Machbar

Borussia trifft in der Champions League auf Atletico Madrid, Monaco und Brügge. Das scheint lösbar zu sein.

 
Wenigstens einmal muss man als Fan nicht in den Flieger steigen, um Borussia in der Champions League auswärts zu sehen. Brügge ist ja quasi nur ein Katzensprung. Blöd ist halt nur, dass das Stadion gerade einmal 29.062 Zuschauern Platz bietet. Also werden die meisten Fans zum Auftakt der CL-Spielzeit am Dienstag, 18. September, wohl leer ausgehen. Dabei haben wir mit dem Verein ja noch eine Rechnung offen. In der Qualifikation zum Champions League 2003/2004 scheiterte Borussia im Elfmeterschießen und schaffte somit nicht den Sprung an die fest eingeplanten Fleischtöpfe der europäischen Eliteliga. Das war der Anfang vom fast Ende unseres Lieblingsklubs, der finanziell danach schwer ins Taumeln kam.
 
Neben dem kleinen Stadion ist Brügge natürlich durchaus sehenswert. Ein malerisches Städtchen mit gleich zwei belgischen Erstligisten. Auch wenn der belgische Fußball nicht zuletzt durch den dritten Platz bei der WM und der guten Platzierung der Nationalmannschaft in der Weltrangliste als gut zu klassifizieren ist, dürfte der FC Brügge oder Club Brügge keine unüberwindliche Hürde sein. Die belgischen Nationalspieler kicken nicht bei ihrem Meister. Die verdienen ihr Geld in England oder Frankreich. Im aktuellen Kader stehen somit keine Nationalspieler. Kein Grund die Mannschaft zu unterschätzen, aber bange machen muss man sich auch nicht. Brügge kommt zum vorletzten Spieltag ins Westfalenstadion, am 28. November.
 


Das erste Heimspiel der diesjährigen Reise durch Europa hat Borussia am Tag der deutschen Einheit gegen Monaco. Nicht wenige glauben, hätte es das fiese Bombenattentat auf den BVB-Bus vor zwei Jahren nicht gegeben, wäre Borussia auch nicht ausgeschieden. Okay, die unerquicklichen Umstände des damaligen Scheiterns sind hinlänglich bekannt und müssen hier nicht noch einmal erläutert werden. Eine Revanche täte der Fanseele aber dennoch gut. Was Monaco drauf hat, wird sich zeigen. Mit Mbappe ist der Superstar längst weg. Dennoch schafften die Fürstentumskicker in der letzten Saison Platz zwei in der französischen Liga. Der Start in die aktuelle Saison lief so lala. 4 Punkte aus drei Spielen ist nicht berauschend. Mit Benjamin Henrichs aus Leverkusen kickt jetzt auch mal wieder ein Deutscher für Monaco. Hoffentlich wird das Rückspiel im kleinen Stadion nicht das entscheidende fürs Weiterkommen. Viele Fans können dort nicht mitreisen, passen doch nicht einmal 20.000 ins Stade Louis II. Dort wird die Vorrunde am Dienstag, 11. Dezember zu Ende gehen. Ziel des BVB: Überwintern in der Champions League.

#Bed for away fans

Der Vergleich mit Monaco wird immerhin Gelegenheit geben, die Fanfreundschaften wiederzubeleben, die vor zwei Jahren entstanden sind. Viele BVB-Fans hatte den angereisten Monegassen eine Übernachtungsmöglichkeit gegeben, als das Spiel einen Tag später angepfiffen wurde. Wir erinnern uns gern an die tolle, freundschaftliche Atmosphäre im Westfalenstadion.
 


Den dicksten Brocken hat Borussia mit dem „Gruppenkopf“ Atletice Madrid erwischt – sicher der Top-Favorit in der Gruppe A. Finale Champions League 2014 und 2016, dazu Sieger der Euro League 2017. In der spanischen Liga vor dem Ortsrivalen Real – all das macht schon deutlich, welches Kaliber da auf uns wartet. Immerhin war noch niemand von uns im Wanda Metropolitano. Hier gibt’s Platz für 67.000 Zuschauer – da dürfte schon die eine oder andere Karte für die schwarzgelben Fans drin sein. Es sind ja auch nur gut 1.800 Kilometer vom Westfalenstadion ins Wanda Metropolitano. Am Dienstag, 6. November, kickt der BVB in Madrid. Die Spanier geben ihre Visitenkarte bereits am Mittwoch, 24. Oktober, im Westfalenstadion ab.
 
Oblak im Tor, davor Godin, Giminez, Luis Felipe und Juanfran. Mittelfeld mit Koke und Lemar und vorn mit Griezmann und Diego Costa zwei, die auch wissen wo das Tor steht. Allein beim Aufsagen dieser Namen, könnte einem das Herz aufgehen oder eben in die Hose rutschen. Alles Superstars, die auch über Jahre zusammenspielen und von einem HB-Männchen an der Außenlinie permanent angetrieben werden. Die hat man nicht unbedingt gern als Gegner.
 


Nur gut, dass wir ein paar Blicke in die Geschichtsbücher tun können und uns daran erinnern, dass wir zuletzt 1996 in der Champions League gegen Atletico ran durften und in der Saison den Pokal geholt haben. Ein Spiel gewonnen und eines verloren – wenn das diesmal so ausginge, wären wir sicher zufrieden. Wiedersehen werden sich BVB-Sportdirektor Zorc und Atletico-Trainer Simeone: Beide standen sich damals als Spieler gegenüber.  Und auch die ersten Begegnung mit Atletico ging für Borussia gut aus: Im Frühjahr 1966 standen sich beiden Mannschaften in der dritten Runde des Europapokals der Landesmeister gegenüber. Der BVB holte ein Unentschieden in Madrid und siegte 1:0 im Stadion Rote Erde. Und am Ende wurde Borussia der erste deutsche Europapokalsieger.
 
Fazit: Wir haben noch nie bei Atletico verloren. Bange machen gilt also nicht. Freuen wir uns auf spannende Spiele, die übrigens für Borussia alle jeweils um 21.00 Uhr beginnen.


Opens window for sending emailAndreas Römer, 31.8.2018





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