BVB U19 ist Deutscher Meister 2017

Aus dem Dortmunder Westfalenstadion berichten
Bodo Lünemann und Stephan Münnich


Was war das für eine unglaubliche Spannung gestern abend vor der Rekordkulisse von 33.450 Zuschauern im Dortmunder Westfalenstadion. Der bisherige Rekord lag bei 23.000 Zuschauern, als 1976 am Schloß Strünkede in Herne die Blauen auf Rot Weiss Essen (5:1) trafen. Mit unbändigem Siegeswillen zwang der BVB den FC Bauern München in der Verlängerung des Elfmeterschießens mit 8:7 in die Knie und holte den siebten Meistertitel für die A-Junioren nach Dortmund.

Als erster Mannschaft überhaupt gelang es den BVB-Bubis, den Meistertitel aus dem Jahr 2016 zu verteidigen.
Und es war verdient. Die Anfangshase des Spiels gehörte allerdings den Münchnern. Der BVB wirkte zu Beginn des Spiels doch reichlich nervös, hatte große Mühe ins Spiel zu finden. Zwei Umstellungen im Vergleich zum Halbfinal-Rückspiel gegen den VfL Wolfsburg nahm Trainer Benjamin Hoffmann vor. Wanner kam für Bulut und Schwermann für den gelb-rot gesperrten Mangala.



Und die Münchner legten gleich fulminant los. In der 10. Und 14. Minute scheiterte Shabani jeweils knapp. Der BVB verlegte sich in dieser Phase des Spiels auf Konter. Felix Passlack flankte von der rechten Seite in die Mitte, wo Amenyido knapp verpasste (17.).

Der BVB wird stärker

Vor den Augen zahlreicher BVB-Profis, Trainer Tuchel und Geschäftsführer Watzke wurde der BVB nach ungefähr 25 Minuten aber stärker, allerdings ohne große Torszenen. Das Geschehen spielte sich größtenteils im Mittelfeld ab. Kurz vor dem Seitenwechsel gab es doch noch einmal eine BVB-Chance. Felix Passlack, ein Aktivposten im Dortmunder Spiel, schlug einen Eckball auf Kapitän Dzenis Burnic. Dessen Abschluß kommt allerdings zu zentral auf das Tor und die Münchner können klären. So blieb es zur Pause beim 0:0 und einem leichten Vorteil für die Münchner.

Dann zwei Minuten nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit die ganz große Chance für Borussia, in Führung zu gehen. David Kopacz umspielt den Münchner Torwächter Hoffmann, knallt das Leder aber aus spitzem Winkel ans Außennetz. Da hatten die Zuschauer den Torschrei schon auf den Lippen, aber leider.... Nur eine Zeigerumdrehung später wieder Kopacz, wieder spitzer Winkel und Hoffmann kann den Schuß abwehren.




Jetzt gibt es Chancen auf beiden Seiten. 52. Minute: Freistoß München, doch Dortmunds Schnapper Eike Bansen fischt den Ball aus dem Winkel. Beim BVB kommt nun Bulut für Wanner. Und Bulut belebt das Dortmunder Spiel noch einmal. Nach einer knappen Stunde setzt sich Passlack am rechten Flügel durch und zieht ab - Pfosten. Wieder eine Chance zur Führung verpasst.

Der BVB war jetzt ganz klar das überlegene Team. Julian Weigel, gerade aus dem Krankenhaus entlassen, verfolgt das Spiel ebenfalls interessiert im Stadion. Schwermann muß verletzungsbedingt die Segel streichen. Für ihn kommt Jano Baxmann ins Spiel. Und wenig später kommt auch Janni-Luca Serra für den fleißigen Etienne Amenyido, der ebenso wie Bansen, Pieper und Laukart in der neuen Saison zur U23 aufrücken wird.
Dann eine tolle Rettungsaktion von Amos Pieper gegen den einschußbereiten Tillmann. Der ganz große BVB Druck hatte etwas nachgelassen und das Spiel war wieder ausgeglichener.

Druckoffensive in der Verlängerung

In der 84. Minute kommt Schulte für den krampfgeschüttelten Passlack. Die große Einsatzbereitschaft für Kilometerfresser Felix Passlack forderte ihren Tribut. Drei Minuten vor dem Ende nochmal die riesen Chance für den BVB, das Spiel noch zu entscheiden. Bulut spielt sich gekonnt durchs Mittelfeld, passt dann auf Baxmann, doch mit einer Riesentat rettete Hoffmann den Münchnern das Unentschieden. Bei der anschließenden Ecke verhindert Hoffmann wieder einen Einschlag beim Bulut Kopfball.




Der BVB machte jetzt noch einmal mächtig Druck und die Münchner wackelten in der Defensive jetzt doch arg. Was auch den allmächtigen Uli Hoeness blass werden ließ. Aber alle Bemühungen nutzten nichts mehr - es ging in die Verlängerung. Der BVB war weiterhin dominant, die Münchner spielten auf Konter.

Dann kurz vor Halbzeit der Verlängerung (103.) Schock für den BVB: Awoudja netzt für den FCB ein und dreht jubelnd ab. Doch der Linienrichter hatte sehr gut aufgepasst und hob die Fahne - Abseits. Glück gehabt. In den zweiten 15 Minuten der Verlängerung passierte nicht mehr viel, außer die langgezogenen Buuuuullluuuuut-Sprechchöre der Fans.

Das Drama beginnt

Es ging ins Elfmeterschießen. Hier hatte der BVB dank der besseren Nerven, des unbedingten Meister-werden-Willens und eines starken Eike Bansen glücklicherweise das bessere Ende für sich.




Glückwunsch an die BVB U19 zum Deutschen Meister Titel!!!
BVB: Bansen, Schwermann (70. Baxmann), Pieper, Kilian, Beste, Wanner (56. Bulut), Passlack (88. Schulte), Laukart, Kopacz, Burnic, Amenyido (78. Serra). 

Tore: 0:1 Götze, 1:1 Beste, Stingl verschießt, Schulte verschießt, 1:2 Hadzic, 2:2 Laukart, 2:3 Friedl, 3:3 Serra, 3:4 Crnicki, 4:4 Burnic, 4:5 Emghannes, 5:5 Blut, 5:6 Awoudja, 6:6 Baxmann, 6:7 Tarnat, 7:7 Kilian,
Tillmann verschießt, 8:7 Pieper.


Bodo Lünemann (Text), Fotos: Stephan Münnich - 22.05.2017
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