Volle Lotte ins Halbfinale

Von der Bremer Brücke in Osnabrück berichten
Bodo Lünemann und Florian Guse


So klar wie es das 3.0 vermuten läßt war es dann am Ende doch nicht. Die Mannschaft vom Autobahnkreuz verlangte den Borussen, an der legendären „Bremer Brücke“ in Osnabrück schon eine Menge ab, bis der letztendlich doch verdiente 3:0 Erfolg feststand.

Nachdem die Sportfreunde aus Lotte schon Werder Bremen, Bayer 04 Leverkusen und 1860 München aus dem Pokal geworfen hatten, entpuppte sich Champions League Viertelfinalist Borussia Dortmund als eine Nummer zu groß und riß  die Tecklenburger Jungs vom Autobahnkreuz jäh aus ihren Pokalträumen.


Markierte das erlösende 0:1 durch die "Hosenträger" von Benedikt Fernandez: Christian Pulisic

Und dabei hatten die Schwarzgelben kurzfristig die Ausfälle von Weigl und Aubameyang zu verkraften, wobei zumindest Auba auch am Freitag gegen Ingolstadt auszufallen droht. Für ihn kam Schürrle in die Mannschaft - er blieb allerdings trotz seines Tores über die gesamte Spielzeit hinweg äußerst blass. Matthias Ginter ersetzte den gelb-rot gesperrten Sokratis und auch Kagawa durfte von Beginn an ran, und machte, wie in Berlin, ein gutes Spiel.

Lotte startete mit Überfalltaktik

Die Sportfreunde aus Lotte legten furios los. Bereits in der 2. Minute kam Rosinger nach einem langen Ball in den BVB-Strafraum, begünstigt durch Ginter, der weg rutschte an das Leder, brachte dann aber keinen rechten Druck auf das Spielgerät, sodass diese Chance wirkungslos verpuffte. Wenig später misslang Dortmunds Abwehrfalle und Bürki mußte aus seinem Tor eilen und gegen Wendel in höchster Not retten.

Und kurz drauf war es wieder Rosinger, aber auch er brachte die Kugel nicht im Dortmunder Tor unter. Lotte attackierte den Dortmunder Spielaufbau schon früh und ging auch aggressiv in die Zweikämpfe. Sie zeigten dabei durchaus ein paar schöne Spielkombinationen. Nach etwa 20 Minuten kamen die Borussen im Kampf gegen Platz und Gegner dann endlich so langsam ins Spiel und zeigten gefällige Aktionen, allein die Torgefährlichkeit fehlte. Noch.



Dembélés Kopfball, Kagawas Schuss und Castros Nachschuss brachten allesamt nicht den erhofften Erfolg. In der 24. Minute strich ein Schuss von Guerreiro nur ganz knapp am Lotter Gehäuse vorbei. Da war sie, die erste einigermaßen gefährliche Chance der Borussen. Der BVB versuchte jetzt immer wieder eigene Angriffe zu starten, was aber auf dem schlechten Untergrund extrem schwierig war. Der Boden war unterdessen nicht ganz so schlimm, wie man es in den letzten Wochen aus Lotte gesehen hat, doch der ein oder andere fühlte sich in die Kampfbahn „Rote Erde“ versetzt.

Das 0:0 zur Pause sagte viel aus

Personell unverändert, aber mit frischem Schwung kam der BVB aus den Kabinen. Kurz nach Wiederbeginn bediente Pulisic den starken Kagawa und dessen Schuß aus spitzem Winkel konnte von Fernandes zur Ecke geklärt werden. Die Sportfreunde versuchten weiterhin gegenzuhalten, aber rückten dabei in der 57. Minute viel zu weit auf, was der schnelle Dembele’ sogleich ausnutzte. Fast unbedrängt spazierte er durchs Mittelfeld, das "Auge" auf den stärker werdenden Pulisic fokussiert, der cool und sicher einnetzte. Es war schon sein fünftes Pflichtspieltor in dieser Saison.

Neun Minuten später bereits folgte die Entscheidung. Kagawa flankte in den Strafraum auf den zweiten Pfosten, Guerreiro legte per Kopf auf Schürrle, der sehenswerte zum 2:0 vollendete. Damit war auch der Widerstand der Sportfreunde dahin. Sie schienen jetzt auch den Preis für eine temporeiche erste Halbzeit zahlen zu müssen.



Die größeren Chancen im Spiel hatte jetzt die Borussia und endlich setzte sich auch die Klasse der Dortmunder durch. Nach zahlreichen - stets erfolglosen - Versuchen in den letzten Wochen traf nun auch Marcel Schmelzer per Freistoß aus gut 30 Metern zum alles in allem verdienten 3:0-Endstand.
Eine Premiere gab es auch noch. Borussias Winterzugang, der Schwede Alexander Isak gab ab der 86. Minute seinen ersten Kurzeinsatz im schwarz-gelben Dress. Er wird seinen Weg machen.

Die Sportfreunde können sich ab sofort dem für sie aussichtreichen Aufstiegskampf zur 2. Liga widmen, und der BVB hat im DFB-Pokal am 25. April die hohe Hürde bei den Bauern zu überspringen, will man erneut ins Finale nach Berlin. Dem BVB bietet sich die Chance, als erste Mannschaft zum vierten Mal in Serie in das Pokal-Endspiel in Berlin einzuziehen.

Trainerstimmen:

Ismael Atalan: „Natürlich bin ich enttäuscht. Wir hatten geplant zu gewinnen. In der ersten Halbzeit ist unsere Taktik auch ganz gut aufgegangen. Wenn wir die erste große Chance gemacht hätten, wäre Dortmund vielleicht nervös geworden. Am Ende ist es natürlich schwer, so eine Qualität über 90 Minuten vom eigenen Tor fernzuhalten.“

Thomas Tuchel:
„Ich bin sehr zufrieden. Der Platz war unglaublich schwer zu bespielen, der Gegner hat es sehr gut gemacht. Es ist gekommen, wie wir es erwartet haben, gerade in den ersten Minuten. Wir wollten uns nicht beeindrucken lassen und seriös spielen, das haben wir geschafft und am Ende verdient gewonnen.“

Opens window for sending emailBodo Lünemann, Florian Guse (Fotos) - 15.03.2017





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