstellung in die letzte Heimpartie des Jahres 2017.




Auf der Gegenseite wechselte Nagelsmann nach dem 1:0-Heimsieg gegen Stuttgart auf drei Positionen durch. Im defensiven Mittelfeld begann Grillitsch für den gelb gesperrten Geiger. Im linken Mittelfeld starteten zudem Zuber und Amiri für Schulz und Rupp. 

Der Spielverlauf

Nach verhaltendem Beginn hatte Yarmolenko nach einem Fehlpass des Hoffenheimer Grillitsch die erste Riesengelegenheit, den BVB in Führung zu bringen. Freistehend vor Baumann ging sein Flachschuss knapp am langen Pfosten vorbei ins Toraus. Das verlieh den Hausherren gleich Selbstvertrauen und so machten sie druckvoll weiter. In der 9. Minute eroberte sich Pulisic in der eigenen Hälfte die Kugel und schickte Yarmolemko über rechts schön auf die Reise. Dieser bediente den in der Mitte mitgeeilten Pulisic wieder und sein Flachschuss ins lange Eck konnte Baumann sicher abwehren - die nächste gute Gelegenheit des BVB.




Ebenfalls für Gefahr über rechts sorgte Yarmolenko in der 13. Minute, als Aubameyang dessen Hereingabe nicht mehr druckvoll Richtung Tor bringen konnte. Und wieder Gefahr über rechts: Yarmolenko war erneut nicht zu stoppen und ließ zwei Gegner ins Leere laufen, doch sein Torschuss konnte in letzter Sekunde noch zur Ecke geklärt werden.

Auf der Gegenseite hatte Hoffenheim in Person von Gnabry den ersten Torschuss. Den Aufsetzer ins kurze Eck konnte Bürki aber sicher festhalten. Aus dem Nichts kam dann die Führung in der 21. Minute für die Gäste: Über die linke Abwehrseite lief Kaderabek Schmelzer und Guerreiro im Rücken weg. Dieser wurde von Amiri mit einem Steilpass steil geschickt und legte quer auf den in der Mitte freistehenden Uth. Der Torjäger konnte sich der Bewachung von Toljan entziehen und schob sicher zur 1:0-Gästeführung ein.




Der Schock saß tief. Hatte der BVB doch so druckvoll begonnen und einige gute Gelegenheiten gehabt, in Führung zu gehen. So lief in den nächsten Minuten nicht mehr viel zusammen und Stöger schickte seine gesamte Ersatzbank nach einer halben Stunde schon früh zum Warmmachen. Erst in der 33. Minute hatten die Westfalen wieder eine erste Gelegenheit, als Sokratis nach einem Freistoß das Tor der Gäste per Kopf nur knapp verpasste.

Die Verunsicherung war dem Heimteam deutlich anzusehen und so gab es immer wieder unnötige Ballverluste sowie den einen oder anderen unnötigen Fehlpass. Zudem wurden einige Angriffe zu harmlos zu Ende gespielt und man verlor den Ball zu leicht an die Gäste. Auch die Ecken der Borussen sorgten für keinerlei Gefahr und endeten fast jedes Mal in einen Konter für die Gäste. Die Überlegenheit der Anfangsphase war dahin und so plätscherte das Spiel ohne weitere Highlights zur Pause.

Ohne Wechsel ging es in die zweite Hälfte. Und sofort begann der BVB wie zu Beginn sehr druckvoll: Pulisic ließ auf links zwei Mann stehen, doch seine Hereingabe fand keinen Mitspieler. Jedoch hätte auf der Gegenseite der Gast in der 48. Minute mit 2:0 in Führung gehen können. Nach einer Demirbay-Flanke von links kam in der Mitte Amiri frei zum Abschluß. Seine Direktabnahme war jedoch zu unplatziert und Bürki konnte den Schuss entschärfen. In der Folgezeit war die alte Verunsicherung wieder da und der BVB leistete sich zahlreiche Stockfehler und unnötige Ballverluste. Zudem wurde der Ball oft zu lange gehalten, da die Anspielstationen einfach durch mangelnde Laufleistung fehlten.

In der 62. Minute führte die erste gute Kombination von Yarmolenko und Kagawa direkt zum Ausgleich. Da Kagawa im Strafraum der Gäste von Posch nur mit einem Foul gestoppt werden konnte, verwandelte Aubameyang den fälligen Elfmeter in der 63.Minute sicher zum 1:1.  Auf der Gegenseite verpasste Hübner nur knapp eine Ecke von Demirbay. Stöger nahm den ersten Wechsel in der 73. Minute vor. Für Yarmolenko, der in der zweiten Hälfte blass geblieben war, kam Dahoud. Fünf Minuten später enteilte Kaderabek Guerreiro in dessen Rücken. Sein Abschluss aus spitzem Winkel ging jedoch knapp am langen Pfosten vorbei. Da war erneut mehr für die Gäste drin.




Doch dann kam in der 88. Minute das 2:1 aus dem Nichts. Kagawa schickte Pulisic über rechts steil in den 16er. Dieser ließ Baumann aussteigen und schob zur etwas schmeichelhaften 2:1-Führung ein. Eine zu diesem Zeitpunkt recht glückliche Führung. In der Nachspielzeit hatten dann Aubameyang und Dahoud nochmal die Gelegenheit auf 3:1 zu erhöhen, was am Ende dann aber auch zu hoch gewesen wäre. Somit gewann man letztendlich wenn auch recht glücklich mit 2:1 und kann ohne großen Druck am Mittwoch zum Pokalspiel nach München reisen. Vielleicht geht auch dort die kleine Serie von Peter Stöger weiter.... 

Wer kann heute gut schlafen

Peter Stöger wird nach den zwei Siegen unter seiner Regie mit Sicherheit erst einmal beruhigt schlafen können.


Wer hat heute Albträume

Watzke und Zorc haben mit Sicherheit ebenfalls Grund, derzeit ruhiger zu schlafen. Jedoch könnte es gut sein, dass sie schlecht träumen werden. Denn sollte die Serie von Stöger auch im nächsten Jahr so weitergehen, werden sie es sich überlegen müssen, ob sie für den nächsten Sommer mit einem neuen Trainer planen oder eventuell mit Stöger verlängern sollen.

Was uns sonst noch aufgefallen ist

Die großartige und dauerhafte Unterstützung der heimischen Fans. Die die gesamte Partie lautstark hinter ihrer Mannschaft gestanden hat, obwohl das Team über den Großteil des Spiels sehr unansehnlich gespielt hat und die Geduld der Fans oft aufs Spiel gesetzt hat.


Maik Bolte (Text), Fotos: David Inderlied


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