Silberne Schale, schwarzgelber Kern? Interview Teil 2

Die Redaktion der "Kirsche" sprach vor dem Rückrundenauftakt beim Dosenfabrikanten mit zwei ziemlich "feindlichen Brüdern": Olaf Olschewski und Dirk Haslinde sind die Vorsitzenden der Fanclubs Holy Bulls und Totale Offensive BVB. Als Christen bekennen sie sich zu einem Herrn, als Fans gehören sie zu Lagern, die sich ablehnender kaum gegenüber stehen könnten. Im zweiten Teil des Interviews spricht der Dortmunder Dirk Haslinde. 

Kirsche: Heja Dirk, Du bist Vorsitzender der Totalen Offensive, des ersten christlichen BVB-Fanclubs. Woran erkennt der BVB-Fan, dass Christen in Schwarzgelb unterwegs sind?

Dirk HASLINDE: Äußerlich sind wir an dem Fisch-Symbol zu erkennen, das in Kombination mit dem BVB-Logo zum Ausdruck bringen soll, dass sich für uns Fußball-Fan und Christ-sein nicht automatisch ausschließt. Unsere Fisch-Fahne wird auch regelmäßig vor Heimspielen auf dem Rasen des Stadions geschwenkt. Darüber hinaus hoffe ich, dass Fans, Spieler und Ofizielle, die mit uns in Kontakt kommen, sei es auf der Tribüne, auf Auswärtsfahrten, im Fanrat oder in einem der vielen Gremien, in denen wir aktiv mitarbeiten, dieses merken: Dass der BVB einen enormen Stellenwert in unserem Leben einnimmt, unser Glaube an Jesus Christus und die vergebende Liebes unseres Gottes aber noch darüber steht.




Kirsche: Hertha hat eine, die Blauen und Wolfsburg auch, jetzt sogar Leipzig: eine Stadionkapelle. Wann bekommt das Westfalenstadion die Kapelle "Leuchte auf"?

Haslinde: Bezüglich Stadionkapelle tut sich der BVB sehr schwer. Zum einen ist mitlerweile jeder Qudratmeter im Westfalenstadion ausgereizt, zum anderen fühlt sich der Verein bzw. die GmbH & Co KG aA der Neutralität verpflichtet.

Kirsche: Die Fans und Fanclubs des Bündnis Südtribüne, dem Ihr verbunden seid, werden nicht nach Leipzig reisen, weil sie das Konstrukt eines Vereins in quasi-privater Eignerschaft als Marketing-Maschine ablehnen. Wie ist Euer Verhältnis zu Leipzig und seinen Fans?

Haslinde: Zu den Holy Bulls pflegen wir ein respektvolles bis freundschaftliches Verhältnis, wobei wir zu den Leipzigern, auch wegen unserer Nichtteilnahme an Auswärtsspielen unsererseits, weniger Kontakt haben, als zu den Christlichen Fanclubs von z.B. Hamburg, Bremen oder Gelsenkirchen. Der Fußball, den wir und unsere Fanfreunde in Dortmund und in den Vereinen quer durch alle Ligen leben - dieser Fußball hat nix mit der Vermarktung von Dosen oder derem Inhalt zu tun. Aber Gewalt und Beleidigungen der gegnerischen Fans als Ausdruck von Gegnerschaft lehnen wir kompromisslos ab.

Kirsche: Gleichwohl wird die Gästetribüne voll sein, denn der BVB ist der Bundesligist mit der größten Fanbasis im Osten. Erwartet Ihr echte Dortmunder Auswärtsstimmung?

Haslinde: Die Stimmung im Gästeblock wird eine andere sein als bei anderen Auswärtsspielen, allein schon daher, dass kein organlsierter Support stattfinden wird. Sicherlich schade für die Mannschaft, auf der anderen Seite schön für die BVB-Fans aus der Region, die sonst nicht, oder selten an Karten kommen.




Kirsche: Unsere Defensive ist etwas ausgedünnt, um nicht zu sagen: nicht vorhanden. Balerdi ist noch kein Thema: Wer hält den Laden am Samstag zusammen, wer macht den BVB-Faktor aus und wie ist Dein Tipp?

Haslinde: Das Gladbach-Spiel hat gezeigt, dass das Trainerteam auch angesichts der verletzten Spieler, gerade in der Abwehr, eine schlagkräftige und hochmotivierte Truppe aufs Feld schicken wird. Der Rückrundenstart ist enorm wichtig, deshalb hoffe und glaube ich, dass wir das Spiel gewinnen. Mein Tipp: 2:0 für die Borussia.

Kirsche: Und noch ein Tipp bitte: Wo sollten Borussinnen und Borussen aus Dortmund und Umgebung am Samstag das Spiel sehen?

Haslinde: Wir geben innerhalb des Fanclubs keine Empfehlung oder Vorgabe raus, ob der einzelne das Spiel besuchen soll/kann/darf. Wir haben aber auch keine Anfragen nach Tickets gehabt. Ich persönlich schließe mich dem Bündnis Südtribüne an und verfolge das Spiel im Westfalenstadion. Im Gegensatz zum ersten Aufeinandertreffen mit Rasenballsport werden wir das Spiel auch wie gewohnt im Stern im Norden, unweit des Borsigplatzes, Haltestelle Westfalenhütte übertragen. Eintrittskarten für das Public Viewing im Westfalenstadion sind noch an der Abendkassse erhältlich.

Kirsche: Danke für das Gespräch und für den guten Tipp.

Mit Olaf Olschewski und Dirk Haslinde sprach Kirsche-Redakteur Ingo Berchter



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