Gleiche Paarung – verschiedene Voraussetzung

Der AS Monaco gastiert im Westfalenstadion. Eine Partie, die sportlichen Reiz verspricht, bei der aber dennoch wohl kaum ein Schwarzgelber zunächst an Punkte, Tore oder Zweikämpfe denkt. Zu frisch dürften noch die Eindrucke rund um den Anschlag auf die Mannschaft im Vorfeld des jüngsten Gastspiels der Monegassen in Dortmund sein.

Doch mittlerweile ist der Täter gefasst und das schreckliche Attentat rückt langsam in den Hintergrund. Am Mittwoch (ab 21 Uhr) dürften mit Roman Bürki, Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer, insofern die beiden erfahrenen Außenverteidiger wieder in die Mannschaft rotieren, nur noch drei Spieler auf dem Rasen stehen, die auch bei der 2:3-Niederlage am Tag nach der Tat in der Startelf standen.



Die runderneuerte Mannschaft befindet sich aktuell auf einem guten Weg, sportliche Positivschlagzeilen zu schreiben. Nach der – wohl auch wegen des Anschlags – sportlich mäßigen vergangenen Spielzeit zeigten die jungen Wilden bislang in allen Partien eine beachtliche Moral, standen defensiv gut und brillierten beim 7:0 gegen den 1. FC Nürnberg und in den letzten 30 Minuten in der Partie bei Bayer Leverkusen (4:2) auch im Angriff.

Der Premierenauftritt in der aktuellen Königsklassensaison geriet hölzern. Beim Club Brügge erzwang Christian Pulisic durch engagiertes Anlaufen den glücklichen Siegtreffer. Somit geht die Borussia mit der Maximalausbeute von drei Zählern in das Kräftemessen mit Monaco.

Die Elf von AS-Trainer Leonardo Jardim musste sich am ersten Champions-League-Spieltag Atletico Madrid 1:2 geschlagen geben und steht somit bereits unter Zugzwang. Auch in der Liga läuft es derzeit nicht, mit gerade einmal sechs Zählern aus acht Spielen rangiert das Team aus dem Fürstentum auf dem drittletzten Platz. BVB-Trainer Lucien Favre warnt dennoch: „Ich kenne die französische Liga, ich war dort zwei Jahre. Es ist sehr schwierig, dort zu spielen, egal gegen welchen Gegner. Ich hab die letzten Spiele von Monaco gesehen, da fehlt sehr wenig.“ Lobend ergänzt der Schweizer: „Hinten waren sie stabil und vorne haben sie gute Chancen herausgespielt.“



Schaut man auf den personellen Aderlass im Vergleich zu der Mannschaft anno 2016, ist der Leistungsabfall kaum verwunderlich. Mit Bernado Silva, Benjamin Mendy oder allen voran Kylian Mbappe verließ die Rot-Weißen einige Hochkaräter. „Klar, viele Spieler sind weggegangen, das hat vor einem Jahr mit Mbappe angefangen. Manchmal liegt das Gleichgewicht einer Mannschaft nur an ein oder zwei Spielern. Das kann manchmal der Unterschied zwischen Platz zwei oder Platz acht sein.

So ist es, es liegt an Details“, schätzt Favre ein. Ebenfalls auf der Abgangsseite steht der damals noch weitgehend unbekannte Abdou Diallo, der über den Umweg 1. FSV Mainz in Dortmund gelandet ist und am Mittwoch wohl auf seinen Ex-Klub trifft. Und im Anschluss daran wird dann hoffentlich nur noch über Punkte, Tore oder Zweikämpfe diskutiert.


Martin Bytomski, 2.10.2018


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