Zweiter Anzug passt noch nicht

Italienisches Abwehrbollwerk zu stark

Verkehrschaos und Weltuntergangsstimmung im kleinen österreichischen Städtchen Altach zum Testspiel des BVB gegen Atalanta Bergamo. Schwarze Wolken kündigten schon an was sich hinterher zum Anpfiff der Partie bewahrheitete. Wolkenbruchartige Regenfälle und zuckende Blitze über der Cashpoint Arena machten dieses Testspiel für die Fans auf der Süd und er Nordtribühne ohne Dach zu einem Test auf Durchhaltevermögen. Wer es aus den modernen Stadien nicht mehr gewohnt war auch mal eine unfreiwillige Dusche abzubekommen der musste unweigerlich flüchten.

Nicht nur die Schweizer Nachbarn hatten Feuerwerk zu ihrem Nationalfeiertag gezündet auch die Fans aus Italien hatten dafür gesorgt das es auf der italienischen Seite nicht leise und langweilig werden sollte. Immer wieder wurden während des Spiels Knallkörper, Rauchtöpfe und sonstige Pyrotechnik gezündet. Auch die stimmliche Unterstützung auf Italienischer Seite war durch die stark vertretene Ultraszene über 90 Minuten immer präsent und veranstalteten eine Dauerbeschallung. Auf der deutschen Seite hingegen ein eher ruhiger Abendausklang, hier durch die schon obligatorische von der Dortmunder Ultraszene abgelehnten Testspielpräsenz. Schade eigentlich den auch bei solchen Spielen kann man sich international zeigen. Wenn der BVB sich in Altach ankündigt läuten dort immer die Alarmglocken. Einmal die vielen Fans die sich aus der Schweiz auf den Weg machen und diejenigen die aus dem nahen Deutschland hierhin anreisen zusätzlich die gegnerischen Fans heute mit der stark vertretenen Fans aus der Lombardei brachte die Logistik an den Rand des Machbaren, was wir schon durch die Verzögerungen bei der Anfahrt durch die restlos überforderte Infrastruktur rund um das Stadion zu spüren bekamen. Ausverkauftes Haus mit 6071 Zuschauern. 

Das Spiel zeichnete sich schon wie in den vergangenen Partien dadurch aus, dass Dortmund zwar dominant auftrat aber immer wieder in Konter der Lombarden lief die teilweise sehr viel Gefahr vor dem Tor von Roman Bürki (ab 46. Dominik Reimann) verursachte. Bei den Offensiven Aktionen lief man sich immer wieder in der körperlich robusten Abwehrformation der Italiener fest. Gerade Isak den Bosch als zentralen Stürmer aufgeboten hatte, konnte sich dort körperlich nicht behaupten. So kam es dann auch dass sich Bergamo die erste Chance in der 09. Minute bot ehe der BVB mit Pulisic in der 14. Minute knapp am Tor vorbei zog. Pulisic der neben Niclas Beste einer der Aktivposten war der dann auch die wenigen Möglichkeiten der Schwarzgelben mitkreierte. Ein strammer Schuss von Jasmin Kurtic konnte gerade noch von Bürki im Nachfassen entschärft werden ehe Toprak kurz vor dem Pausenpfiff einen Sturmlauf über die linke Seite der Italiener aufmerksam stoppte.

Auch die zweite Hälfte startete mit einer Konterchance für Blauweiß (50.) ehe Rohde einen Kopfball knapp vorbei setzte (54.). In der 62. Minute hatte der als Kapitän aufgelaufene Mario Götze (dafür Dan-Axel Zagadou) sein heutiges Werk vollbracht und wurde aufgrund der Belastungssteuerung, wie man es heute so schön sagt, vom Feld genommen.  Dortmund versuchte jetzt nacheinander den Druck zu erhöhen, doch Josip Ilisic markierte postwendend für Bergamo dann den einzigen Treffer (72.) am heutigen Abend. Auch mehrere erspielte Freistöße auf Seiten der Borussen brachten keinen Gewinn und wurden vom italienischen Bollwerk entschärft. In der 77. Minute wechselte Bergamo 7fach aus.

Der an sich starke Dominik Reimann rettete nochmals wie zu Beginn der zweiten Hälfte in höchster Not und der Nachschuss ging nur knapp am Dortmunder Gehäuse vorbei. Die Dortmunder Abwehrreihe um Toprak, Subotic innen sowie Paslack rechts und Beste auf der linken Seite konnte an sich alle Angriffe, bis auf wenige Vorstöße sicher abarbeiten. Man kann Richtung Supercup froh sein, dass die Bayern beim gestrigen 0:3 gegen Liverpool ja auch noch einige Schwächen gezeigt haben. Die restliche Woche bleibt dann jetzt noch Zeit um die später in die Vorbereitung Eingestiegenen weiter in das neue Spielsystem zu integrieren.

Stimmen zum Spiel:

Peter Bosz: 

Es war wichtig das einige Spieler 90 Minuten machen, Mario Götze 60 Minuten also mehr wie die letzten Spiele - wir arbeiten an unserer Spielweise - es war nicht immer gut trotzdem gegen so einen Gegner haben wir wieder einen Schritt gemacht auch was das Trainingslager betrifft habe ich die Möglichkeit gehabt die Spieler wieder besser kennen zu lernen, sie waren wieder eine Woche zusammen haben gut gearbeitet viel miteinander geredet, die zwei verlorenen Testspiele sind natürlich etwas enttäuschend aber trotzdem ein Schritt weiter. Die Aufstellung für das Supercupspiel wird so sein, dass die beste Mannschaft auf dem Feld stehen wird da ja am Ende ein Titel zu gewinnen ist , die kann in der nächsten Woche aber schon wieder anders aussehen.

Michael Zorc:

Wir haben gesehen wo es noch fehlt und bei wem es noch fehlt. Auch so ein Spiel kann Aufschlüsse geben. Wir sind mitten in der Vorbereitung auch das Supercupspiel ist noch mitten in der Vorbereitung. Es ist zu früh um jetzt ein Fazit zu ziehen. Wir müssen uns natürlich weiter verbessern und eben auch weniger Fehler machen, die auf dem Niveau auch bestraft werden. Man weiß jetzt auch warum Bergamo Vierter geworden ist - eine sehr robuste und Kampfstarke Mannschaft. Der Supercup ist ein Prestigeduell, gehört aber mit zur Vorbereitung und bei den Bayern läuft es in der Vorbereitung ja auch noch nicht rund.

Oliver Römer, 2.8.2017



Nächstes Spiel: Borussia Dortmund vs. SV Werder Bremen
Aktuelle Infos // Pressekonferenz // Statistik
Copyright 2011 - Gib mich die Kirsche - Das Fußballmagazin aus Dortmund