Achdung Schduddgard: Mir han Kehrwoch

Die Kehrwoche ist in Schwaben eine geheiligte Einrichtung, bei der die Eingeborenen ihren indigenen Sinn für Ordnung und Sauberkeit mittels Kehren (Fegen) an Straße und Bürgersteig ausleben. In Dortmund ist allerdings nicht Großreinemachen angesagt – in Dortmund ist Um-Kehrwoche.




Man braucht sich nicht lange aufhalten mit Statistiken über Punkte und Siege in Pflichtspielen. Jeder BVB-Anhänger braucht sich nur seine Gefühle während der Spiele der letzten Wochen in Erinnerung rufen um zu spüren: Da waren die gleichen Spieler auf dem Platz – aber nicht der gleiche Spirit. Mangelnde Konsequenz in der Offensive, Schlampigkeiten und Überheblichkeiten in der Defensive, fehlendes Zupacken und mangelnde lustvolle Präsenz auf dem Platz.




Wenn wir und andere Beobachter richtig hingeschaut haben, dann wurde diese Entwicklung mit dem Tottenham-Spiel gestoppt. Der BVB hat es wieder geschafft konzentrierte Spritzigkeit auf den Platz zu bringen, Intensität, Spiellaune. Mit solchen Halbzeiten wie der ersten gegen Tottenham kann man Titel holen – wenn man sie wieder in Serie auf den Platz bringt. Nicht zu unterschätzen ist, dass die Stimmung in Dortmund immer noch stimmt – sowohl auf den Rängen wie bei der sportlichen Leitung. Das ist, nachdem man gerade aus zwei Wettbewerben ausgeschieden ist und 10 Punkte Vorsprung in der Liga verspielt hat, keine Selbstverständlichkeit – andernorts wechselt man bei solchen Bilanzen gleich den halben Verein aus.




In dieser Phase kommt mit dem VfB genau der richtige Gegner. Nach dem 5:1 gegen Hannover wird niemand auf die Idee kommen die ‚Roten‘ wie sie daheim in Abgrenzung zu den Kickers gerufen werden, auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Schwaben, die einen der besten Kader der Teams der unteren Tabellenhälfte beschäftigen, belegen aktuell den Relegationsplatz und werden wie Löwen um jeden möglichen Punkt kämpfen. Gegen den Club aus dem Südwesten hat die Borussia eine negative Bilanz – Zeit, daran zu arbeiten. Im 100. Bundesligaspiel zwischen VfB und BVB wird Markus Weinzierl vermutlich auf seine eingespielte Startelf setzen, während Lucien Favre (hoffentlich) auf Götzeus setzen wird und eine Elf starten lassen wird, die von Beginn an Druck machen wird.






So könnten sie spielen:

VFB: Zieler; Kabak – Pavard – Kempf; Beck – Ascacibar – Castro – Zuber –Insua; Esswein – M. Gomez


BVB: Bürki; Wolf – Weigl – Akanji – Diallo; Witsel; Sancho – Götze – Reus –Guerreiro - Alcacer



Text: Ingo Berchter, Bilder: Archiv




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