Was macht die BVB-Tormaschine gegen Hertha?

Am Samstag spielt Borussia zu Hause gegen Hertha BSC Berlin und will den Platz an der Sonne verteidigen.

Nach dem berauschenden Champions-League-Abend und wieder einmal vier eigenen Toren wird des Trainers Hauptaufgabe sicher sein, die Mannschaft vor dem Abheben zu bewahren. 26 Toren in den letzten sechs Spielen – diese Zahl lässt einen doch ein bisschen überrascht gucken. Wann hat es zuletzt so häufig in den Gegners Netz geklingelt? Borussia ist auf dem absoluten Höhenflug, Fans, aber auch Gegner haben einen Heidenrespekt vor der Mannschaft.

„Wir denken von Spiel zu Spiel“, sagte Manager Zorc, zahlt seine fünf Euro ins Phrasenschwein und ergänzt, dass das mit dem vielen Lob jetzt auch mal gut sei. Gegen Madrid habe man auch ein wenig Glück gehabt, man hätte sich durchaus auch Tore einfangen können. Deshalb gelte es in Ruhe weiterzuarbeiten und natürlich mit großem Vertrauen aber auch mit Respekt ins Spiel gegen Berlin zu gehen. Ganz ähnlich sieht das auch Trainer Favre. Er verordnete vor allem Regeneration und verweist darauf, dass man bescheiden bleiben möchte. Berlin kommt nach seiner Auffassung mit einer starken, jungen Mannschaft – und überhaupt sei das schließlich ein ganz anderes Spiel.




Hertha hat mit Siegen gegen Mönchengladbach und München gezeigt, dass sie mit guten Mannschaften durchaus mithalten können. Favre weiß, es ist schwer gegen Berlin zu spielen und er erwartet, dass die Mannschaft und auch die Zuschauer viel Geduld brauchen.

Und die Hertha? Die dürfen gern kommen. Zumeist haben sie die Punkte in Dortmund gelassen. Von 31 Begegnungen im Stadion Rote Erde und im Westfalenstadion konnte Berlin ganze drei gewinnen. Der letzte Sieg liegt fünf Jahre zurück. Sowieso dürfen die Berliner gern kommen. Zunächst erwähnen sie, dass sie ins WESTFALENSTADION fahren, was an sich schon sympathisch ist. Daneben bringen sie etwa 4.000 eigene Fans mit, was der Stimmung sicher gut tun wird.

Kein 0:0 seit fast 50 Jahren


„Der BVB spielt bislang eine herausragende Saison“, sagt Hertha-Manager Preetz. Es sei aber jetzt auch mal an der Zeit dort einen Punkt zu machen – auf gut Deutsch – den BVB zu stoppen. Er wisse, in Dortmund hängen die Trauben hoch, doch man fahre hin, um sicher dennoch ein paar zu pflücken. Auch Trainer Dardai geht die Sache mutig an. Er ist sicher, es gibt kein 0:0. Da denkt er sicher an die bereits erwähnten 26 Tore in sechs Spielen und vielleicht weiß er auch: Das letzte 0:0 in Dortmund gegen Berlin gab es am 5. Dezember 1969. Das sind fast 50 Jahre. Wenn es nach uns geht, kann das so weiter gehen. Ein bis zwei Tore will aber auch Dardai von seiner Mannschaft sehen.



Verletzungssorgen hat Dardai nicht, kann bei seinem Team aus dem Vollen schöpfen. Vor allem auf Duda werden viel gucken, ist er doch der Top-Torjäger der Hauptstädter mit immerhin auch schon sechs Toren. Aber auch Ibisevic mit vier Buden ist sicher nicht zu verachten.

Und beim BVB? Da ist es ja eigentlich egal, wer die Tore macht. Keine Mannschaft hat so viel verschiedene Torschützen und mit Alcacer (7) und Reus (5) ebenfalls Leute an der Spitze der Torjägerliste. Ob der spanische Stürmer allerdings dabei sein kann, steht noch nicht fest. Der Oberschenkel zwickt noch immer. Weiter fehlen Akanji und Schmelzer. Ebenfalls nicht im Kader: Tojan (achja den gibt’s auch noch), Burnic, Gomez und Isak. Wer von den anderen spielen wird? Keine Ahnung! Wie immer lässt sich Trainer Favre nicht in die Karten gucken. Vielleicht wartet er auch erst einmal ab, wie die Jungs die Belastung vom Mittwoch verdaut haben. Die Abwehr dürfte sich vermutlich nicht verändern. Bürki im Tor, Diallo und Zagadou in der Innverteidigung sowie Piszczek und Hakimi auf den Außen. Dann dürften noch Reus und Witsel gesetzt sein – alles andere bleibt wie zumeist eine Überraschung.

Und es ist und bleibt ein gutes Gefühl, die eigene Mannschaft an der Tabellenspitze zu sehen. Das wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch am Samstag um halb sechse so sein. Denn selbst wenn der BVB verlieren sollte, das Torverhältnis ist so viel besser, da müsste schon ein Wunder geschehen. Aber man soll ja die Kir(s)che im Dorf lassen und selbst nicht die eigenen Erwartungen übersteigern. Freuen wir uns auf ein gutes Spiel, auf noch bessere Stimmung im Stadion und gern auch auf den 28. Sieg.

Andreas Römer, 26.10.2018

 


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